Verteidiger der Staatsidee führen oft an, dass es ein Gewaltmonopol geben müsse, um Missbrauch zu vermeiden. Den Etatisten zufolge ist ein Gewaltmonopol notwendig um die Bevölkerung zu kontrollieren und sie davon abzuhalten, anderen Menschen Schaden zuzufügen. Doch wer überwacht die Wächter?
Dass ein Gewaltmonopol Missbrauch von Gewalt nicht verhindert, sondern geradezu herausfordert ist in Bayern an einem besonders drastischen Fall sichtbar geworden. Sondereinsatzkräfte hatten schwer bewaffnet das Haus einer Familie gestürmt, die Kinder traumatisiert und den Vater festgenommen, welcher fünf Stunden festgehalten, verhört und „erkennungsdienstlich behandelt“ (das bedeutet Abnahme von Fingerabdrücken und Speicheltest) wurde:
Ein solches Vorgehen gegenüber einer Familie ist ein deutliches Zeichen dafür, dass die Hemmschwelle für Gewalt ausgehend vom Gewaltmonopolisten Staatsmacht sinkt. Zieht man die Verhältnismäßigkeit hinzu, also setzt man die Begründung für den Angriff in Relation zur Vorgehensweise, wird das Verhalten der Träger der institutionalisierten Gewalt noch verabscheuenswürdiger.
Begründungen für ihr Handeln, die nach Satire riechen sind wir von der Staatsmacht bereits gewohnt, doch das ist ein neuer Tiefpunkt in der Geschichte der Exekutive. Ebenso furchtbar ist es, dass ein Vergehen, das nicht einmal des Ermittelns lohnt, leichte Sachbeschädigung nämlich, einen Polizeieinsatz nach sich zieht, den man in einem Rechtssaat niemals erwarten würde, und der in völliger Menschenverachtung auf die Traumatisierung der Familie abzielt:
Die Brutalität ist kein Versehen, kein „tragischer Einzelfall“ wie sonst immer vorgeschoben wird, wenn die staatliche Gewalt aus dem tolerierbaren Rahmen springt, sondern genau so gewollt. Es handelt sich nicht um eine Ausnahme von der Regel sondern um die Regel; es ist mit den Worten der zuständigen Staatsanwaltschaft ein „normaler Einsatz“.
Willkürliche Verhaftungen, auch und gerade ohne für einen gesunden Menschenverstand ausreichende Begründung, ein brutales, menschenverachtendes Vorgehen der Polizisten und die Unverhältnismäßigkeit zwischen Vergehen und Verfolgung sind Kennzeichen für einen totalitären Polizeistaat, in dem die größte Bedrohung von der Staatsmacht ausgeht, nicht von Kriminellen.
Bei einem Terroranschlag „islamistischer“ oder „linksextremistischer“ Gewalttäter erwartet man von Moslems oder Kommunisten, dass sie sich öffentlich und deutlich von den Tätern und ihrem Vorgehen distanzieren, sonst müsse man annehmen, dass sie den Anschlag gutheißen und selbst gefährliche Gefährder seien. Dass sich kein Vertreter der Staatsmacht von dem Vorgehen distanziert, dies nicht einmal von irgendjemandem medienwirksam gefordert wird, zeugt nur zu deutlich, dass ein solcher Vorfall kein „Einzelfall“ ist, sondern völlig normal im Unrechtsstaat BRD.
Die Rechtfertigung des Gewaltmonopols fällt jedem halbwegs denk- und empathiebegabten angesichts solcher Zustände mehr als nur schwer. Dies ist ein aktueller Grund, einem Gewaltmonopol das Prinzip „Keine Macht für niemand!“ vorzuziehen.
(via)
„Die Kinder vom Bahnhofsklo“ – „Bullenstaat“
„Slime“ – „A. C. A. B.“
Dezember 11, 2007 um 9:30
[...] wird regelmäßig schlecht, wenn ich über das Verhalten der deutschen Polizei lese. Heute war es wieder einmal so weit: Wie berichtet, war Almuth W. am späten Abend des 1. Mai auf dem Heimweg vom Myfest nach [...]
Dezember 30, 2007 um 4:10
[...] solches Verhalten ist übrigens kein Einzelfall, sondern (wie auch der Überfall des SEk in Bayern) Standard, geht man davon aus, dass die Beamten die vom Pressesprecher des Hessischen [...]