Mehrere tausend Hausdurchsuchungen pro Jahr sind rechtswidrig
Vertrauen in den Rechtsstaat hat man nur noch, wenn man entweder unwissend oder ein kompletter Idiot ist. Selbst bei einer so delikaten Angelegenheit, wie eine Wohnungsdurchsuchung sieht die Polizei das geltende Recht wohl nur als eine Art Empfehlung, oder wie sind sonst mehrere tausend Missbrauchsfälle zu erklären? Einzelfälle oder peinliche Ausrutscher sind das bei der Größenordnung nicht.
So sieht die Rechtssicherheit in Deutschland aus: Ungerechtfertigte Hausdurchsuchungen und Rassismus im Amt. Das Wort Rechtsstaat kommt mir nur noch wie ein schlechter Witz vor, das Wort Polizeistaat hat seinen provokativen Charme verloren. Die psychischen Folgen ihres Vorgehens (mal abgesehen vom finanziellen Schaden durch Anwaltskosten und Raub, nichts anderes ist das gewaltsame entfernen von fremdem Besitz, der Arbeitsutensilien wie Computer) sind den Staatsgewalttätern natürlich egal. Noch Jahre später traumatisiert und paranoid? Einerlei, ist doch nur ein Menschenleben, dass zerstört wurde.
Und wer jetzt stammelt “Aberaberaber Richtervorbehalt…”, um auf diese wunderbare Rechtsstaatpraxis zu verweisen, der soll sich einmal vor Augen führen, wie lange ein Richter einen Antrag auf eine Hausdurchsuchung im Schnitt prüft. Das sind 24 Minuten. Das ist keine Prüfung, sondern ein schlechter Scherz. Und weil das ein Durchschnittswert ist, heißt das natürlich, dass ein jeden Richter, der das gewissenahft prüft, mehrere Kollegen kommen, die erheblich weniger als 24 Minuten zur “Prüfung” aufwenden.
Darum ist der Richtervorbehalt übrigens auch kein ernstzunehmendes Argument für die Onlinedurchsuchung und die heimliche Hausdurchsuchung, da dieser ja wie eben beschrieben nichts als ein schlechter Scherz ist.
