Archive for August 2007

Führerdenken

August 31, 2007

Mügelns Bürgermeister Gotthard Deuse, seines Zeichens Mitglied bei den Polithuren von der FDP, hat den Ruf seiner Partei als Sammelstelle für Volldeppen durch sein Interview mit der „Jungen Freiheit“ nur zu deutlich verteidigt. Die öffentlichen Reaktionen waren vorabzusehen. Aber wie immer, wenn es um einen braun angehauchten Skandal geht, kommt ein Trottel aus dem Lager der Autoritätsbesessenen und beweist, dass er weder aus der Geschichte gelernt, noch verstanden hat, worum sich der Eklat dreht, und beweist sein tiefes Führerdenken. Diesmal stellte Sebastian Edathy, Mitglied der Sozialabbauenden Partei Deutschlands, sein Demokratiedefizit unter Beweis:

Der Vorsitzende des Bundestagsinnenausschusses, Sebastian Edathy (SPD), hatte FDP-Chef Guido Westerwelle zuvor aufgefordert, sich von seinem Parteifreund zu distanzieren. „Es ist an der Zeit, dass der Parteivorsitzende Guido Westerwelle Herrn Deuse zur Ordnung ruft und klar stellt, dass dieser nicht für die FDP spricht“, sagte Edathy

Klar, was ein rückgratloser Autoritätsjünger, wie Edathy ist, der geht gar nicht davon aus, dass er selber handeln sollte, statt sich an Autoritäten zu wenden. Er könnte von sich aus irgendwelche Schritte gegen Deuse einleiten. Zumindest wäre das selbstverständlich, würden wir in einer Demokratie leben, in der jeder seine Meinung kundtut und Politiker von jedem kontrolliert werden, nicht bloß von institutionell eingesetzten Autoritäten. Ein solches Führerdenken öffnet Faschisten Tür und Tor.

Staatliche Spam

August 30, 2007

Spam ist eine nervige und gefährliche Sache. Meist ist es nur Werbung für mies kopierte Potenzmittel, doch oft genug kann man sich über Spam-Mails Schadsoftware einfangen und das ist niemals ein schönes Erlebnis. So weit, so bekannt, doch nun will unser Regime auch in die Spambranche einsteigen. Viagra verkauft die Junta noch nicht, aber Schadsoftware verteilen sie schon fleißig. Und wie es sich gehört, verkaufen sie es als großen Vorteil für Volk und Vaterland. So auch der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann im staatlichen Propagandasender Deutschlandfunk:

Schünemann: Das Wichtige ist, darzustellen, dass wir eine konkrete Bedrohungslage durch den islamistischen Terrorismus haben, und in diesem Anwendungsbereich will man Online-Durchsuchungen durchführen, zehn, zwölf Mal im Jahr. Das ist die Grundlage, und da muss man sehen, wie es technisch überhaupt machbar ist. Es kann ja nicht sein, dass man in die Wohnung des Verdächtigen hineingeht und versucht, am PC etwas umzusetzen. Das ist sehr viel schwieriger und betrifft die Intimsphäre noch mehr. Und wenn man in diesen wenigen Fällen dann das über die Mails macht, dann klingt das sinnvoll und auch technisch machbar.
[…]
Engels: Nun, im Zweifelsfall könnte es auch so laufen, dass der Bürger überhaupt keine Behördenpost mehr, die er online bekommt, öffnet und da auch drauf verweist, dass er nun einmal nicht in irgendeiner Form in so einen Verdacht und in solch eine Ausspähung geraten will.

Schünemann: Wenn man sich genau anguckt, wie die rechtlichen Regelungen sein werden, dann bin ich ganz sicher, dass diese Verunsicherung der Bevölkerung nicht gegeben sein wird und es geht ja auch um Terrorismusverdacht, und da kann man sich nicht vorstellen, dass man dann überhaupt keine Behördenpost über Mailverkehr dann öffnet. Das ist eine theoretische Diskussion, die jetzt geführt wird, weil man es einfach vielleicht nicht will, und das kann nicht der Hinderungsgrund sein.

Neben dem Geschwafel von einer „islamistischen“ Bedrohung, was dreist gelogen ist, schließlich hat bisher kein „Islamist“ einen Anschlag in Deutschland verübt, wird auch von Schünemann versichert, dass es bloß zehn bis zwölf Menschen pro Jahr werden, denen die Festplatten ausspioniert werden. Für wie bescheuert hält uns Schünemann eigentlich? Es gab schon längst Einsätze des „Bundestrojaners“, doch nicht gegen mutmaßliche „Islamisten“, sondern unter anderem gegen einen Hamburger Künstler. Dabei wurde nicht nur die Festplatte des Opfers durchschäubelt, sondern es wurden auch falsche Beweise auf die Festplatte gespielt.

Von wegen gefährliche Terrormusels! Auch und gerade der deutsche Durchschnittsdepp sind in Gefahr plötzlich online die Hosen herunterlassne zu müssen.

Es gilt also schärfer denn je: Niemals den Anhang einer Mail öffnen, wenn ihr den Absender nicht persönlich kennt und schon gar nicht auf einen Link in einer unbekannten Mail klicken. Dies gilt erst recht bei Mails, die angeblich von Behörden stammen. Anstatt sich wie sonst ein vergleichbar harmloses Virus einzufangen, das „nur“die Festplatte löscht, oder Geld durch Phisher zu verlieren, kann es nun passieren, dass plötzlich die Kripo vor eurer Tür steht, obwohl ihr euch keines Verbrechens schuldig gemacht habt.

Lehre ist Formfehler – Nachtrag

August 30, 2007

Da war die „taz“ wohl ein wenig zu optimistisch, als sie von achteinhalb Jahren Haft für den Leiter des Verhörzentrums von Abu Ghraib Steve Jordan schrieb. Richtig ist nämlich null Jahre. Genau, null, gar nichts, er wandert nicht ins Gefängnis, kassiert bloß eine Rüge.

Der erste und einzige Militärprozess gegen einen US-Offizier im Folterskandal von Abu Ghoreib ist ohne eine Gefängnisstrafe zu Ende gegangen. Das Militärgericht erteilte Oberstleutnant Steven Jordan (51) am Mittwoch auf dem Militärstützpunkt in Fort Meade im Bundesstaat Maryland lediglich eine Rüge.
[…]
Mit dem Urteil ist dreieinhalb Jahre nach Bekanntwerden des Folter- und Misshandlungsskandals die juristische Aufarbeitung abgeschlossen.

Das war’s. Jordan kommt davon, Rumsfeld wird nicht einmal angeklagt und niemanden stört es, dass irakische Gefangene von amerikanischen Soldaten (Die Truppe, die laut Bush für Menschenrechte im Irak kämpft) gefoltert, vergewaltigt und getötet wurden, am allerwenigsten die Richter. Ein schönes Beispiel, wie die Kontrolle der Exekutive durch die Jurisdiktion funktioniert. Schön wie eine eitrige Wunde.

Update: Infowars hat einen allgemeineren Artikel zu Folter, den man allerdings vor allem aufgrund der Bilder nur lesen sollte, wenn man keinen schwachen Magen hat. Besonders empathische und feinfühlige Menschen sollten diesen Link nicht klicken. Zum Artikel

Linktipps

August 29, 2007

Fefe (immer einen Klick wert) zeigt uns die Finanzpolizik in der BRD.
Der Spiegelfechter über die „Genauigkeit“ der Recherchen von „Spiegel Online“ (die verlink ich bewusst nicht).
Perspektive 2010 sorgt für den Lacher des Tages.
Schließlich zeigt uns noch der Wölkische Beobachter, wie man den „Gammelfleischskandal“ neoliberal betrachtet.

Blinde Mediengläubigkeit

August 29, 2007

Ruhe bitte! Ruhe bitte!
Manchmal fragt man sich, ob sich die Rettungsversuche überhaupt lohnen. Lohnt es sich die Menschen zu retten?
So wie ich die Sache sehe, ist die Intelligenz bereits ausgerottet und es leben nur noch die Idioten.

Die Dummheit und Naivität der Sittenstrolche ist manchmal nicht zu fassen. Ein besonders drastisches Beispiel ist die dreiste Preiserhöhung der Milchprodukte. Die deutsche Presse Propaganda meldete sofort den Grund für die rapide Teuerung: die gelbe Gefahr! „China kauft den Markt leer, darum steigen die Preise“, hieß es so dreist wie falsch. Fragen, wo denn der gigantische Milchüberschuss der deutschen Bauern geblieben sei, und warum die Chinesen eigentlich Milch kaufen, wenn 93 Prozent der chinesischen Bevölkerung an einer Laktoseintoleranz leiden und den Milchzucker mangels Enzym gar nicht verdauen können, wurden einfach mal überhört; Vermutungen, dass die Preise einfach aus Profitgier erhöht wurden und China nichts damit zu tun habe, als Verschwörungstheorie abgetan. „Es muss stimmen, dass die Chinesen hinter der Teuerung stecken, es stand doch in den Zeitungen!“, sagt der Muss-lim vorhersehbar und alle Sittenstrolche schließen sich ihm an. Stand ja auch im Spiegel, dass die Chinesen gefährlich sind und so…

Nun meldet allerdings die AP, dass die Behauptung vom Durst der Chinesen auf Milch der letzte Käse ist:

Der asiatische Markt spielt demnach dagegen in den direkten Handelsbeziehungen nur eine untergeordnete Rolle: So gingen etwa in die Volksrepublik China und Indien zusammen lediglich 0,1 Prozent der deutschen Exporte von Milch und Milchprodukten, wie die Statistiker mitteilten.

Aber sicher wird auch das von den Sittenstrolchen beflissen ignoriert werden, denn es stand ja in den Zeitungen, dass die Chinesen die Milch kaufen.

Hohlköpfe, unerträgliche…

Randbemerkung: Wer das Gekrächze von Eisregen nicht versteht oder die Musik einfach zum Göbeln findet, kann den Text hier ganz ohne Black Metal-Sound lesen.

Der Muss-lim

August 29, 2007

Der Muss-lim ist eine Sonderform des Sittenstrolchs, dessen Leben von psychischen Zwängen bestimmt ist. Kennzeichnend für den Muss-lim sind die vielen „muss“-Formen in der Sprache und im Denken („Ich muss das doch machen…“, „Du musst dich an die Gesetze halten“, …), sowie seine irrationale Handlungsweise, die nicht selten seinen Mitmenschen schadet und ihm meist auch nicht zum Wohl gereicht. Dass man muss ist seine einzige Begründung für jede Handlung, einen rationalen Grund kann er nicht nennen. Obwohl sein Verhalten dem eines Zwangsneurotikers gleicht, sieht sich der Muss-lim dem Neurotiker überlegen, da dieser aus der Sicht des Muss-lims irrational handelt und eigentlich nicht müsste, wohingegen der Muss-lim ja unbedingt muss.

Deutsche Waffen, deutsches Geld…

August 29, 2007

…morden mit in aller Welt.

In etwas globalerem Rahmen, die taz:

2006 hat Deutschland für 3,8 Milliarden Dollar Waffen exportiert. Und dies ist doppelt so viel wie noch 2005. Nur die USA und Russland haben mehr Rüstungsgüter und Waffen ins Ausland verkauft. Deutschland hat doppelt so viel Waffen exportiert wie Frankreich.
[…]
Viele Waffen landen auch in Krisengebieten, in Asien, den Nahen und Mittleren Osten, teilweise über Umwege. Man muss fragen, ob die Devise, dass wir keine Waffen in Spannungsgebiete liefern, überhaupt noch gültig ist.
[…]
Weltweit werden heute über 90 Prozent der in Kriegen getöteten Menschen mit Kleinwaffen getötet. Wir meinen, dass es schändlich ist, wenn Deutschland direkt oder über Umwege Waffen in Konfliktgebiete liefert. Schauen Sie, wie die deutschen Waffen beispielsweise in den Sudan gelangt sind. Niemand kann kontrollieren, ob und wie Waffen weitergeliefert werden.

Das sind nur ein paar Auszüge aus dem Interview mit Wolfram Wette. Es lohnt sich aber selbiges komplett zu lesen.

Rechts so!

August 28, 2007

Alarmschrei (der hat auch so einen lustigen Affen im Header) über die Behandlung von rechten und linken Verdächtigen in der Bananenrepublik Deutschland.

Es kommt halt nicht nur darauf an, was du tust, sondern auch, wer du bist.

Wie man die Arbeitslosenzahl senkt

August 28, 2007

Na wie wohl? Durch kurzfristige Beschäftigung in Praktika natürlich! Wir leben hier doch nicht im Anarchokommunismus, wo Vollbeschäftigung einfach durch eine Senkung der Arbeitszeit errrecht wird. Was würden die Menschen wohl machen, wenn sie nicht den Großteil ihrer Zeit mit Arbeit beschäftigt werden? Womöglich halten sie sich dann auch noch für fähig, den Kurs ihrer Gemeinschaft mitzubestimmen, oder noch schlimmer, selbst über ihr Leben zu entscheiden!

Arbeitslosengeld-II-Bezieher werden nach Recherchen des ARD-Magazins Report Mainz im Rahmen von Praktika zu unbezahlter Arbeit gezwungen. Der Sender berichtete am Montag vorab, die Betroffenen müßten unter Androhung einer Kürzung ihrer Bezüge oft monatelang auf regulären Arbeitsplätzen arbeiten, ohne dafür entlohnt zu werden.

Das ganze bleibt aber schön günstig, wenn man die Beschäftigungstherapie nicht bezahlt, sondern einfach Zwangsarbeit anwendet. Ob die Neoliberalen das meinen, wenn sie sagen, Arbeitslose sollen auch Arbeit annehmen, „wenn sie schlecht bezahlt ist„?

Absurdikum des Tages

August 27, 2007

Das Merkel reist nach China, um über Menschenrechte, Produktqualität und Klimaschutz zu reden. Und morgen reist Fidel Castro nach Nordkorea und spricht über freie Marktwirtschaft.

Karma?

August 27, 2007

Dass Soldaten etwas kaputt im Kopf sind, weiß man ja, aber wie kaputt die Mordarbeiter tatsächlich sind, hat nun auch das Pentagon gerafft:

Das US-Militär verzeichnet die höchste Selbstmordrate seit 26 Jahren. Besonders viele Soldaten, die im Irak und in Afghanistan dienen, wollen nicht mehr leben. Insgesamt nahmen sich im vergangenen Jahr 99 US-Soldaten das Leben, 28 davon waren am „Krieg gegen den Terror“ beteiligt, berichtete das Verteidigungsministerium in Washington am Donnerstag (Ortszeit).
[…]
Das Pentagon nannte die jüngsten Zahlen am Donnerstag „alarmierend“. […] Nach Angaben des Verteidigungsministeriums leiden 20 Prozent der aktiven US-Soldaten an post-traumatischen Stresssymptomen. Rund 35 Prozent suchen nach ihrer Rückkehr Hilfe wegen körperlicher und seelischer Probleme. Die Armee habe kürzlich die Zahl ihrer Psychologen und Geistlichen um 25 Prozent erhöht.

Zudem gebe es zahlreiche Kampagnen, damit Soldaten bei sich und ihren Kameraden bedrohliche Ängste und Depressionen erkennen und Hilfe suchen. Oft geschehe dies nicht, weil „schwache“ Soldaten um ihren Ruf und ihre Karriere fürchten. US-Marines sind durchschnittlich 18,5 Jahre alt.

Wenn sie in den Krieg geschickt werden, sind sie häufig „weder erwachsenen genug noch haben sie die sozialen Fähigkeiten, um mit schwierigen Situationen fertig zu werden“, sagt Veteran Larry Stratton in einer Studie auf der Web-Site „Suicide Reference Liberary“.

Stetiges schädliches Handeln wirkt sich auch negativ auf einen selbst aus. Natürlich verwundert es nicht, dass die Machthaber der VSA skrupellos genug sind, neben den über 650.000 Leben, die sie allein im Irak haben beenden lassen, auch die Zerstörung der Leben derer, die für sie die Drecksarbeit übernommen haben, in Kauf zu nehmen. Mitleid kann ich mit den Tötungsmaschinen allerdings keines empfinden.

Zugleich wollen sie das Image eines „hart wie Leder Kriegers, unantastbar für Schmerzen“ erfüllen, „was es schwierig macht, über Probleme zu reden“.

Das heißt doch eigentlich anders, oder? War das nicht Hart wie Kruppstahl, flink wie Windhunde und zäh wie Leder?

Lehre ist Formfehler

August 27, 2007

Rund drei Jahre nach dem Bekanntwerden von Misshandlungen im Gefängnis Abu Ghraib im Irak hat der Prozess gegen den einzigen angeklagten US-Offizier begonnen. Das Militärgericht ließ am Montag zwei der schwersten Anklagepunkte wegen eines Formfehlers fallen. Damit drohen dem früheren Direktor der Verhörabteilung des Gefängnisses bei Bagdad, Oberstleutnant Steven Jordan, statt mehr als 16 Jahre Haft lediglich noch achteinhalb Jahre.

Hat irgendjemand auch nur eine Sekunde daran gezweifelt, dass es anders als so laufen würde? Ein „Formfehler“ und der einzige angeklagte Offizier im Prozess betreffend der von Donald Rumsfeld zumindest gebilligten, wenn nicht gar angeordneten Folter in Abu Graibh kommt mir ein paar jahren Haft davon, die er wahrscheinlich sowieso nicht voll absitzen muss. Dem drahtziehenden Kriegsminister bleibt natürlich jede Konsequenz erspart. Da sieht man wieder, was man von der „Justiz“ halten kann.

Wer die Überschrift nicht versteht, der schaue bei den Buddhisten:

Form ist Leere, Leere ist nicht verschieden von Form, noch ist Form verschieden von Leere, in der Tat, Leere ist Form.

Sterben verboten

August 27, 2007

Die niedersächsische Landesbischöfin Margot Käßmann beobachtet, dass eine steigende Anzahl von älteren Menschen keine Lust mehr hat, in Pflegeheimen dahinzuvegetieren und daher ihrem Leben ein Ende setzen wollen. Das ist für sie als Trägerin der autoritärsten Form von Ideologie natürlich viel zu freiwillig und sie rennt erstmal zur höheren Macht (Nein, nicht der, sie will ja, dass da tatsächlich was passiert).

Immer mehr Menschen würden älter und damit lebensmüder, sagte Käßmann. Wenn Sterbevereine da eine schnelle Lösung vorgaukelten, müsse der Staat einschreiten.

Offenbar kann sich die Bischöfin nicht vorstellen, dass das würdelose Leben, das viele Rentner in der BRD führen, jede Lebenslust einfach abtötet, und sieht daher nur das Alter der Betroffenen als Grund für ihren Todeswunsch, frei nach dem Motto: „Genug ist genug.“

Anstatt aber den Lebensunmut der Rentner zu mindern, indem sie sich für bessere Lebensbedingungen oder meinetwegen auch eine höhere Rente einsetzt, fordert sie jedoch typisch deutsch, einfach die Dignitas zu verbieten, denn das geht ja nicht, dass Leute einfach so selbst entscheiden, wann sie sterben, dann herrscht ja Chaos und Anarchie.

Absurdikum des Tages

August 26, 2007

Die Linke kritisiert die Schmutzkampagne der SPD, indem sie sie mit den Diffamierungskampagnen der SED vergleicht.
Ein rhetorisches Manöber der Marke „Du bist so hässlich, du könntest glatt ich sein!“

Der Irrtum von den extremistischen Religionen

August 25, 2007

Fällt bei einer ernstgemeinten Diskussion oder einem Disput das Thema Religion den Disputanten und sonstigen Tanten in den Schoß, fällt schon bald einem Aktiven des Disput-Tands auf und ein, dass Religion immer totalitär sei und absolut gelten wolle. Das sei eben so, weil das kenne man ja und so fort. Jedes Mal beruft der Disputant sich dabei, wenn auch meist nur im Inneren seiner selbst, den diese Position wird gemeinhin geteilt, auf das Christentum, auf das diese Eigenschaft unzweifelhaft zutraf und -trifft. Zwar ist der christliche Klerus von seinen Methoden seit dem Mittelalter ein kleines Stück abgewichen, vor allem was Zahl der Opfer und Häufigkeit der „Interventionen“ anbelangt, doch bleibt die bevorzugte Strategie der Pfaffen Furcht und Feuer, das Einschüchtern der bereits Gläubigen auf der einen und das bekämpfen der Ungläubigen auf der anderen Seite. In Gegenden dieser Welt, die das massenweise Umbringen von „gottlosen Heiden“ aufgrund irgendeines rechtlichen Firlefanzes nicht gestattet und sogar mit Gewalt verfolgt sehen sich die Volksvergifter gezwungen, ein weniger offen schädliches Image an den Tag zu legen. Als „geistliche und moralische“ Instanz schaden sie nicht mehr dem Leben auf physische, sondern auf psychische Weise, welche nur von einer Minderheit als die Gehirnwäsche erkannt wird, die sie in den Augen ihrer Feinde zweifellos darstellt. Doch das wird meist nicht als Grund für den Extremismus des Christentums angeführt, eher das Kondomverbot des Papstes oder die verklemmte Sexualmoral, die nicht zu Enthaltsamkeit, sondern zu Paraphilie und Geschlechtsverkehr ohne jegliche Aufklärung führten. Aber auch das wird nur in seltenen Glücksfällen als Begründung für die extremistische Religion herangezogen. „Nein, die Pfaffen sind doch keine bösen Menschen!“ heißt es von den kirchlich Geschädigten, welche un beweisen, dass man Kirchgängern besser keine Entscheidungsgewalt überlässt, was als gut und böse gelte in dieser Gesellschaft.

Nein, nein, wenn jemand die These vom Extremismus der Religionen erbricht und somit pauschal alle Religionen, Glaubensgemeinschaften und sonstige Hinterweltspinner als Ideologien voller Intoleranz, Mordgier und Geisteszerstörung abstempelt, dann hat er meist, neben dem harten Kern des Christentums, den erzkonservativen Vatikanevalsbewohnern, den bibeltreuen evangelikalen und den akut selbstmordgefährdeten Sekten natürlich nur einen Glauben im Sinn: den Islam. Wenn man Religion pauschal verdammen möchte, bieten sich fusselbärtige Hohlköpfe mit Bombengürteln an wie eine thailändische Pros Touristenbetreuerin. Dabei ist es dann auch nicht von Interesse, dass die langbärtigen Bombenleger nicht Krankheit, sondern Symptom sind und dass wie im Christentum die geistigen Brandstifter loszuwerden sind.

Meistens kommt eine solche Behauptung, es sei nun einmal in allen Religionen der Hang zur Diktatur festzustellen von Seiten eines Philisters, eines Spießbürgers, der selbst Moral und Herrschaft der Pfaffen über sich akzeptiert hat und nun die Schandflecken seiner Ideologie mit den Flecken anderer Religionen zu überdecken versucht. Es geht dabei nicht um eine Abkehr von den Religionen, sondern um eine Verteidigung des Christentums. „Es ist ja in den anderen Religionen genauso schlimm.“ In der Mehrheit der Fälle schafft es der sittliche Strolch seine Zuhörer sogar davon überzeugen, dass es im Christentum noch viel besser sei, als bei „den anderen“, was man ja daran sähe, dass es „im Islam“ noch viel schlimmer zugeht als „bei uns“, was ihm recht gut gelingt, solange der Zuhörer als einzigen Vergleichspunkt den Islam wählt. Die Situation ist in Gegenden, in denen der Islam die vorherrschen Religion stellt und von der Mehrheit als unumstößliche Wahrheit akzeptiert wird, jedoch nicht im Islam schlimmer, denn ausgehend von der eigentlichen Ideologie findet sich im Islam, d. i. im Koran bedeutend weniger deutlich menschenfeindliches Material, als im Christentum, d. i. in der Bibel. Dass in Gegenden, deren Bewohner sich von Volksverhetzern eine durch und durch theokratische Hierarchie haben aufbuckeln lassen, die Qualität der Lebensbedingungen noch unter der in den chrislichen Landen liegt, hat wenig bis gar nichts mit der durchgehenden erhofften Absolutie der Religionen zu tun, sonmdern lässt sich eher darin begründen, dass in den erstgenannten Gegenden keine Aufklärung stattfand, die dann zu für ein friedfertiges Miteinander essentiellen Ideen wie Toleranz und Autonomie hätte führen können. Und nur weil deren Hassprediger häufiger in den Nachrichten auch als solche bezeichnet werden, als unsere heißt das noch nicht, dass wir keine hätten.

Doch wäre es nun ein Fehlschluss, zu glauben, „die Religionen“ stellten sich pauschal und in ihrer Gesamtheit gegen ein friedvolles Zusammenleben, denn Intoleranz und religöse Verfolgung ist außerhalb der Gegenden unseres kranken Planeten, in denen christliche und muslimische Volksverhetzer ihr Gift und ihre Galle verspucken, eher als Seltenheit zu sehen und trat noch nie in einer Form auf, die dem Mordwahn der christlichen Kirche gleichkäme. Pantheistische Heiden sind anderen Göttern gegenüber aufgeschlossener als monotheistische Betonköpfe, da die Vielfalt der Gottesbilder ihnen schon in ihrer eigenen Ideologie in die Wiege gelegt wurde. Und gottlose Religionen wie Buddhismus oder Satanismus befinden sich von vornherein nicht im Kampf um die Vorherrschaft ihres Gottes, da das in Ermangelung eines Gottes nicht möglich ist. In diesen Religionen hat sich bereits das atheistische Gottesbild gebildet: Gott als Erfindung der Denkfaulen.

Mügeln oder nicht Prügeln, das ist hier die Frage

August 24, 2007

Ich beginne mal mit was kurzem. Einer neuen Wortschöpfung. Das Wort lautet „vermügeln“. Es klingt nicht ohne Grund wie „verprügeln“, bedeutet auch was Ähnliches, nur dass bei „vermügeln“ ausschließlich Ossis Volldeppen und Ausländer betroffen sind. Die Einen aktiv, die Anderen passiv.