Der übliche Aktionismus

Wie immer, wenn etwas medial Aufregendes passiert oder wie in diesem Fall, beinahe passiert wäre, werden sofort neue umfassende Gesetze eingefordert und die alten Gesetze sollen verschärft werden. Das suggeriert dem Wahlvieh, dass der Staat was gegen das aktuelle Problem tut, also gebraucht wird. In diesem Fall fordert der Polizeistaatsjünger Bosbach auf einen „Straftatsbestand für terroristische Vorbereitungshandlungen“.

«Die dramatischen Ereignisse der letzten Stunden zeigen, dass dringender Handlungsbedarf besteht», sagte Bosbach im Gespräch mit Netzeitung.de. «Das betrifft insbesondere die Bereiche Ausbildung in einem Terrorlager und das Verbreiten von Anleitungen zum Bombenbau via Internet oder in anderer Form.»

Anleitungen zum Bombenbau verbieten? Wie weltfremd ist Bosbach eigentlich? Im Chemieunterricht des Gymnasiums kann man erfahren wie man eine Bombe baut, ganz zu schweigen von einem Chemiestudium. Wird nun das Fach Chemie an allen Schulen gestrichen oder hören deutsche Schüler bald von ihrer Chemielehrkraft: „Tut mir Leid, Leute, heute sollten wir eigentlich Seifen behandeln, doch dabei könntet ihr erfahren, wie man Napalm herstellt, also fällt der Untericht aus.“?

Es ist absolut irrational, zu glauben, man könnte die Verbreitung von Wissen verhindern. Das kann man schon gar nicht, wenn dieses Wissen bereits in der Schule verfügbar ist. Aber das schert blinde Aktionisten wie Bosbach nicht, es geht einzig und allein darum, vorzutäuschen, man würde etwas für die Sicherheit tun.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: