Religiös bedingte Zensur

Die religiöse Rechte zeigt sich heute einmal von der ganz schnellen Seite. Vier Jahre nach der Erstausstrahlung, bemerkt Ede Stoi(problem)ber, dass in der Serie Popetown der Papst verspottet wird. Naja gut, die Jahre gingen wohl für die „Ähhh…“s drauf, die dieser rhetorische Rohrkrepierer vor, nach und während jedes Satzes anfügt. Auf jeden Fall soll deswegen jetzt Gotteslästerung stärker bestraft werden.

Bayern strebt nach Medien-Berichten eine Verschärfung des sogenannten Gotteslästerungsparagrafen an. Justizministerin Beate Merk (CSU) habe einen entsprechenden Gesetzesvorschlag vorgelegt. Der Entwurf werde derzeit in der Landesregierung abgestimmt. Danach wolle Merk eine Bundesrats-Initiative zur Änderung des Paragrafen 166 Strafgesetzbuch auf den Weg bringen.

Wo man hinkommt, wenn man religiöse Interessen über die Interessen der Masse stellt, kann man an unschönen Kapiteln der europäischen Geschichte, sowie Regionen dieser Erde, die man als „steinzeitislamistisch“ bezeichnet, sehen. Menschen, die einen zum Himmel schreienden Unfug verbreiten, sollten immer und in jeder fundierten Form (ja auch und gerade durch Satire) kritisiert werden. Das trifft auf den Papst (auf den gegenwärtigen, wie auch auf die anderen) definitiv zu. Die Meinugsfreihgeit durch Zensur einzuschränken ist niemals eine Maßnahme, die sich irgendwie positiv auf die Betroffenen Bürger auswirkt. Diese Schnapsidee sollte gestoppt werden, bevor man sich daran gewöhnt, dass man nicht mehr alles sagen darf, sonst landen wir schlimmstenfalls Schritt für Schritt wieder im Faschismus. Bei diesem Gesetzentwurf kann man nun zeigen, ob man den Spruch „Kein Fußbreit den Faschisten!“ ernst nimmt oder das alles nur leeres Gerede ist. Und wir haben den Faschisten schon genug Schritte gestattet.

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Eine Antwort to “Religiös bedingte Zensur”

  1. Shinobi No 5 Says:

    Wie schon bekannt: „Ich fürchte mich nicht vor der Rückkehr des Faschisten in der Maske des Faschisten, sondern vor dessen Rückkehr in der Maske des Demokraten.“

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