Die Sonntagsfrage

Unter dem Motto «Gott sei Dank, es ist Sonntag» haben die christlichen Kirchen am Mittwoch eine Kampagne zum Schutz ihres Feiertages gestartet. Die bundesweite Initiative richtet sich vor allem gegen die Öffnung von Geschäften am Sonntag.
[…]
Die Kampagne «Gott sei Dank, es ist Sonntag» ist eine gemeinsame Initiative der EKD und der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland. Sie bietet interessierten Gemeinden und Einrichtungen Materialien für die Öffentlichkeitsarbeit an, zum Beispiel Plakate für Schaukästen und Broschüren. Ergänzt wird das Angebot durch eine Internet-Seite mit Texten und Tipps zur Gestaltung des Sonntags – von der Teilnahme am Gottesdienst über den Zoo-Besuch bis hin zum Wellness-Tag.

Es überrascht niemanden, dass die Kirchen sich gegen eine frei Nutzung von angeblich ihrem heiligen Tag stellen. Den Denkbremsen, die den Klerus dieser bestenfalls schrulligen, schlimmstenfalls tödlichen Religion stellen, kommt es überhaupt nicht in den Sinn, dass es in Deutschland auch Leute gibt, die sich nicht ihrem Diktat unterworfen haben, und deswegen der Meinung sein könnten, dass sie ihren Sonntag so gestalten könnten, wie es ihnen gerade passt. Nein, wenn diese Leute schon nicht in die Kirche gehen, denken sich die Pfaffen, dann sollen sie wenigstens das tun, was wir für die vorsehen. Das befriedigt ihren Allmachtsanspruch über „ihre Schäfchen“ wenigstens teilweise. Es geht mir nicht darum, dass es keinen Ruhetag geben soll. Dieser ist notwendig, ansonsten kämen irgendwelche manchesteroiden Ausbeuter noch auf die Idee, ihre Angestellten könnten sieben Tage die Woche für sie arbeiten. Ein Ruhetag macht natürlich Sinn, doch sollte in einem Staat, der sich selbst als von der Kirche getrennt betrachtet, dieser Ruhetag nicht zwangsweise auf dem Sonntag liegen, oindern auch sosntwo liegen können. Gerade für Menschen, die der christlichen Religion nicht angehören, sollte der Sonntag einzig und allein ihre Sache sein. Und wenn diese Leute meinen, sie wollten am Sonntag einkaufen, dann sollten sie das auch dürfen. Jemandes Freizeitplanung aufgrund irgendwelcher Spinner einzuschränken ist jedenfalls nicht mit der Religionsfreiheit zu vereinbaren, was einmal mehr offenbart, wie gut es mit selbiger in unserem Staat bestellt ist.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: