Schäuble im Interview

Die Highlights:

Wir kennen das seit einiger Zeit. Und vor 30 Jahren sind deutsche Terroristen der RAF in Palästinenserlager gereist und haben sich ausbilden lassen. Aus der Zeit von Baader/Meinhof wissen wir übrigens auch, wie schnell Terroristen lernen. Deshalb hatten wir Ende der achtziger Jahre keine Fahndungserfolge mehr. Wenn ich heute sehe, wie die Terroristen aus unseren öffentlichen Debatten lernen, fürchte ich manchmal, dass die Bedrohung nicht ab-, sondern zunimmt.

Da stellt der „islamistische“ Terror wohl eine Ausnahme, immerhin werden diese leute nicht schlauer, sondern eher von Tag zu Tag dümmer, wenn man sich die Entwicklung der Anschläge vom 11. September über die Madrider Anschläge (beides noch recht bedrohlich) zu den Kofferbombern, deren „Bomben“ bestenfalls eine Stichflamme hätten erzeugen können, und den Bleichmittelbombern, die, wenn sie überhaupt die weiteren nötigen Zutaten für ihr TATP bekommen hätten (was bei Aceton ja nun mehr als nur fraglich ist), sich beim anmischen oder transportieren desselben sich in die Luft gejagt hätten.

Seit fast allen klargeworden ist, dass es hier nicht um eine Dauerüberwachung à la George Orwell geht, gibt es in der Bevölkerung eine Zweidrittelzustimmung.

Die gibt es wohl eher, weil die Verhaftung, Hysterie in den Medien und das angeblich so einfach Herstellen von Bomben die Menschen in einen Zustand von Angst und Paranoia versetzt haben. Aber schön, dass Schäuble seine Inspirationsquelle offenbart hat. Selbst wenn nur gegen Leute vorgegangen wird, die sich durch Kommunikation über Terroranschläge verdächtig gemacht haben, kann wird es trotzdem noch jede Menge Unschuldiger treffen. Wo wir gerade von Paranoia reden:

Erinnern Sie sich an die Zeit unmittelbar nach dem 11. September, als die Angst existierte, nun könnten chemische oder biologische Anschläge folgen. Einen vollständigen Überblick haben wir auch heute nicht. Die größte Sorge aller Sicherheitskräfte ist, dass innerhalb des terroristischen Netzwerkes ein Anschlag mit nuklearem Material vorbereitet werden könnte. Viele Fachleute sind inzwischen überzeugt, dass es nur noch darum geht, wann solch ein Anschlag kommt, nicht mehr, ob. Wir sind bedroht und bleiben bedroht.

Natürlich gilt nicht nur für Harms, dass man sich nicht fragt, wie gefährlich eine Bedrohung denn konkret ist, sondern nur, wie gefährlich eine erfundene abstrakte Bedrohung unter den hanebüchensten Umständen werden könnte. Im gleichen Atemzug findet Schäuble den möglichen ABC-Waffenterrorismus allerdings wieder nicht so schlimm:

Aber ich rufe dennoch zur Gelassenheit auf. Es hat keinen Zweck, dass wir uns die verbleibende Zeit auch noch verderben, weil wir uns vorher schon in eine Weltuntergangsstimmung versetzen.

Na, was denn nun? Ist die gefahr groß genug, um sich darüber Gedanken zu machen, oder haben wir es nur mit einem Hirngespinst zu tun, das wir nicht beachten müssen? Der Mann weiß anscheinend selber nicht mehr was er redet…

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2 Antworten to “Schäuble im Interview”

  1. Einfach mal wild drauflos quasseln « Kurokasai Says:

    […] ist, es geht nur darum mal alle Fantasien, die einem gerade im Kopf herumspuken, seien es nun schmutzige Bomben (die nur durch ihre abstrakte “Bedrohung” gefährlich sind, nicht durch irgendwelche […]

  2. Noch dümmer, als die Deutschen « Kurokasai Says:

    […] dümmer, als die Deutschen Wer glaubt, dass deutsche “Terroristen” dumm wie Weißbrot wären, der kennt ihre Kollegen von auswärts noch nicht. Zum Beispiel ein Geselle, der sich in […]

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