Umkehr der Beweislast

Wenn man keine Argumente hat, kann man als letzten Strohhalm immer noch die Beweislast umkehren und, anstatt Bewesie für die eigenen Behauptungen vorzulegen, die Belegung für das Gegenteil fordern. Eine solche „Argumentation“ ist zwar Gift für eine Diskussion und nur denkbefreite Knallchargen fallen auf diesen rhetorischen Taschenspielertrick herein, doch von dieser Sorte gibt es leider zu viele. Darum findet man immer wieder Menschen, die eine solche Taktik einsetzen, um zu verschleiern, dass sie ihr Handeln nicht auf Fakten, sondern auf Fantasien begründen.

„Nicht die Welt muss Iran beweisen, dass Iran die Atombombe baut. Iran muss die Welt überzeugen, dass es die Atombombe nicht will.“ Deutschland setze gemeinsam mit den Partnern auf eine diplomatische Lösung, sagte Merkel. Deutschland werde sich aber, sollte Iran nicht einlenken, entschieden für weitere, schärfere Sanktionen einsetzen.

Und wie soll der Iran das schaffen? Man kann ein solches Negativum prinzipiell nicht beweisen, das sagt schon die Erkenntnistheorie. Aber es braucht ja angeblich keine wirklichen Beweise, nur überzeugen muss der Iran den Rest der Welt, damit er von amerikanischen Angriffskriegen und israelischen Atomschlägen verschont bleibt (die dürfen seltsamerweise Atomwaffen besitzen und offen damit drohen, sie einzusetzen). Das ist ebenso unmöglich, schließlich, ist er ja in den Augen der Kriegsfetischisten der neue Hitler und wird ja ganz bestimmt lügen wie gedruckt.

Konnte Saddam Hussein die Weltgemeinschaft davon überzeugen, keine Massenvernichtungswaffen zu haben, obwohl er VN-Waffeninsperkteure ins Land gelassen hat? Nein, er fing sich einen Krieg gegen die VSA nebst Vasallenstaaten ein, der über eine Million Menschenleben kostete.

Es ist egal, ob Ahmadi-Nejad öffentlich verkündet, dass Atomwaffen nutzlos sind, oder Khameini den Bau und Gebrauch von Atomwaffen per Fatwa untersagt, die Lager der amerikanischen, israelischen, französischen und deutschen Waffenproduzenten sind voll und wollen geleert werden.

Vergleicht man die Drohungen von heute mit denen, die vor dem Irakkrieg gegen Saddam Hussein erhoben wurden, fällt es schwer, noch daran zu glauben, dass ein Krieg verhindert werden kann.

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2 Antworten to “Umkehr der Beweislast”

  1. Fakten? Brauch ich nicht! « Kurokasai Says:

    […] Bau einer Atombombe entfernt, wenn er denn überhaupt eine bauen wollte, schließlich ist das durch eine Fatwa von Khameini persönlich untersagt, oder könnte, immerhin haben sie nicht einmal spaltbares Material und die Russen scheuen sich […]

  2. Alberner gehts immer « Kurokasai Says:

    […] dieses Einlenken aussehen soll, das hat sie vor den VN schon einmal dargelegt. Der Iran soll die “Weltgemeinschaft” davon überzeugen, dass er keine Atomwaffen will. […]

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