Idiotisch, Vollidiotisch, Patriotisch

So lautet die Steigerung des Verbums „idiotisch“. Und der größte Idiot ist der Patriot, der meint für die Interessen des Kapitals und gekaufter Volksvertreter Volksverräter auf dem Schlachtfeld verbluten zu müssen.

16050 Wehrpflichtige treten am Montag ihren Grundwehrdienst bei der Bundeswehr an. Rund 3000 von ihnen haben sich für einen anschließenden zusätzlichen Wehrdienst entschieden und sind zur Teilnahme an Auslandseinsätzen bereit, wie das Verteidigungsministerium am Freitag in Berlin mitteilte.

Das sind ganz eindeutig 3000 zu viel. 3000, die ihr Leben riskieren für Leute, die in ihnen Werkzeuge zur Verwirklichung ihrer Ziele sehen; die ihre Individualität und ihre Selöbsständigkeit aufgeben, um anderer Leute Drecksarbeit zu machen. Den eigenen Tod herbeizuführen ist schon hirnlos genug, aber anderer Leben ohne plausiblen Grund (Bedrohung des eigenen Lebens oder des Lebens geliebter Mitmenschen ohne die Möglichkeit, die Sache nichtlethal zu lösen, wäre ein plausibler Grund) beenden zu wollen (denn das ist es, was man als Soldat zu tun hat: töten), das ist pervers. Es schützt niemanden, in ein fremdes Land einzumaschieren und dort willkürlich Leute zu erschießen. An Beispielen, wie den VSA, sieht man, dass man sich dadurch eher mehr Bedrohungen für seine Zeitgenossen anschafft, von denen jeder betroffen ist, der bei dem Unsinn mitmacht. Jemanden tödlich anzugreifen, obwohl man keinen verdammt guten Grund dafür hat, ist verwerflicher als Mord in meinen Augen. Mörder haben zumindest noch einen Grund, sei es aus Geldgier oder das Seelenleben auf radikalste Weise auszugleichen. Das ist zwar ebenfalls zutiefst abzulehnen, doch haben Mörder wenigstens einen eigenen Grund, eine persönliche Intention. Soldaten haben so etwas nicht. Sie geben ihre Persönlichkeit auf und lassen sich zu Werkzeugen von skrupellosen Kriegstreibern machen. Solche Leute Mörder zu nennen, ist schlicht dreist falsch und für Mörder auch eine Beleidigung. Mordarbeiter passt besser.

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Man kommt auch nicht umhin, die Sache psychologisch zu betrachten. Menschen, die an der Waffe ausgebildet werden, haben eine geringere Hemmschwelle und die benötigten Fähigkeiten, eine solche auch einzusetzen, selbst in Situationen, auf die sich die Ausbildung gar nicht beziehen sollte. Dann werden Soldaten sehr schnell doch zu Mördern, während es vielleicht ohne Waffenausbildung bei ein paar nichttödlichen Verletungen geblieben wäre. Wer sich an der Waffe ausbilden lässt, riskiert das Leben derjeniger, die er eigentlich beschützen wollte (Mord richtet sich oft genug gegen nächste Angehörige); wer in andere Länder einmarschiert, tut dies in noch höherem Maße, da er Partisanen auf den Plan ruft.

Einfacher Wehrdienst ist natürlich weitaus weniger gefährlich als Angriffskriege zu führen, da man sein eigenes Leben nicht riskiert, nicht Gefahr läuft, durch ständigen Einsatz von Gewalt gegen Mitmenschen abzustumpfen und keine Widerstandskämpfer hervorruft, die so viel verloren haben, dass es ihnen nun egal ist, was passiert, wenn sie sich nur an den Peinigern rächen können. Wehrdienstleistende müssen es mit ihrem eigenen Gewissen ausmachen, ob sie das Töten lernen wollen, was sich in einer emotionalen Ausnahmesituation möglicherweise mörderisch auswirken kann. Jedoch beim Gedanken an Menschen, die an fremden Küsten aus purer Dummheit einem blutigen Mordhandwerk nachgehen und somit für den Nachwuchs für Al-Kaida sorgt, wird mir schlecht.

So ein lustiges Propagandaposter kann man sich übrigens mit Klick auf hier ganz leicht selber erstellen.

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3 Antworten to “Idiotisch, Vollidiotisch, Patriotisch”

  1. Shinobi No 5 Says:

    Hmmm… für so gefährdet hielt ich mich noch gar nicht, Kuro! Ausbildung an der Waffe… was ist, wenn ich nun mit einem Bleistift schreibe??? Ich bekomme Angst vor mir selbst! ^^ Außerdem würde ich nicht so unbedingt auf den Soldaten rumhacken. Sie sind eben Instrument, wie du sagst, eher eine Erscheinung des Systems. Und die Abgrenzung von normalen Mördern hinkt etwas. Soldaten können durchaus Motive haben. So eben die genannte Patridiotie. Dass solch Ideal Murks ist, ist klar, aber es ist nicht soviel eigenständiger als das Ideal, was sich nur auf die einzelne Person bezieht, oder mehr, als auch auf eine Gesellschaftsform. Viele Soldaten meinen tatsächlich, für ihre Freiheit zu kämpfen. Das sollte man ihnen nicht vorwerfen, das finde ich eher erbaulich! Die Frage, wofür, die du anfangs aufwirfst, das ist natürlich die Frage. Aber da grenzen sie sich eben nicht zwangsweise vom Mörder ab. Jemandem zu töten, das ist endgültig, da gibt es für mich keine wirklichen Abstufungen, insofern es bewusst war. Es mag‘ noch perverser gehen, aber Tod ist trotzdem Tod! Und klar, Macht kann verderben, Fähigkeiten an der Waffe können es auch. Aber nicht die Waffe ist das Problem, sondern die Person, die damit umgeht. Ich stimme aber dir soweit zu: Können sie damit nicht umgehen, sollte man sie lieber gar nicht ausbilden.

  2. Antikomintern Says:

    Du scheinst noch relativ jung zu sein, deswegen möchte ich dir den Rat geben, was aus deinem Leben zu machen und dich weiterzubilden, es ist traurig so einen Quatsch zu lesen.
    Im Wehrdienst „töten“ lernen ist wohl fern der Realität, aber auch dies hätte man sich selbst erschließen können, wenn man sich ausreichend informiert, was denn im Wehrdienst so alles ausgebildet wird, und welchem Zweck dies dient.
    Viele Zivildienstleistenden werden wohl weitaus schlechter behandelt und müssen eher die Drecksarbeit machen, als die Wehrdienstleistenden, außerdem gehen ca 1% derer, die zusätzlichen Wehrdienst leisten wirklich ins Ausland, auch dies hätte man wissen können, wenn man sich ausreichend informiert, bevor man meint seine Meinung kundtun zu müssen.

    Gruß

  3. नितंब Says:

    आपकी साइट पूरी तरह से बकवास है. जो इतनी बकवास मैं अपने वैवाहिक उल्टी बकवास है

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