Fischer, Wahrsager oder Falschsager?

Der frühere Außenminister und Grünen-Vormann Joschka Fischer hat seine Partei vor einem Linksruck gewarnt. „Wir haben eine Stammwählerschaft, die weit in die Mitte reicht. Bei uns haben sich die linken Wähler schon seit längerem verabschiedet“, sagte Fischer dem Magazin „Stern“. „Wenn die Grünen glauben, sie könnten zu einem linken Protestprofil zurück, ohne einen heftigen Preis dafür zu zahlen, täuschen sie sich. Wenn sie klug sind, geben sie unsere neue Wählerschaft nicht auf. Ansonsten kann es schnell gefährlich werden“.

Mit diesen Worten warnt Fischer seine Ex-Parteigenossen. Seine Informationen bezieht er wohl aus seiner Kristallkugel, die bedeutend genaueres Wissen liefert als eine Umfrage von TNS EMNID, welche besagt, dass sich 76% der Grünenwähler links einordnen. Oder hat sich Fischer den Unfug von der Stammwählerschaft der Mitte bloß ausgedacht? Wer Experten und Autoritäten befragt, geht ein großes Risiko ein, nämlich das, dass er nicht weiß, ob die Autorität die Wahrheit sagt, oder aus persönlichen Motiven etwas verheimlicht, verdreht oder verändert. Halbwegs sicher sein kann man nur, wenn man die Worte der Autorität durch eigene Denkleistung nachprüft. Dann braucht man die Autorität aber nicht mehr, weil man seine Informationen auch alleine erringen kann.

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Eine Antwort to “Fischer, Wahrsager oder Falschsager?”

  1. Fakten? Brauch ich nicht! « Kurokasai Says:

    […] Brauch ich nicht! Nach Joschkar Fischer fühlt sich auch Nicolas Sarkozy dazu fähig, Sachverhalte aus einer Kristallkugel zu erfahren und […]

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