Wer ist Terrorist?

Das fragt sich das BKA und hat eine geniale Methodik ersonnen, um herauszufinden, welcher von außen besehene unbescholtene Bürger tief in seinem Innersten ein gefährlicher Sachbeschädigungsterrorist ist und Leib und Leben Autos und Fensterscheiben bedroht.

Wie der Berliner Tagesspiegel am Montag berichtete, wurden etliche Nutzer, die sich im Vorfeld des G-8-Gipfels im Juni auf den Internetseiten des BKA über die angeblich linksterroristische Vereinigung »Militante Gruppe« erkundigt haben, registriert und anhand ihrer Verbindungsdaten identifiziert. Damit seien »weiterführende polizeiliche Ermittlungen wie unter anderem die Identifizierung weiterer Mitglieder der Gruppe ermöglicht« worden, zitierte das Blatt aus einem Vermerk der Behörde.

So kann man dich jede Menge neuer Verdächtiger hinzaubern, falls die alten Terrorismusbegründungen, wie zum Beispiel Hat sich mit wem getroffen ohne vorher telefonischen Kontakt über dieses Treffen mit ihm zu pflegen und Besitzt die notwendigen geistigen Fähigkeiten, um einen Bekennerbrief zu schreiben, sowie Zugang zu einer Bibliothek einfach nicht mehr ausreichen. Die alten Begrüdungen für Verdacht auf „Linksterrorismus“ waren ja schon albern genug, doch sich verdächtig zu machen, indem man sich (zudem auch noch höchstoffiziell auf den BKAinternen Propagandaseiten) über das Terrorgespenst der Hauptstadt informiert; das stinkt so sehr nach Realsatire, dass Kabarettisten einpacken können. Ich warte insgeheim drauf, dass sich die Titanic meldet und verkündet, sie habe die ganze Sache inszeniert.

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Eine Antwort to “Wer ist Terrorist?”

  1. Gewaltmonopolisten « Kurokasai Says:

    […] Begründungen für ihr Handeln, die nach Satire riechen sind wir von der Staatsmacht bereits gewohnt, doch das ist ein neuer Tiefpunkt in der Geschichte der Exekutive. Ebenso furchtbar ist es, dass ein Vergehen, das nicht einmal des Ermittelns lohnt, leichte Sachbeschädigung nämlich, einen Polizeieinsatz nach sich zieht, den man in einem Rechtssaat niemals erwarten würde, und der in völliger Menschenverachtung auf die Traumatisierung der Familie abzielt: O-Ton: Petra Lindner, Mutter “Ich habe zu dem ersten gesagt, dass mir die Sache zuviel ist, dass ich nervlich am Ende bin, und dass ich total überfordert bin mit dem Ganzen. Da hat der Polizist gesagt: ‘Aus diesem Grunde machen wir das, damit die Leute von der ganzen Situation her überfordert sind und dann Sachen ausplaudern, die sie sonst nicht sagen würden.’” […]

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