Denken verboten

Dass Christen, und gerade erzkonservative Vertreter dieser Sekte, keinen Spaß mit ihrer Religion verstehen, beweisen sie ja oft genug. Besonders die CSU bestätigt immer wieder gern durch Versuche, die Bestrafung von Gotteslästerern zu verschärfen, sämtliche Vorurteile über ihre Religion. Und es ist wieder so weit, und wieder haben sie keine neuen Argumente oder meinen gar einen Grund vorbringen zu müssen, um Gotteslästerung schärfer zu bestrafen.

Die Initiative, die der taz vorliegt, sieht vor, Paragraph 166 des Strafgesetzbuchs zu verschärfen, der die Beschimpfung von Bekenntnissen mit Geldstrafe oder Haft bis zu drei Jahren bedroht. Bayern will die Schwelle der Strafbarkeit absenken, um vor allem die Verspottung des christlichen Glaubens leichter bestrafen zu können.

Das wär eigentlich noch keine Erwähnung wert, doch haben sich die lebenden Fossilien noch eine Neuerung ausgedacht, um ihren Glauben vor Kritikern zu schützen:

Bayern will zwar am Rechtsgut des öffentlichen Friedens festhalten, aber im Gesetz klarstellen, dass dieser schneller gefährdet sein kann, als bisher von den Gerichten angenommen. So soll es reichen, dass ein Theaterstück oder eine Fernsehsendung das „Vertrauen der Betroffenen in die Achtung ihrer religiösen Überzeugung beeinträchtigen“ kann oder dass „bei Dritten die Bereitschaft zu Intoleranz gegenüber dem Bekenntnis“ gefördert werden könnte. Die Formulierung ist also denkbar weit.

Nach Definition in diesem Gesetzesentwurf ist es bereits strafbar, jemanden auf die Widersprüche der Bibel aufmerksam zu machen, oder die Evolutionstheorie zu erläutern. Ein bloßer Anstoß zum Denken müsste ebenso strafwürdig sein, denn über die Religion nachzudenken, oder gar die Wurzeln des Christentums zu erforschen, gibt einigen Aufschluss über deren Wahrheitsgehalt.

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