Rückwärts in der Geschichte

Wer meint, meine Warnrufe vor der Wiederkehr des Faschismus seien verfrüht oder paranoid, der lese die Erfahrungen, die ein Muslim mit der staatlichen Schlägerbande (bürgerlich: Polizei) machte:

Um kurz vor 22:00 am Donnerstag klopften Kriminalpolizisten an die Haustür und hätten diese fast eingetreten, wäre ich nicht schnell genug aus dem Badezimmer zur Tür geeilt. Sie wiesen sich erst aus, als sie im Haus waren. Ein Durchsuchungsbefehl wurde an keiner Stelle vorgelegt, mein Einwand, dass meine Ehefrau sich noch bekleiden wollte wurde ebenso wie mein ausgestreckter Arm beiseite geschoben. Drei Polizisten rannten die Treppe im Ferienhaus zu den Schlafzimmern hoch, während der Einsatzleiter sich mit uns aufs Sofa setzte und zu erklären versuchte, warum sie so hereingeplatzt kamen:

Offensichtlich wurde zuvor die Polizei in Walsrode über die schwerwiegende Tatsache informiert, dass ein “orientalisch aussehendes” Pärchen “nachts” und “ohne Auto” nach Hamwiede kam und sich dort bereits seit Samstag aufhielt. Diese drei “Indizien” waren Grund genug für die Polizeiinspektion Soltau-Fallingbostel, acht Kriminalpolizisten zu mobilisieren und sie taktisch ausgerüstet (inklusive schußsicheren Westen) zu unserem Hauptquartier zu schicken. Vier davon haben das Haus umzingelt, während die anderen vier das Haus durchsucht haben.

(via und via)

Was geht in den Köpfen von Menschen vor, die „orientalisches Aussehen“ als Verdachtsmoment, der eine Hausdurchsuchung rechtfertigt, angeben? Mir fällt ein sehr treffendes Wort für solches Denken ein; es lautet Rassismus. Wenn es bereits möglich ist, einen Muslim mit derariger staatlicher Willkür zu behandeln, dann ist es nur noch ein sehr kleiner Schritt, bis wieder Zustände aus der dunkelsten Epoche dieses Staates aufleben

Natürlich werden sich die verbalinkontinenten Hyänen von PI einen Ast abfreuen über diesen Vorfall Überfall. Die PIssnelken bereiten sich geistig ja schon auf die nächste Reichspogromnacht vor. Und ebenso natürlich werden sich die Sittenstrolche in Verharmlosung und Rechtfertigung dieser rassistischen Aktion üben. „Zur Verhinderung eines möglichen Terroranschlags“ werden sie sagen, und dass „die Rechte von Terroristen nicht geachtet werden dürfen“, um dabei gleich einmal zu ignorieren, dass nicht in das Haus eines „Terroristen“ eingebrochen wurde, sondern dass eines unbescholtenen Menschen. Auch werden sie sagen, „dass der Staat auf Nummer sicher“ gehen müsse „bei Terroristen“, dass es besser sei, „wenn ein paar Unschuldige eine Hausdurchsuchung erführen, als dass Terroristen unentdeckt arbeiten könnten“. Das ist keine Satire, es entspringt nicht bloß meinen Gedanken; ich hatte tatsächlich das zweifelhafte Vergnügen mit solchen Leuten zu diskutieren.

Jede Verharmlosung, jede bloße Hinnahme oder gar Rechtfertigung dieses Vorgehens verfestigt den Weg, der zurück ins dritte Reich führt. Ich werde jedenfalls so vielen Leuten wie möglich diesen Fall vor Augen halten; denn es wäre schon ein kleines Wunder, wenn darüber in den Massenmedien berichtet würde. Was immer man tun kann, um solches Verhalten seitens der Staatsgewalt zu unterbinden, man sollte es tun. Jedenfalls, wenn man ein Interesse daran hat, dass Menschen „orientalischen Aussehens“ ein halbwegs angstfreies Leben in der BRD führen können. Ich möchte zumindest nicht mitansehen müssen, wie meine Nachbarn einen plötzlichen Eingriff in ihre Privatsphäre oder Schlimmeres erfahren, weil Staatsdiener ihren Rassismus ausleben.

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Eine Antwort to “Rückwärts in der Geschichte”

  1. Too Much Cookies Network » Von Trophäen und Peinlichkeiten Says:

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