Verhexte Waagen und gezielt unauffälliges Verhalten

Eine Hexenprobe zur Zeit der Hexenjagd war es, die Hexe zu wiegen, weil man damals annahm, dass Hexen nur wenige Kilogramm wögen (weil sie keine Seele hätten, die so schwer sei und den Großteil des Körpergewichts ausmache). Der Clou war, dass man egal, wie viel die „Hexe“ wog, einen „Beweis“ für das Hexentum hatte, da die „Hexe“ ja im Fall eines normalen Gewichts die Waage verhext hatte. War man einmal als Hexe beschuldigt, war man in den Augen der Staatsgewalt auch eine, egal, was die Probe ergab.

So ähnlich funktioniert auch die Terroristenprobe vom BKA:

Doch trotz Komplettüberwachung, trotz Geruchsproben, Sprachanalysen oder mikrobiologischer Untersuchungen von Aschenbecherinhalten, konkrete Belege für die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung konnten die Beamten bei allen vier Beschuldigten bisher nicht vorlegen. Was die staatlichen Behörden allerdings nicht daran hinderte, weiter zu ermitteln. Schließlich kann man den Mangel an Beweisen noch immer als Zeichen hoher Konspiration deuten. Ein Beispiel für diese Denkweise präsentierte Thomas. Die Abwesenheit des Antifaschisten bei den G-8-Protesten in Heiligendamm wertete die BAW als besonders auffällig, da dies auf gezielt unauffälliges Verhalten schließen lasse, so der Antifaschist, dem die Beteiligung an militanten Aktionen gegen Rüstungsfirmen und Bundeswehrfahrzeugen vorgeworfen wird.

Demokratieverständnis aus der DDR und Polizeiarbeit aus dem Mittelalter; das ist der deutsche „Rechtsstaat“.

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