Alle Sympathie der ETA

Auch die spanische Staatsgewalt foltert ihre Gefangenen. Es ist wieder das unsägliche Waterboarding.

Aussagen von Betroffenen deuten nun darauf hin, daß auch die spanische Guardia Civil von der Methode Gebrauch macht. »Sie sagten mir, daß sie das von den Israelis gelernt haben«, berichtete der baskische Aktivist Gorka Lupiañez im Dezember. Er hatte die Tortur während fünftätiger Isolationshaft erlitten.

Das Agieren der spanischen Staatsgewalt ist anscheinend lebensgefährlich für die Verdächtigen, insofern sie verdächtigt werden, Mitglied der ETA zu sein.

Am vergangenen Sonntag nun nahm die paramilitärische Guardia Civil zwei Männer, Mattin Sarasola und Igor Portu, unter dem Verdacht fest, zur baskischen Untergrundorganisation ETA zu gehören. Portu liegt seit Montag mit Rippenbrüchen und schweren Lungenverletzungen auf der Intensivstation (siehe jW vom 8.1.2008). Sarasola wurde am Montag abend »in einem skandalösen Zustand«, so die rechtsgerichtete Tageszeitung El Mundo, in die Guardia-Civil-Zentrale nach Madrid gebracht. Das Blatt beruft sich auf anonyme Angaben aus der Justizverwaltung.

Spaniens sozialdemokratischer Premier José Luis Rodríguez Zapatero (PSOE) und Innenminister Alfredo Pérez Rubalcaba nahmen ihre Polizisten demonstrativ in Schutz. »Ich mache mir die Version der Guardia Civil zu eigen«, sagte Rubalcaba am Montag im Fernsehen. Demnach hätte sich Portu verletzt, als er sich der Festnahme widersetzte. Dem widersprechen die Familienangehörigen: Bei den Hausdurchsuchungen, die gegen 22 Uhr am Sonntag stattfanden, seien die beiden Festgenommen unversehrt gewesen.

Die üblichen dreisten und kreativlosen Lügen der spanischen Regierung, um das Vorgehen ihrer Schläger zu verschleiern, täuschen niemanden mehr. Es gibt keinen Zweifel mehr, Verdächtige werden in den Gefängnissen Spaniens gefoltert und schwer misshandelt. Der francistische Faschismus ist in Spanien anscheinend noch nicht wirklich vorbei. Dass ein solches Terrorregime nicht sofort aus der EU fliegt, oder die spanische Regierung sich vor der EU zumindest verantworten muss, zeigt ziemlich deutlich, was man in unserer ach so hoch demokratischen Staatengemeinschaft von Menschenrechten hält.

Die Vorfälle in Spanien bekräftigen mich aber in meiner positiven Meinug zur ETA. Diese hat meine ausdrückliche Sympathie. Ja, sie führt Anschläge durch und sie tötet dabei Menschen. Aber im Gegensatz zu „unseren“ Soldaten im Kampf gegen den Terror töten sie kaum Zivilisten und zielen auf ihre Feinde, Machtspersonen des spanischen Staates, Polizisten, Mitglieder der Guardia Civil. Die getöteten (offiziellen) Zivilisten fallen größtenteils ebenfalls in dieses Raster. Es sind zumeist Politker oder Richter. Ich sage nicht, dass es damit schon die richtigen trifft, noch befürworte ich das gewaltsame Vorgehen der ETA. Doch diese „Terroristen“ besitzen in der Wahl ihrer Vorgehensweise noch bedeutend mehr Skrupel als der spanische Staat.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: