Mit Vollgas gegen die Wand

Was macht man, wenn man einen Wagen gegen die Wand fährt? Noch einmal zurücksetzen und die Aktion mit einer noch höheren Geschwindigkeit wiederholen? Franjo Jung würde das tun, wenn er seine Logik zum Afghanistaneinsatz auf das Führen eines Kraftfahrzeugs überträgt.

Deutschland reagiert offenbar auf die Vorwürfe der USA über mangelnde Solidarität beim Nato-Einsatz in Afghanistan: In der Bundesregierung wird nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa und des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ geplant, den Einsatz am Hindukusch um mindestens 1000 Soldaten aufzustocken.

In der Hoffnung, dass die Wand durchbricht, wenn man nur oft genug dagegenfährt, sollen nun 1000 weitere Soldaten an den Hindukusch geschickt werden. Zwar vermutlich nicht vor dem Herbst, aber sie werden kommen. Bisher hatte jede ausländische Besatzungsmacht geglaubt, durch mehr Soldaten den Widerstand der Besetzten bezwingen zu können. Bisher lief das (fast) immer schief.

Auch in Afghanistan waren schon öfters Besatzer unterwegs. Das britische Kolonialheer und die rote Armee hatten versucht das Land zu befrieden und sich bloß kräftige blutige Nasen geholt. Zwischen ausländischen Invasionen versinkt das Land häufig im Bürgerkrieg. Die Afghanen sind den Krieg also gewohnt. Sie kennen es gar nicht anders, als fremde Mächte, die ihr Land angreifen zu bekriegen und sich einen lnagdauernden Krieg mit ihnen zu liefern.

Und sie haben jeden Grund dazu. Nicht nur, dass Bomber der „Operation Enduring Freedom“ gerne einmal zivile Häuser und Hochzeitsgesellschaften beschießen und (auch deutsche) Besatzer willkürlich Zivilisten ermorden, die amerikansichen Soldaten haben bei der Invasion und während der Besatzung Munition aus abgereichertem Uran benutzt. Diese hat aufgrund ihrer Eigenschaft als radioaktives Material das Land in eine lebensfeindliche Region verwandelt, deren Bewohner sich nun auf Leukämie, Krebs und Gendefekte gefasst machen können. Menschen mit einem starken Magen können sich die Folgen der „Befreiung“ Afghanistans auf dieser Seite anschauen.

Was würdet ihr fühlen, seht ihr euer Kind auf derart schreckliche Weise deformiert? Und was würdet ihr den Verantwortlichen antun wollen? Was werden wohl Menschen tun, die es gewohnt sind, sich lange, verzweifelte Kriege zu liefern? Die Afghanen werden jeden ausländischen Soldaten in ihrem Land töten, wenn sie die Gelegenheit dazu haben. Und angesichts es nuklearen Völkermords, den die amerikansichen Truppen in dem Land anrichten, fällt mir kein guter Grund ein, warum sie das nicht tun sollten.

Übrigens sind auch deutsche Soldaten von der radioaktiven Muniton betroffen, sie befinden sich ja auch in dem betroffenen Gebiet. Wer solche Verbündete wie die Amerikaner hat, der braucht wirklich keine Feinde mehr.

Das Verteidigunsministerium Kriegsministerium kann noch weitere 1000 oder 10000 Soldaten in das Land schicken, das taten andere in der Vergangenheit auch. Das ist kein Land, das man befrieden kann. Man kann dort höchstens ewig Krieg führen, aber gewinnen ist dort nicht möglich. Es ist ein Land, zum sterben, nicht zum siegen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: