Ferkelbuch wurde nicht indiziert

Zur Abwechslung einmal eine gute Nachricht. Das religionskritsche Buch „Wo bitte geht’s zu Gott? fragte das kleine Ferkel“ wurde nun entgegen der Pläne von der von der Leyen glücklicherweise nicht indiziert. Eine positive Nachricht für alle Atheisten, Freidenker und Leute, denen was an der freien Meinungsäußerung liegt.

Stephan Kramer, seines Zeichens Generalsekretär des Zentralrats der Juden, möchte dieReligionskritik aber trotzdem nicht dulden.

Kramer sagte dem epd, das Buch sei «ekelhaft und gefährlich». Er hätte sich gewünscht, dass es «vom Büchermarkt weggebeamt wird». Doch wichtiger als eine Indizierung sei die Diskussion: «Solche Dinge lassen sich eher durch gesellschaftliche Missbilligung ahnden, als dass mit Verboten operiert wird», so Kramer. Jetzt müsse die Gesellschaft aber einen Konsens über die Schmerzgrenze entwickeln, ab der die Verächtlichmachung von Minderheiten nicht mehr zulässig sei.

Nun, um Verächtlichmachung von Minderheiten geht es dem Autor Schmidt-Salomon wohl nicht, sondern eher um Kritik. Diese will Kramer aber unterbinden, und damit die Religionsfreiheit nuntergraben, denn Religionsfreiheit bedeutet auch, dass mn keine Religion hat. Und wenn Religiöse ihre Kinder durch Geschichten beeinflussen dürfen, sollte gleiches Recht auch für Atheisten gelten. Die „gesellschaftliche Missbilligung“, die Kramer erreichen will, ist übrigens schon jetzt fehlgeschlagen, das Buch befindet sich inzwischen in der vierten Auflage.

Die Argumentation gegen das Buch war damals dermaßen unter allem Niveau, was ich einmal darstellen möchte, indem ich die Kritikpunkte, die die „Süddeutsche“ mittels einer Bilderstrecke gegen die „Prediger des Hasses“ [sic!] vorbrachte, hier nocheinmal darlege.

  1. Das Buch negiert angeblich die Existenz von gemäßigten Religiösen.
  2. Das Buch stellt die Behauptung auf, Kirchen, Moscheen und Synagogen seien riesig groß. Das Ferkel fragt sich daraufhin, ob Gott ein Riese sei, da er so große Häuser braucht.
  3. Die Darstellung des Rabbis erinnere an die Karikaturen des Nationalsozialismus, weil der Rabbi sich (wie die Vertreter der beiden anderen abrahamitischen Religionen) sich als Unsympath herausstellt.
  4. Das Buch behauptet doch glatt, es gäbe eine Geschichte in der jüdischen Religion, nach der Gott alle Menschen und Tiere bis auf zwei jeder Sorte vernichtet.
  5. Im Christentum hingegen soll es eine Geschichte geben, in der spitze Nägel, Folter und Blut vorkommen. „Nichts für schwache Nerven.“ Außerdem sollen Christen ein „Splattermotiv“ (O-Ton Süddeutsche) aufhängen, das einen grausam zu Tode gekommenen Mann zeigt.
  6. Nun wird das Pamphlet aber ganz dreist. Angeblich sollen Moslems fünfmal am Tag beten und kommen in die Hölle, wenn sie die Gesetze des HERRN nicht befolgen.
  7. Die Religionsführer gehen schließlich aufeinander los, jeder meint, er verträte die wahre Religion.
  8. Das Ferkel und sein Freund zerreissen schließlich das Plakat, das sie zu Beginn der Handlung aufgefordert hatte, Gott zu suchen und sind glücklich.
  9. Am Ende wird dann behauptet, Rabbis, Muftis und Pfaffen seien auch nichts anderes als ganz normale Menschen, wie jeder andere Mensch auch.

Man sieht, ich bin in meinen Formulierungen nicht ganz ernst geblieben, habe aber die Kritikpunkte der Süddeutschen korrekt wiedergegeben. Man sieht, dass man eine solche Position, wie sie der Verantwortliche dieser Bilderstrecke vertritt, nur karikieren.

Und für alle, die es, wie der betreffende Redakteur der Süddeutschen, nicht weiß:

  1. Es gibt tatsächlich eine Geschichte von einem Massenmord durch Gott, bei dem er nur eine handvoll Individuen entkommen ließ. Das ist die Geschichte der Sintflut, eine der bekanntesten Geschichten innerhalb der abrahamitischen Religionen.
  2. Es gibt im Christentum auch eine Geschichte über einen zu Tode gefolterten Mann, das ist die Kreuzigungsgeschichte, welche die Schlüsselstelle der Bibel darstellt.
  3. Moslems sind von ihrer Religion tatsächlich angehalten fünfmal am Tag zu beten.
  4. Konflikte zwischen den abrahamitischen Religionen waren und sind Realität. Ich empfehle einmal unter „Kreuzzug“ zu googeln.
  5. Geistliche sind wirklich Menschen, keine Überwesen oder etwas ähnliches.

Es fragen sich sicher viele, was denn dieser Mist soll, das sei doch klar. Doch, wie die „Süddeutsche“ beweist, gibt es durchaus Menschen, die in religiöser Allgemeinbildung erhebliche Defizite aufweisen. Ob diese Leute sich allerdings an einer Diskussion mit religiösem Inhalt beteiligen sollten, wage ich doch zu bezweifeln. Ich würde ihnen raten, dies bleiben zu lassen, sie machen sich nur lächerlich.

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