Hasspropaganda

Die einseitige, realitätsferne und stellenweise rassistische Medienarbeit gegen China formt in der Tagesschau eine neue Blüte. Die öffentlich-rechtliche Seite, die angeblich einen „Bildungsauftrag“ wahrnimmt, unterstellt den Chinesen nun, Ausländer zu hassen. „Hass“ fungiert dabei als reines emotional belastetes Signalwort, das unabhängig von der Faktenlage eingesetzt wird.

Der Hass der Chinesen gegen das Ausland wächst.

Dieser Satz steht einfach im Artikel, ohne dass ein Beispiel oder zumindest eine Erläuterung folgt. Stattdessen thematisieren die nächsten Sätze Proteste von chinesischen Oppositionellen. Ein Beleg, dass die Mehrheit der chinesischen Bevölkerung tatsächlich das Ausland hasst, findet  sich im gesamten Artikel nicht. In dem Artikel selbst findet sich zwar eine Menge Kritik, die Chinesen an der westlichen Medienlandschaft üben, aber nicht ein einziges Zitat, dass von Hass künden würde.

Die westlichen Medien sind nicht objektiv“, kommentiert eine Frau auf einer Straße in Peking die Auslandsberichterstattung.

Damit hat sie durchaus recht. Diese Kritik ist für meinen Geschmack angesichts der medialen Ausfälle zum Fackellauf noch viel zu lasch. Wenn westliche Zeitungen angesichts einiger Polizisten, die unbewaffnet und ohne einen Demonstranten anzugreifen neben einer Fackelläuferin herjoggen, von „Kampfmaschinen“, „Schlägern“ und „Männern die nicht lange fackeln“ spricht, dann ist das nicht nur fernab jeder Objektivität, sondern glatte Lügenpropaganda.

Auch soll es ein Ausdruck chinesischer Propaganda sein, wenn eine Tibeterin das ethnisch motivierte Pogrom tibetischer Banden gegen Nichttibeter verurteilt.

Während des Olympischen Fackellaufs werden die Chinesen mit Propaganda überschüttet. Das chinesische Fernsehen zeigt Bilder der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires. Dann ein Schnitt und die chinesische Reporterin führt Interviews mit Tibetern. Sie alle betonen, wie sehr sie sich auf den Olympischen Fackellauf freuen und dass sie die Proteste der letzten Tage verurteilen: „Die Olympischen Spiele bringen Frieden zu den Menschen, ich finde es schrecklich, was tibetische Separatisten getan haben“, so eine der Tibeterinnen.

Ein Pogrom ist auch etwas schreckliches. Es ist eine Ansammlung rassistisch motivierter Gewalttaten gegen Mitglieder einer fremden Ethnie, was zumindest meiner Ansicht nach zu verurteilen ist, und zwar schärfstens. Und das sollte auch jeder Mensch aussprechen dürfen.

Um noch einmal eindeutig klarzustellen, die Unterdrückung der Tibeter durch die chinesische Regierung ist schrecklich und durch nichts gerechtfertigt. Und diese Regierung (samt Medienlandschaft) ist ein Haufen Verbrecher und Lügner. Aber das bedeutet nicht, dass man einfach harmlose chinesische Ladenbesitzer umbringen darf, oder dass sich unsere Medienorgane irgendwelchen Unfug aus dem Hintern ziehen müssen.

Das hohe moralische Ross, von dem aus der Westen gern auf die „Diktatur China“ mit seiner „gleichgeschalteten Propaganda“ schaut, ist völlig fehl am Platz, denn unsere Medien sind ebenso verlogen und propagandistisch wie die chinesischen.

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