Notwehr – Auflösung?

Zu Weihnachten 2007 hatte sich in Heppenheim ein psychisch kranker Mann in seiner Küche eingesperrt. Er war allein, drohte aber mit einem Blutbad. Daraufhin stürmte das SEK die Wohung und feuerte laut eigener Aussage einen Taser auf den Menschen, welcher nicht wirkte. Daraufhin töteten die Beamten den Rentner mit 6 Schüssen aus mindestens zwei Waffen. Die Polizisten gaben an, er sei mit Messern bewaffnet auf sie zugestürmt. Eine solche Reaktion hatte der Tote angedroht. Nun ist eine offizielle Version aufgetaucht, warum der Taser nicht gewirkt haben soll.

Wie Staatsanwalt Ger Neuber berichtete, ergab eine Untersuchung nun, dass der von den Beamten genutzte Taser mit den falschen Batterien geladen war. Zudem sei die eingesetzte Kartusche an Heiligabend 2007 bereits seit 17 Monaten abgelaufen gewesen. Dadurch sei der Taser faktisch nicht funktionsfähig gewesen. Wer für die Fehlfunktion verantwortlich sei, werde derzeit von der Staatsanwaltschaft noch geprüft.

Ist dann alles geklärt? Nein, gar nichts ist geklärt! Es ist völlig egal, warum ein Taser nicht funktioniert, denn das Problem in diesem Fall ist, dass ein Polizeikommando in eine Wohung eingedrungen ist und einen Menschen erschossen hat, obwohl dieser keine Bedrohung darstellte. Er war allein, wohlgemerkt. Sie hätten einfach warten können bis er von selbst herauskommt, sich beruhigt oder einschläft. Die Beamten sahen sich auch keiner unerwarteten Reaktion ausgesetzt, denn wie gesagt, hatte der Rentner sein Verhalten vorher angekündigt.

Muss man in diesem Staat damit rechnen, falls man sich weigert die eigene Wohnung zu verlassen, von einem Killerkommando erschossen zu werden? Ein solches Verhalten ist kein einfacher Fehler, keine bloße Überreaktion, die mal passieren kann. Hier wurde bewusst das Leben eines Menschen aufs Spiel gesetzt, ohne dass es irgendwie notwendig war. Eine solche Missachtung des menschlichen Lebens seitens von Menschen, die berufsmäßig mit tödlichen Waffen hantieren macht Angst. Angst davor, als „Unfall“ zu enden, erschossen in einer „Überreaktion“. Und Angst davor, dass sich dieser Staat zu einem Polizeistaat entwickelt, in dem von den Ordnungshütern mehr Gefahr ausgeht als von den Kriminellen. Denn ein solches Vorgehen, genau so eines, ist ein Charakteristikum dieser Art von Polizeistaat.

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3 Antworten to “Notwehr – Auflösung?”

  1. Clandestino Says:

    Diese e-mail macht Angst (und das nicht nur weil der Name „Ministerium für Friedenserziehung“ mit einem gewissen Roman eines gewissen G. Orwell assoziiert werden kann). Was ist das nur für eine Sicherheitshetze.

    Betreff: Das Ministerium für Friedenserziehung informiert

    Sehr geehrter Bürger, sehr geehrte Bürgerin,

    wir möchten Sie hiermit darüber informieren, daß das im Rahmen der
    jüngsten Sicherheitsgesetzgebung neu gegründete Ministerium für
    Friedenserziehung (www.mffe.de ) ab sofort seine
    Arbeit aufnimmt. Bitte lesen Sie die folgenden Informationen aufmerksam,
    da sie zum Verständnis künftiger politischer Prozesse und Entscheidungen
    in diesem Land von großer Wichtigkeit sind.

    Die Hauptaufgaben des Ministeriums für Friedenserziehung liegen in der
    politischen Aufklärung der Bevölkerung, in der Herausbildung einer
    engagierten Bürgerschaft, die aktiven Anteil an der Gestaltung und
    Verteidigung unserer Demokratie nimmt. Zu diesem Zweck veröffentlicht
    das Ministerium diverse Informationsmaterialien und Aufklärungsfilme und
    unterhält ein weites Netzwerk geschulter politischer Berater. Im Rahmen
    seiner Arbeit für den Friedensschutz wertet es die Beobachtungen von
    Bürgern und Polizeikräften aus, kämpft gegen Spionage und Terrorismus
    und koordiniert die Arbeit von Schutztruppen und Geheimpolizei. Unsere
    Abteilung 7b beschäftigt sich letztendlich mit der Einschätzung
    verdächtiger Individuen und entscheidet gegebenenfalls über ihre
    Behandlung im Rahmen des institutionalisierten Strafvollzugs.

    Viele weitere Details zur Arbeit unseres Ministeriums finden Sie auf
    unserer neugestalteten Website unter http://www.mffe.de. Neben ausführlichen
    Informationen über die zahlreichen Aspekte unserer Arbeite finden Sie
    Formulare, mit denen Sie verdächtige Beobachtungen in Ihrer Umgebung
    melden können, einen Test zur Feststellung Ihres persönlichen
    ideologischen Profils sowie eine Liste ab sofort indizierter
    literarischer und filmischer Werke.

    Da unserem Ministerium daran liegt, das ihm zur Verfügung stehende
    Budget für Ihre Sicherheit und nicht für Werbemaßnahmen zu verwenden,
    bitten wir Sie um Ihre persönliche Unterstützung bei der Bekanntmachung
    unserer Arbeit. Es ist ganz einfach:
    Senden Sie einfach diese Mail an alle Ihre Bekannten, Verwandten und
    Arbeitskollegen,

    und in kürzester Zeit wird unser Ministerium im ganzen Land bekannt
    sein, ohne auch nur einen Cent Ihrer Steuergelder dafür verschwendet zu
    haben. Sie werden merken, daß sich die Sicherheit Ihrer Umgebung
    innerhalb kürzester Zeit um ein Vielfaches verbessern wird!

    Also zögern Sie nicht – tun Sie Ihr Bestes zum Wohl Ihrer Mitbürger, zum
    Wohl der Menschen, die Sie lieben. Tun Sie Ihren Teil für eine sichere
    Zukunft!

    Hochachtungsvoll dankt,

    Ihr Ministerium für Friedenserziehung
    Abteilung 1
    Abteilung für öffentliche Aufklärung

  2. Fink Says:

    Das ist ja mal ein subversiver Internetwitz. Alle Achtung!!!

  3. kurokasai Says:

    Schöne Seite, werd ich mal in die Blogroll packen.

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