Bauplan für Manchesterkapitalismus

Schritt 1: Löhne auf das Minimum senken, dass gerade niemand verhungert, den man noch braucht. – größtenteils erledigt

Schritt 2: Menschenunwürdige Arbeitsbedingungen einführen.

Günter Wallraff, wohl der bekanntestes investigative Journalist Deutschlands, hatte sich bei einer Bäckerei für Lidl eingeschlichen, und dabei die Bedingungen für die Angestellten erforscht.

Entsprechend hoch sei der Druck, so billig wie möglich zu produzieren. Dem Bericht zufolge arbeitete Wallraff als Niedriglöhner bis zur Erschöpfung und erlitt wie seine Kollegen mehrfach Brandverletzungen.

Die Arbeitsbedingungen der Niedriglöhner seien unwürdig, berichtete demnach der 65-Jährige, der mit den Papieren eines 51-Jährigen eingestellt wurde. Immer wieder sei ihnen ein Teil des zustehenden Lohnes vorenthalten worden.

Zudem lebten sie in ständiger Sorge, willkürlich abgemahnt zu werden, und in dauernder Gefahr, sich zu verletzen, weil Sicherheitsbestimmungen nicht eingehalten würden.

Nachdem sich im vorigen Jahr ein Betriebsrat gegründet habe, sei der gewählte Betriebsratsvorsitzende vom Firmenbesitzer aus dem Unternehmen gemobbt worden.

So sieht es aus, das Leben des deutschen Proletariats. Nach einer halbwegs angenehmen Arbeitsstelle fragt niemand mehr, wenn man schon froh genug sein muss, überhaupt eine Arbeit zu erhalten, statt als Empfänger von Arbeitslosengeld zu verelenden. Nun fehlt nur noch ein Schritt, um unsere Gesellschaft zurück ins 19. Jahrhundert zu befördern, nämlich das gewaltsame Vorgehen des Staates gegen Streiks. Und wenn man sich das bayrische Versammlungsgesetz anschaut, dann kann man leicht auf die Idee kommen, dass dieser Schritt auch nicht mehr lange auf sich warten lässt.

Natürlich könnte man diese Zustände ändern, doch dazu wäre ein politscher Umsturz notwendig, denn diese Entwicklung ist von den „Volksvertretern“ durchaus erwünscht. Erst wenn aus der BRD eine Basisdemokratie geworden ist, wenn in diesem Land wieder der Wille seiner Bewohner zählt, können solche unmenschlichen Zustände unterbunden werden.

(via)

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Eine Antwort to “Bauplan für Manchesterkapitalismus”

  1. superguppi Says:

    Nachzulesen in Naomi Klein – Die Schockstrategie

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