Friedenstruppen in eine friedliche Region

Das Pentagon will spätestens im nächsten Jahr 7000 weitere US-Soldaten nach Afghanistan schicken. Mit ihnen sollten »die Löcher gestopft« werden, die die NATO-Verbündeten »nicht füllen wollen«, berichtete die New York Times am Samstag. Grund für die weitere Aufstockung des Besatzerkontingents sei das weitere Erstarken der Taliban.

Na so etwas. Da erzählen die Medien jahrelang davon, dass das Land befriedet sei und nur noch ein paar Terroristen gejagt werden müssten, und dann brauchen die Besatzer plötzlich doch noch weitere 7000 Soldaten, um sich in Afghanistan über Wasser zu halten. Oder eher 10 000, denn soviel haben die NATO-Kommandeure vor Ort an Truppen angefordert.

Könnte es vielleicht sein, dass in Afghanistan nicht bloß ein paar religiöse Spinner gegen die Besatzung kämpfen, sondern jeder Afghane, der eine Waffe und ein Stück weit Mut hat, sich am Insurrektionskampf beteiligt, weil, nun ja weil die Besatzungstruppen sein Land in eine lebensfeindliche, strahlende Todeszone verwandelt haben? Ja, wenn mein Kind mit derartig schweren Missbildungen auf die Welt käme, dann würde auch ich die Verantwortlichen umbringen wollen. (Achtung, die Bilder hinter dem zweiten Link können wirklich drastische Reaktionen hervorrufen und das meine ich auch so. Stellt lieber sicher, dass euer Magen vor dem Besuchen dieser Seite leer ist.)

Vielleicht liegt es auch daran, dass sich NATO-Soldaten (hier zum Beispiel die deutschen) gegenüber der Zivilbevölkerung so menschenverachtend, wie man sich nur vorstellen kann, verhalten und gerne einmal kleine Kinder in Minenfelder schicken.

Oder könnte der Grund sein, dass NATO-Bomber keinen Unterschied zwischen Stützpunkten der Taliban und zivilen Wohnungen machen. Im Gegensatz zur NATO die Taliban jedoch persönlich bei den Angehörigen erscheinen, mit ihnen beten und ihnen Trost spenden.

Wundert es dann noch irgendjemanden, dass der afghanische Widerstand nicht schwächer, sondern stärker wird? Dass die Taliban nach Stand November 2007 54% des Landes kontrollieren? Anscheinend ist die Situation in Afghanistan inzwischen kritisch, ansonsten würden keine Truppen aus dem Irak abgezogen werden, um in Afghanistan eingesetz zu werden, da es in diesem Land auch nicht gerade pazifistisch zugeht.

So wie es aussieht hofft nicht nur die deutsche Regierung, dass eine Mauer irgendwann bricht, wenn man nur oft und schnell genug mit dem Wagen dagegen fährt, sondern auch die amerikanische Führung scheint dieser Ansicht zu sein. Dass ein vor die Wand gefahrener Wagen auch ein Zeichen ist, vielleicht einen anderen Kurs einzuschlagen, kommt dabei keinem Machthaber in den Sinn. Lieber keine Gedanken machen, ist die Devise. Kommt schon niemand bei um in so ein bisschen Krieg.

Advertisements

2 Antworten to “Friedenstruppen in eine friedliche Region”

  1. Mephane Says:

    Also ich habe die Seite http://www.afghanistanafterdemocracy.com, die du da verlinkt hast, mal besucht…

    Du solltest eine dicke Warnung vor den Link setzen; das waren die schrecklichsten Bilder die ich je gesehen habe. Die Folterbilder aus dem Irak sind nichts im Vergleich zu dem Schrecken. Nichts für schwache Nerven; ich habe nach einigen Bildern die Seite weggeklickt, weil es kaum zu ertragen ist.

    Bei den Bildern wundert mich wirklich nicht, warum es in Afghanistan solchen Widerstand gegen die Besatzer gibt. Dagegen sind die Taliban ein Kaffeekränzchen.

  2. kurokasai Says:

    Hast recht, ich hab eine Warnung hinzugefügt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: