Kriminelle in Uniform

In Deutschland ist man ja schon so einiges an unverhältnismäßigen Vorgehen unserer Staatsgewalt gewohnt, doch der Fall in einer Konstanzer Diskothek lässt mich trotzdem nicht kalt.

Die Liste der Vorwürfe ist lang: Sie reicht vom stundenlangen Festhalten (bis zu vier Stunden durften sich einige Gäste dabei nicht vom Fleck bewegen) ohne hinreichenden Verdacht über rüdes Verhalten bis hin zu Körperverletzung.

Tatsächlich ist nach mehreren Zeugenaussagen ein weiblicher Gast beim Sturm des Veranstaltungsraums so heftig umgeworfen worden, dass sie eine Platzwunde erlitt. Als die Sicherheitskräfte der Diskothek Erstversorgung leisten wollten, seien sie von den Beamten daran gehindert worden, so ein Zeuge gegenüber dieser Zeitung.

Die Polizei steht plötzlich im Zwielicht. Das vor allem auch wegen der intensiven Untersuchungsmethoden. So wurden alle Diskobesucher nicht nur mit einer Nummer vor der Brust fotografiert, sondern sie mussten zunächst an einem Drogenspürhund vorbei und auch nachdem dieser nichts gefunden hatte, sich zu einer weiteren Untersuchung in einen Bus begeben, sich dort komplett ausziehen und sämtliche Körperöffnungen untersuchen lassen. Einige weibliche Gäste mussten demnach sogar ihren Tampon entfernen.

Ich kann jedem nur raten, sich von Menschen, die keine Hemmungen besitzen, ihre Mitmenschen in derart abscheulicher Weise zu behandeln, so weit entfernt wie möglich zu halten. Ganz eindeutig besitzen diese Beamten keinerlei Achtung vor ihren Mitmenschen.

Juristische Konsequenzen haben die Polizisten übrigens keine zu befürchten, denn traditioneller Weise werden die Ermittlungen vom Staatsanwalt in einem solchen Fall so schlampig geführt, dass jede Anklage mit einem Freispruch endet, wenn denn überhaupt Ermittlungen geführt werden.

Wer das für unglaublich hält, weil die BRD doch ein Rechtsstaat sei, der folge doch den oben zusammengestellten Links, dann landet er beispielsweise bei einem Fall aus diesem Artikel der „Zeit“:

Unfassbar findet Richter Mülders, wie die Berliner Staatsanwaltschaft und ihr unterstellte Polizeibeamte von der Dienststelle für Interne Ermittlungen die Aufklärung schwerer Vorwürfe gegen drei Polizisten betrieben – oder besser gesagt: nicht betrieben – haben. Lückenhafte Untersuchungen, offensichtliche Widersprüche in den Vernehmungsprotokollen, viel zu späte Ermittlungen – alles in allem, sagt der Richter, hätten die Behörden »die Wahrheitsfindung massiv erschwert«.

Der erwähnte Richter Mülders sag sich gezwungen, drei Polizisten freizusprechen, die einen jungen Mann in seiner Wohnung überfallen und zusammengeschlagen haben, weil er irrtümlich eines Raubüberfalls verdächtigt wurde. Das ist nicht der einzige Fall, in dem die Justiz ihre Schläger deckt, also wird ein ähnlich engagiertes Vorgehen der Staatsanwalt auch im vorliegenden Vorfall zu erwarten sein.

Ja, ja, bestimmt wieder nur alles Einzelfälle. Organisierte, mit System durchgeführte und von der Justiz gedeckte Einzelfälle…

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10 Antworten to “Kriminelle in Uniform”

  1. joca Says:

    Ich von ehemlaigen Auszubildenen bei der Polizei, dass ein hoher Prozentsatz der Beamten rechtsradikalem Gedankengut anhängt.
    Man hat auf Demonstrationen schon Polizisten mit Totenkopfemblemen gefilmt.
    Es ist auch aufgrund des Verhaltens der Polizei bei rechtradikalen Demonstrationen zu vermuten, dass ein stillschweigendes Einverständnis zwischen der Justiz und Exikutive besteht und lediglich freiheitlich, linke Gruppierungen und Menschen angegriffen und kriminalisiert werden.

    Da vornehmlich junge Menschen in die Ausbildung zum Polizisten treten, kann davon ausgegangen werden, das spezielle Hirnwaschprogramme existieren um aus diesen entsprechende Robocops zu machen.
    Der Spruch: Macht korrumpiert gilt hier ganz besonders.
    Vielleicht müssen erst einige Polizisten kaltblütig erschossen werden, was wir nicht hoffen wollen, damit ein Umdenken innerhalb der Polizeiausbildung und Justiz stattfindet. Auf jeden Fall aber wird das Verhalten der Plizisten auf Dauer Konsequenzen haben. Möglicherweise ist dies sogar beabsichtigt um eine Gewaltspirale in Gang zu setzen um dann verstärkte Polizeipräsenz und Überwachung rechtfertigen zu können.

    Man sollte alos den Blick nach oben richten und ergründen wer die politischen Vorgaben für ein solches Verhalten erarbeitet und diktiert. Es könnte sein, dass wir dann solchen Namen wie Schilly, Beckstein und Schäuble begegnen, die aber ebenfalls nur Handlanger mächtigerer Interessen sind.
    Der Blick über den Kanal und den großen Teich zeigt, dass diese Entwicklung internaional ist und einer Agenda folgt.
    Die Polizei von heute entwickelt sich zu den Braunhemden von früher und damals, wie heute, war es der militärisch-industrielle Komplex der hinter den Entwicklungen stand, diese finanzierte und prolongierte.

    Ein ehemaliger amerikanischer Präsident, George Washington sagte einmal:
    “ Es gibt kein größeres Unrecht, als das Unrecht, das im Namen des Rechts verübt wird.“
    Dem ist nicht mehr hinzuzufügen.

  2. joca Says:

    Korrektur:

    Ich weiß von ehemaligen Auszubildenen bei der Polizei, dass ein hoher Prozentsatz der Beamten rechtsradikalem Gedankengut anhängt.

  3. kurokasai Says:

    Auch ich beobachte die Entwicklungen, die sich jenseits des großen Teiches abspielen mit Sorge. Vor allem der dort allzu freudige Einsatz des Foltergeräts Taser bereitet mir Kopfschmerzen.

    Die beängstigenden Vorfälle von deutscher Polizeigewalt lassen mich jedenfalls Abstand von jedem Polizisten nehmen, dem ich auf der Straße begegne. Das heißt nun nicht, dass jeder Polizist ein rechtsextremes Arschloch ist, aber wenn es gerade der ist, den ich sehe, dann will ich mich lieber fernhalten.

  4. Timo Says:

    Vielleicht gilt ja auch hier: Andere Städte, andere Sitten…

    Hier in Essen (NRW) hatte ich bis jetzt noch nie Probleme mit der Polizei, im Gegenteil, ich wurde sogar, nachdem ich von den Beamten als offentsichtlich linksgerichtetes, stark betrunkenes Individum identifiziert wurde immer höflich und mit Respekt behandelt, hier laufen sogar Polizisten mit eintätowierten Skaterlogos rum… selbst nach einer begangenen Ordnunswidrigkeit die von Anwohnern gemeldet wurde (die bei der Ankuft der Beamten noch anwesend waren), wird man hier mit den Worten: „So und jetzt geht mal weiter, und lacht die Anwohner nicht aus weil die uns gerufen haben, lachen ist hier verboten!“ weggeschickt…
    einzelfälle? wer weiß…

  5. kurokasai Says:

    Ist natürlich gut möglich, dass es Städte gibt, in denen die Polizei in der überwältigenden Mehrheit aus vernunftbegabten und sozialkompetenten Menschen besteht. Trotzdem sollte man Fälle wie die in Konstanz nicht aus dem Gedächtnis verlieren; das sind keine Bagatellen, derartige Eingriffe in die Intimsphäre wie oben beschrieben verletzen die Opfer schwer in ihrer Würde.

  6. Nebukadnezar Says:

    Ich kann dem hier nur voll zustimmen!

    Als Ich letztens in Unna morgens gegen 5 Uhr durch die Stadt gegangen bin, auf dem Weg nach Hause, wurde Ich Zeuge von „sehr motivierten“ Zivilbeamten.

    Zuerst sah Ich wie zwei Leute aus einer Disco kamen und versucht haben sich den Griffen der Türsteher zu entledigen. Als ihnen das gelang prügelten sie sich und die Türsteher versuchten erneut sie auseinender zu halten.

    In diesem Moment kam ein Auto, sehr rasch, angefahren und es stiegen zwei Leute aus, die direkt ihre Waffen zogen, sie entsicherten und auf die sich Prügelnden, sowie die Türsteher richteten und sie anwiesen sich an die Wand zu stellen, bevor sie sich als Polizeibeamte zu erkennen gaben.

    Nach ca. 2 Minuten kamen dann noch 3 reguläre Streifenwagen und ein Polizeibulli angefahren um diese beiden Jugendlichen mitzunehmen (? 5 Wagen für 2 Leute ?).

    Ich stand etwas abseits und sah mir das ganze an und bin dabei mit einem anderem ins Gespräch gekommen den die Polizei aufforderte das „Gebiet“ zu verlassen. Wir standen also ca 20m entfernt, wie alle anderen, die noch zugegen waren und nicht an der Wand standen (immer noch unter Aufsicht der Zivilbeamten die ihrerseits immer noch die Waffen gezogen hatten). Als Sie die beiden Jugendlichen verladen hatten kamen ca. 5 Beamte auf mich und meinen Gesprächspartner zu und sagten ihm er solle sich „ganz schnell aus dem Staub machen bevor wir dich noch mitnehmen“ (o-Ton Unnaer Polizei).

    Wohlgemerkt:
    Als er das erste Mal aufgefordert wurde zu gehen ging er weit genung vom „Tatort“ weg um die Polizisten bei der Ausübung ihres Dienstes nicht zu stören. Bei der zweiten Aufforderung sagte er, er wolle gehen müsse aber in eine andere Richtung als die, in die der Finger des Beamten zeigte. Die Polizisten verwehrten ihm dies und sagten ihm er solle doch endlich verschwinden.

    Er ging.

    Ich nutze die Gelegenheit um die 5 Beamten auf das Vorgehen der Zivilbeamten aufmerksam zu machen und fragte ob dies inzwichen üblich sei, unbewaffnete mit Waffengewalt unter Kontrolle zu bringen, und eine Beamtin erwiderte das sei schließlich Selbstschutz!

    Nach ca. 1 Stunde war alles beendet, alle Beamten abgezogen. Ich hatte mich noch mit jemandem festgeredet und wollte mich gerade verabschieden, da sah Ich wie mein vorheriger Gesprächspartner wieder die Strasse hochkam und fragte ob alle Polizisten weg seien und er nun nach Hause gehen könne. 1 Minute später kam wieder ein Polizeiwagen vorbei, hielt an und die Beamten fragten ihn ob sie sich vorhin, als sie sagten er solle verschwinden, nicht klar und deutlich ausgedrückt hätten und kassierten ihn ein. Sie warfen uns nor noch zu : „Den sehen Sie heute nicht mehr wieder!“.

    Ich frage euch wenn das nicht totalitäre Züge sind was dann!!!!!!!!!!!!

  7. Roberto J. De Lapuente Says:

    „Wir sagen natürlich, die Bullen sind Schweine, wir sagen der Typ in Uniform ist ein Schwein, das ist kein Mensch, und so haben wir uns mit ihm auseinanderzusetzen. Das heißt, wir haben nicht mit ihm zu reden, und es ist falsch, überhaupt mit diesen Leuten zu reden, und natürlich kann ZENSIERT* werden.“

    Wundert es da eigentlich noch, wenn solche Einsichten eine breite Masse erfassen?

    * Wir wollen ja keinen Ärger bekommen!

  8. kurokasai Says:

    Der Amtsmissbrauch durch Polizisten deutet auf gering entwickelte oder degenerierte soziale und ethische Fähigkeiten hin, was ich für sehr beunruhigend halte. Immerhin macht ein gewalttätiger Polizist mit jedem Missbracuh die Erfahrung, dass Gewalt gegen seine Mitmenschen für ihn ohne Folgen bleibt, also liegt es nahe, dass er auch in privaten Konflikten auf die eine oder andere Art der Gewalt zurückgreift.

  9. mickjagger Says:

    also ganz ehrlich, auch wenn ich natürlich eure meinungen und erfahrungsberichte keineswegs werten will, denn eine freie meinungsbildung steht jedem zu und das ist auch gut so……….jedoch muss ich sagen, das sich hier einige selbst faschistoider methoden bedienen und mit stupiden mitteln hetzpropaganda gegen eine ganze berufsgruppe machen ohne die ein rechtsstaat ja zweifelsohne nicht bestehen könnte.

    mit einer aussage wie:
    zitat joca
    „Die Polizei von heute entwickelt sich zu den Braunhemden von früher und damals, wie heute, war es der militärisch-industrielle Komplex der hinter den Entwicklungen stand, diese finanzierte und prolongierte.“

    stellt man sich auf die gleiche stufe wie die terroristen der raf und wer deren ansichten teilt, der ist meiner ansicht nach verfassungsfeindlich.
    ich habe noch nie davon gehört, das man mal einen polizeischüler fragt, wie werdet ihr eigentlich ausgebildet (im bezug auf sozial-, oder interkulturelle kompetenz)???? nein, stattdessen schlussfolgern hier leute anonym und behaupten……..man habe von wiederrum dritten gehört, das in der polizeilichen ausbildung viele kollegen mit rechtsradikaler gesinnung findet………was soll das heißen?????
    das es in allen gesellschaftlichen bereichen rechtes gedankengut gibt, das ist klar, aber zu behaupten, das viele azubis der pol. rechtes gedankengut inne haben, das hat doch fast volksverhetzenden charakter………
    ihr seid alle keine rechtsanwälte und solltet nicht versuchen mit lückenhaftem wissen untersuchungen der justiz, der staatsanwaltschaft zu bewerten. dies steht euch nicht zu, denn ihr seid nicht objektiv, nicht frei von vorurteilen…..genau das was ihr den polizisten vorwerft, das tut ihr in einer bestimmtne art und weise selbst und wie gesagt, es hat noch nie jemand gefragt, wie geht es eigentlich dem „schwein in der uniform“ wie ihr das sagt……..wenn ihr was bewegen wollt, dann tretet doch mal in kontakt mit einer polizeischule. die polizeischüler jedenfalls suchen bereits den kontakt mit kietzprojekten und auch mit fanprojekten von fussballvereinen………
    man kann schnell vorurteile aufbauen und parolen schwingen, aber tiefgründig zusammenhänge zu sehen, das erfordert anstrengung!!!

    mfg

  10. boston real estate Says:

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