Archive for the ‘Afghanistan’ Category

Kriegspropaganda und Realität

September 4, 2008

Was tut die Regierung eines Staates wie der BRD, wenn so langsam die Schweinereien des eigenen Militärs in fremden Ländern ans Tageslicht kommen und der Widerstand der Bevölkerung gegen den Angriffskrieg in Afghanistan unüberhörbar wird? Aus dem Land zurückziehen? Nun, das würde die Regierung eines demokratischen Staates machen. In der BRD müllt man die Hirne des Wahlviehs einfach mit Propaganda zu:

Unmittelbar vor dem heutigen Antikriegstag hat die Deutsche Post eine PR-Kampagne für die Bundeswehr angekündigt. 8.000 großformatige Post-Plakate, die ab diesem Monat bundesweit geklebt werden, werben mit dem Abbild eines uniformierten Afghanistan-Kämpfers des deutschen Expeditionskorps. Die Plakat-Kampagne soll „den Soldatenberuf in der Gesellschaft präsent machen“, heißt es bei der Deutschen Post.

Als wüsste die überwiegende Mehrheit der Gesellschaft nicht schon von allein, dass es Soldaten gäbe…

Es glaube übrigens niemand, das der oben bei Duckhome verlinkte Vorfall der Erste seiner Art wäre. Glaubt man dem Soldaten Achim Wohlgethan, der in Afghanistan stationiert war, dann war das Töten unschuldiger Zivilisten, auch Kindern, die Regel.

Wohlgethan berichtet auch, wie menschenverachtend sich Soldaten der sogenannten Schutztruppe ISAF gegenüber der Zivilbevölkerung verhielten. Wenn sie überprüfen wollten, ob in einem Feldstück noch versteckte Minen lagen, warfen sie vor den Augen hungriger Kinder Äpfel hinein. »Wenn die Kinder losliefen, um sich die Äpfel zu holen, und es keinen Knall gab, wurde dieses Feld als geklärt und unvermint betrachtet.« Und wenn es doch knallte, hatte das Kind eben Pech gehabt.

Damit sich auch ja niemand der Illusion hingibt, das deutsche Militär sei in irgendeiner Weise anständiger oder moralischer als die Streitkräfte anderer Staaten, über deren Menschenrechtsverletzungen der deutsche Spießbürger sich gerne entrüstet. Doch die in Afghanistan eingesetzten Soldaten sind genau so Soldaten wie alle anderen Todeshändler in Kriegsgebieten ebenfalls, und sie sind den gleichen Bedingungen und Umständen unterworfen. Und ebenso wie alle anderen Mordarbeiter stumpfen die deutschen Streitkräfte in Folge ihres blutigen Handwerks und der allgegenwärtigen Bedrohung, Ziel eines Widerstandskämpfers zu werden, zusehends ab, bis schließlich die beschriebenen Gräueltaten herauskommen.

Zu glauben, ein Mensch könnte sich täglich einer Umwelt aus Angst und Gewalt aussetzen, ohne dass seine Seele davon einen Schaden nähme, ist so naiv wie anzunehmen, ein Schneeball könnte in einem laufenden Hochofen bestehen. Es gibt nur einen Weg, diesen Prozess und die somit folgenden Menschenverachtungen nebst Racheaktionen der afghanischen Angehörigen zu verhindern, und der ist, die Soldaten so schnell wie möglich aus Afghanistan abzuziehen und die Beteiligung an diesem Angriffskrieg abzubrechen.

Zu den Aussichten auf einen militärischen Sieg in Afghanistan

Juni 10, 2008

Marsch auf Kabul

Die Aufstände in Afghanistan schwellen nach einhelligem Urteil sämtlicher Beobachter ungebrochen an. Dies zeigt nicht zuletzt die Zahl der ums Leben gekommenen westlichen Besatzungskräfte. Verzeichneten ISAF und OEF von 2002 bis 2004 zwischen 57 und 69 Tote jährlich, so steigt deren Zahl seitdem deutlich an – auf einen vorläufigen Höchststand von 232 im vergangenen Jahr. Die Kämpfe beschränken sich längst nicht mehr auf den Süden und den Osten des Landes. Wie Brigadegeneral Dieter Warnecke urteilt, der bis Januar die ISAF-Operationen in Nordafghanistan kommandierte, gelingt es den Aufständischen, „aus den paschtunischen Siedlungsgebieten im Osten und Süden (…) ihren Einfluss auf die Provinzen des Landes über den Westen, seit 2007 sogar nach Norden wieder auszudehnen“.[1] Warnecke beschreibt das Vorgehen der Rebellen als „Marsch auf Kabul“.

Der Norden ist die Region, in die Taliban, welche den größten Anteil an den Aufständischen bilden, bisher nicht gewagt haben, weil sie in diesem Gebiet schon während ihrer ersten Eroberung des Landes von den tadjikischen und usbekischen Warlords auf die Nase bekommen haben. Dass sich die Taliban nun stark genug fühlen, um ihre Erzfeinde im Norden anzugreifen ist ein sehr eindeutiger Beweis dafür, dass der strategische Rückzug in ihr Ursprungsgebiet beendet ist, und sie sich gestärkt in der Offensive befinden. Aber wie sollte man daran zweifeln, wenn man sich ansieht, dass das von der NATO kontrollierte Gebiet inzwischen nur noch 30% des Landes ausmacht. Der Rest fällt an die Aufständischen, an Taliban und lokale Milizen.

Rückzugsbasis Waziristan

Es war ohnehin eine Schnapsidee, anzunehmen, dass man die Taliban geschlagen hätte, als sie sich in die afghanisch-pakistanische Grenzprovinz Waziristan zurückzogen. Diese Region Pakistans war schon während der russischen Invasion eine Hochburg des Widerstands und ist der perfekte Rückzugsort für Kämpfe der Taliban.

Zum einen sind die Bewohner Waziristans Fremden gegenüber sehr misstrauisch und führen eine archaische Lebensweise in Dorfgemeinschaften. Traditionell bestimmt der Verwandtschaftsgrad über Bündnisse. Da die Taliban wie die Waziren Paschtunen sind und teilweise selbst aus Waziristan stammen, können sie im Gegensatz zu den nicht verwandten NATO-Soldaten auf die Duldung oder sogar auf die Unterstützung der Waziren vertrauen. Die Waziren haben eine weit zurückreichende Kriegertradition und verdingten sich zum Beispiel im osmanischen Reich als Söldner. In der Gesellschaft der Waziren gilt ein Junge erst dann als Mann, wenn er im Krieg war. Sie lassen sich daher bereitwillig von den Taliban als Söldner rekrutieren. Stammesfürsten, die sich gegen einen Aufenthalt von ausländischen Militanten aussprachen wurden von den Taliban getötet.

Zum anderen ist das Land kaum erschlossen, eine Infrastruktur für Fahrzeuge ist praktisch nicht vorhanden. Erschwerend kommt noch hinzu, dass Waziristan eine Berglandschaft ist, die sich auch mit Geländefahrzeugen nicht befahren lässt. Die pakistanische Armee muss alle Truppen, die sie in der Gegend einsetzt, um die von den Taliban initiierte Sezessionsbewegung in den Griff zu kriegen, per Helikopter einfliegen. Ein Agieren mit schwerem Kriegsgerät in größeren Maßstäben ist in dieser Region also nicht möglich.

Auch darf sollte beachtet werden, dass die Taliban inzwischen in Waziristan die Herrschaft übernommen und die „Islamischen Emirate von Waziristan“ ausgerufen haben. Der Einfluss der Taliban in Waziristan ist also nicht zu unterschätzen. Tatsächlich ist es wohl eher so, dass die Taliban in einem Gebiet, das vor kriegsbereiten Söldnern bewohnt wird, die dominante Gruppe sind.

Es steht also zu befürchten, dass die Taliban in Afghanistan nicht zu besiegen sind. Man kann sie höchstens in ihre Hochburg Waziristan treiben und warten, bis sie dort wieder erstarken und ihre nächstre Offensive beginnen. Das Gelände und die Bewohner dieser Region verhindern, dass man die Taliban in Waziristan selbst angreifen kann.

Todesfalle Afghanistan

Die militärische Lage in Afghanistan selbst lässt sich am ehesten noch mit dem Wort katastrophal beschreiben. Die oben erwähnte Steigerung der Todeszahlen um mehr als 200% ist kein Ausreißer aus der Statistik. So lag 2005 mit 1,6 auf 1000 Soldaten zu 0,9 auf 1000 Soldaten die Quote an getöteten amerikanischen Truppen in Afghanistan deutlich höher als im Irak. Das mag man kaum glauben, wird Afghanistan in den deutschen Medien doch zumeist als befriedet, der Irak hingegen als Bürgerkriegsgebiet dargestellt. Doch die Zahlen im Bericht des US Institue of Peace sind nicht zu leugnen.

Nun sollte man doch erwarten, dass in einer solchen Region eingesetzten Truppen über eine halbwegs sichere Rückzugsstrategie verfügen. Doch für die deutschen Truppen gibt es so etwas nicht oder, wie Eckhart von Klaedan es ausdrückt: „Die einzige Rückzugsstrategie, die wir haben, ist unser Erfolg in Afghanistan.“ Das klingt ein wenig wie die „Kein Schritt zurück“-Anweisung an die Soldaten der roten Armee im zweiten Weltkrieg. Da die Lage im Norden Afghanistans noch relativ ruhig ist, fällt es nicht auf, doch von Klaeden meinte mit seiner Aussage nur eines: Sieg oder Tod!

Noch ist eine solche Einstellung harmlos, weil die deutschen Truppen zur Zeit im Norden vor den Taliban sicher sind. Die usbekischen und tadjikischen Drogenbarone verhalten sich friedlich, solange sie unbehelligt Schlafmohn anbauen, Heroin herstellen und dieses dann ins Ausland veraufen können. Doch sich die Bundeswehr tatsächlich in Kämpfen gegen die Aufständischen wiederfindet, wird sich angesichts der oben angeführten Punkte die Erkenntnis aufzwingen, die schon Briten und den Russen akzeptieren mussten: Afghanistan ist kein Land zum Siegen, es ist ein Land zum Sterben. Aber dann ist es wohl bereits zu spät.

Todsicher III

Mai 31, 2008

Wie wir wissen ist die Sicherheitslage in Afghanistan todsicher. Deswegen ist es auch nicht weiter verwunderlich, wenn sämtliche deutsche Diplomaten ihre Wohnungen verlassen und fortan auf dem Geländer deutschen Botschaft leben.

Wegen der gestiegenen Anschlaggefahr in Kabul müssen von diesem Sommer an alle deutschen Diplomaten aus ihren Wohnungen auf das Gelände der Botschaft in der afghanischen Hauptstadt umziehen. Damit solle die Sicherheit der Mitarbeiter gewährleistet werden, hieß es aus Sicherheitskreisen.

Bis Anfang dieses Jahres galt die Hauptstadt Kabul noch als besonders sicheres Terrain in Afghanistan, das hat sich anscheinend geändert. Die sich verschlechternde Sicherheitslage in Kabul ist ein Teilaspekt eines Trends, der schon seit Jahren absehbar war und sich in Richtung eines totalen Scheiterns der NATO-Truppen entwickelt.

In den Sand gesetzt

Mai 6, 2008

Da es gestern doch (mal wieder) um Afghanistan ging, habe ich etwas aktuellere Zahlen zum Verlauf dieses Krieges ausgebuddelt.

Die Regierung des Präsidenten Hamid Karzai in Kabul, die von Zehntausenden von US- und NATO-Soldaten geschützt wird, kontrolliert nach Erkenntnissen des US-Geheimdienstes CIA lediglich 30 Prozent des afghanischen Staatsgebietes. Verglichen mit dem Süden, wo die NATO-Truppen in schwere Kämpfe verwickelt sind, ist der Norden relativ ruhig. Für den deutschen Bundesnachrichtendienst (BND) gibt es aber immer mehr Hinweise, dass sich die Aufständischen vom umkämpften Süden auch in die nördlichen Provinzen bewegen.

Der Artikel ist vom Anfang April, also etwas neuer als die letzte mir bekannte Quelle zum Thema vom November 2007.

Diese 30% bedeuten nun allerdings nicht, dass man zwangsläufig rückschließen kann, die Taliban hätten ihre Kontrolle von 54% Prozent des Landes im November innerhalb von vier Monaten auf 70% ausgedehnt. Es könnte auch sein, dass die Differenz von 16% durch unabhängige Rebellengruppen und Mujaheddin ohne Kontakt zu den Taliban eingenommen wurde. Was man aber festhalten kann ist, dass die NATO diesen Krieg verloren hat, und dass der afghanische Widerstand, besteht er nun aus Taliban, Mujaheddin oder lokalen Milizen, sich keineswegs auf dem Rückzug befindet, sondern in der Offensive. Und dabei feiert er einen Erfolg nach dem anderen.

Die Bundesregierung sollte endlich dem Willen ihrer Bürger Folge leisten und die deutschen Truppen aus der Region abziehen, bevor sich das Land zu einem zweiten Vietnam entwickelt. Ach, der Willen des Volkes ist unserer Regierung scheißegal? Entschuldigt mein Fehler, ich hatte vergessen, dass nur in Demokratien auf den Volkswillen Rücksicht genommen wird.

Friedenstruppen in eine friedliche Region

Mai 5, 2008

Das Pentagon will spätestens im nächsten Jahr 7000 weitere US-Soldaten nach Afghanistan schicken. Mit ihnen sollten »die Löcher gestopft« werden, die die NATO-Verbündeten »nicht füllen wollen«, berichtete die New York Times am Samstag. Grund für die weitere Aufstockung des Besatzerkontingents sei das weitere Erstarken der Taliban.

Na so etwas. Da erzählen die Medien jahrelang davon, dass das Land befriedet sei und nur noch ein paar Terroristen gejagt werden müssten, und dann brauchen die Besatzer plötzlich doch noch weitere 7000 Soldaten, um sich in Afghanistan über Wasser zu halten. Oder eher 10 000, denn soviel haben die NATO-Kommandeure vor Ort an Truppen angefordert.

Könnte es vielleicht sein, dass in Afghanistan nicht bloß ein paar religiöse Spinner gegen die Besatzung kämpfen, sondern jeder Afghane, der eine Waffe und ein Stück weit Mut hat, sich am Insurrektionskampf beteiligt, weil, nun ja weil die Besatzungstruppen sein Land in eine lebensfeindliche, strahlende Todeszone verwandelt haben? Ja, wenn mein Kind mit derartig schweren Missbildungen auf die Welt käme, dann würde auch ich die Verantwortlichen umbringen wollen. (Achtung, die Bilder hinter dem zweiten Link können wirklich drastische Reaktionen hervorrufen und das meine ich auch so. Stellt lieber sicher, dass euer Magen vor dem Besuchen dieser Seite leer ist.)

Vielleicht liegt es auch daran, dass sich NATO-Soldaten (hier zum Beispiel die deutschen) gegenüber der Zivilbevölkerung so menschenverachtend, wie man sich nur vorstellen kann, verhalten und gerne einmal kleine Kinder in Minenfelder schicken.

Oder könnte der Grund sein, dass NATO-Bomber keinen Unterschied zwischen Stützpunkten der Taliban und zivilen Wohnungen machen. Im Gegensatz zur NATO die Taliban jedoch persönlich bei den Angehörigen erscheinen, mit ihnen beten und ihnen Trost spenden.

Wundert es dann noch irgendjemanden, dass der afghanische Widerstand nicht schwächer, sondern stärker wird? Dass die Taliban nach Stand November 2007 54% des Landes kontrollieren? Anscheinend ist die Situation in Afghanistan inzwischen kritisch, ansonsten würden keine Truppen aus dem Irak abgezogen werden, um in Afghanistan eingesetz zu werden, da es in diesem Land auch nicht gerade pazifistisch zugeht.

So wie es aussieht hofft nicht nur die deutsche Regierung, dass eine Mauer irgendwann bricht, wenn man nur oft und schnell genug mit dem Wagen dagegen fährt, sondern auch die amerikanische Führung scheint dieser Ansicht zu sein. Dass ein vor die Wand gefahrener Wagen auch ein Zeichen ist, vielleicht einen anderen Kurs einzuschlagen, kommt dabei keinem Machthaber in den Sinn. Lieber keine Gedanken machen, ist die Devise. Kommt schon niemand bei um in so ein bisschen Krieg.

Todsicher II

April 28, 2008

Die Sicherheitslage in Afghanistan bleibt todsicher. Wenn schon der Präsident Hamid Karzai innerhalbs eines Machtgebietes (welches an den Stadtgrenzen Kabuls endet) nicht davor gefeit ist, angegriffen zu werden, dann sagt das so einiges über die Lage im Restland aus. Wie war das noch gleich mit den 54% des Landes, die in den Händen der Taliban sind?

Der Grund für die Feier, während der der Angriff stattfand ist doch etwas zynisch. Die gefeierten Mujaheddin sind schließlich diejenigen, die sich gerade für diesen Anschlag auszeichneten und vorhaben die Fremdherrschaft der NATO und ihrer Marionette Karzai zu beenden.

Der Trend geht in Richtung Vietnam

April 9, 2008

Der Krieg in Afghanistan breitet sich nach Einschätzung des Internationalen Roten Kreuzes aus und hat allein in diesem Jahr Tausende Menschen zu Flüchtlingen gemacht. »Die Unsicherheit nimmt ebenso zu wie die Kampfhandlungen, die nicht länger auf den Süden beschränkt sind, sondern sich nach Osten und Westen ausgebreitet haben«, sagte Jakob Kellenberger, Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), bei einem Besuch in Afghanistan.

Das Internationale Rote Kreuz wird wohl nicht den gesamten Überblick über das Land haben, jedoch ist davon auszugehen, dass es verlässlichere Informationen liefert, als die Propagandamaschinerie des Verteidigungsministeriums. Zieht man zu der Meldung über die Ausweitungen der Kampfhandlungen hinzu, dass die Taliban bereits 54% des Landes kontrollieren und auch Teile Afghanistans in Händen von Warlords sind, welche sich aufgrund der chaotischen Zustände unbehelligt dem Drogenanbau widmen können, dann kommt man zu dem Schluss, dass die NATO in Afghanistan einem ganz persönlichem Vietnam entgegenstrebt.

In dem Land ist schon das britische Kolonialheer und die rote Armee gescheitert. Die NATO wird es den beiden gleichtun. Denn wenn man eines von den Afghanen, die seit jeher von Bürgerkriegen und ausländischen Invasoren heimgesucht werden, sagen kann, dann dies: Kämpfen können sie, sie sind nämlich gar nichts anderes gewohnt.

Und sie haben auch allen Grund zu kämpfen. Nicht nur, dass sich die westlichen Besatzer so menschenverachtend wie nur möglich aufführen, die amerikanischen Truppen haben während der Invasion des Landes mit radioaktiver DU-Munition herumgeballert. Dadurch können sich die Afghanen jetzt auf Leukämie und Fehlgeburten gefasst machen. Ich kann es ihnen nicht verübeln, dass die Bewohner dieses Landes jeden ausländischen Soldaten töten wollen. Das würde ich auch wollen, wenn ich in einer Region lebe, die durch deren Handeln unbewohnbar wurde.

Bilderreihe von Opfern der DU-Munition (Achtung, diese Bilder können wirklich drastische Reaktionen hervorrufen und das meine ich auch so. Stellt lieber sicher, dass euer Magen vor dem Besuchen dieser Seite leer ist.)
Artikel der „Neuen Rheinischen Zeitung“ über DU-Munition

Die Nutznießer des Krieges

April 4, 2008

Nachdem ja längst klar ist, warum der „Krieg gegen den Terror“ geführt wird, nämlich der Einnahmen für Öl- und Rüstungsindustrie zuliebe, möchte ich nun einmal kurz darauf hinweisen, welche Personen direkt von diesem Krieg profitieren. Es sind Abgeordnete des amerikanischen Kongresses, welche Aktien bei Firmen haben, die am Krieg beteiligt sind und somit gigantische Gewinne einfahren. Die selben Menschen, die den Krieg beenden oder weiterlaufen lassen können, die entscheiden, inwieweit er weiter finanziert wird, schöpfen die Gewinne ab. Ein Schelm wer böses dabei denkt? Es ging nie um Massenvernichtungswaffen, Terroristen, oder die Absetzung Saddam Husseins, sondern nur um Geld.

Daran musste ich denken, als ich las, dass Peter Struck eine SPD-Mehrheit für eine Erhöhung der Truppenzahl in Afghanistan verspricht. Ob er auch ein paar Anteile an deutschen Waffenfirmen hat?

Ich finde es auch wichtig, bei solcher Gelegenheit darauf hinzuweisen, dass die Mehrheit der Bevölkerung einen sofortigen Truppenabzug aus Afghanistan will. Die Entscheidung Strucks ist also nicht bloß deswegen undemokratisch, weil er „seiner“ Fraktion vorschreibt, wie sie abzustimmen hat, sondern auch, weil er den Willen der Mehrheit, welche in einer Demokratie ausschlaggebend ist, ignoriert und für seinen persönlichen Vorteil Menschen in den Tod schickt. Der Kerl ist einfach ein Diktator ohne Rücksicht auf Menschenleben.

Herzlichen Glückwunsch, Mr. Bush

März 25, 2008

Mr. Bush (so wie ich es ausspreche verstehen meine Feunde immer „Mistkerl Bush“), ich hatte kaum Zeit gefunden ihnen einmal zu gratulieren, und hatte es auch versäumt Ihnen zum fünfjährigen Jubiläum Ihrer Operation Iraqui Liberation eine Grußschrift zu schreiben. Das ist wohl nicht zu schlimm, laut eigener Aussage lesen Sie ja eh nichts.

Gratuliere ich eben zum 4000. im Kampf gegen die irakische Bevölkerung getöteten Soldaten. Diese Zahl repräsentiert natürlich nicht alle Männer und Frauen die sie für die Eroberung der irakischen Ölquellen und Gewinne für ihre Kumpel bei den Rüstungsfirmen in den Tod geschickt haben, sondern bloß diejenigen, die durch Kugeln, Autobomben und Sprengfallen ums Leben gekommen sind. Die Toten Mordarbeiter, die von der Radioaktivität ihrer eigenen Uranmunition dahingerafft wurden, werden nicht gezählt. Nun gut, dieses Verschleiern ist auch nur logisch, wenn ihr Kabinett schon die Zahl 4000 als psychologisch wichtige Grenze ansieht und die offiziellen Todeszahlen diese zumindest bis zum Ende der Präsidentschaftswahl nicht überschreiten sollen, und die bestätigten Opferzahlen auf amerikanischer Seite bei 3992 dümpeln.

Schon allein deswegen sträuben sich Sie und auch ihre Junta, die von der Strahlung der DU-Munition dahingerafften Soldaten aufzuführen. Auch möchten Sie nicht zugeben, dass sie durch den Einsatz von radioaktiven Projektilen den Irak, Afghanistan und Teile der Balkan-Halbinsel faktisch unbewohnbar gemacht haben. Fehlgeburten, Leukämie und sonstige Arten von Krebs nehmen in den Gebieten sprunghaft zu und das trifft eben nicht nur berufliche Schlächter, sondern auch und vor allem die Zivilbevölkerung der angegriffenen Länder. Deren Opferzahlen werden in allen westlichen Medien verschwiegen, genau zählt sie auch niemand. Wenn man allerdings Umfragen im Irak durchführt und dann die Ergebnisse hochrechnet, erhählt man mehr als eine Million toter Iraker durch Folgen ihres Angriffskriegs.

Mehr als eine Million Leichen im Irak (und somit vergleichbare Dimensionen in Afghanistan) stehen knapp 3000 Toten durch die Anschläge auf das World Trade Center gegenüber. Blendet man nun einmal aus, dass die „Aufklärung“ dieser Anschläge vor Ungereimtheiten nur so strotzt, dass nicht einmal das FBI erklären will, es hätte harte Indizien, die im Fall 9/11 auf Osama bin Laden schließen lassen (sondern diesen bloß aufgrund von „Ermordung amerikansicher Staatsbürger außerhalb der USA“ sucht) und dass Ihre Regierung schon allein durch die exakt 935 Lügen im Vorfeld des Irakkriegs jegliche Glaubwürdigkeit verloren hat, also wenn man nun annimmt, es wären tatsächlich muslimische Extremisten für den Einsturz des World Trade Centers verantwortlich, dann kann man anhand der Opferzahlen nur sagen, dass muslimische Extremisten Mörder sind, allerdings ist auch der härteste, gefährlichste und radikalste Islamist gegen Sie und ihre Kamarilla ein Chorknabe.

Sie sind ein Mörder, der schnellstmöglich an einen Platz befördert gehört, wo kein Mensch mehr vor Ihren Aktionen in Gefahr ist. Ich erspare mir den Vergleich mit anderen historischen Persönlichkeiten, die sich in außerordentlicher Weise durch das massenweise Vernichten von Menschenleben auszeichneten. Wenn man von den Folgen ihres Handelns erfährt, fragt man sich unwillkürlich, wo Menschen vom Schlage eines Lee Harvey Oswald, John Wilkes Booth oder Leon Czolgosz sind, wenn man sie einmal braucht. Ich wünsche Ihnen aber trotzdem nicht den Tod. Zum einen, weil ich der Meinung bin, dass ihr Tod keine Änderung bewirkt, sondern sie bloß durch ihre Komplizen zu einem Märtyrer hochstilisiert würden und ein anderes neokonservatives Arschloch den von ihnen losgetretenen Weltenbrand weiterführte. Zum anderen, weil ich zu den Leuten gehöre, denen das Leben eines Menschen nicht scheißegal ist, auch wenn es das eines Massenmörders ist. Ich weiß, wir sind selten geworden und sie können diese Haltung vermutlich nicht nachvollziehen.

Ich kann nur hoffen, dass ihr Volk, in dessen Vertretung sie entweder komplett versagt haben, oder das Sie bewusst und willentlich hinters Licht führen, sich eines Tages erheben wird, um den Umtrieben, die sie angefangen haben, und die ihr Nachfolger auf die eine oder andere Weise fortführen wird, ein Ende macht.

Auf dass wir uns nie begegnen müssen,

Kuro

Legal, illegal, scheißegal

März 13, 2008

Während der Bundestag noch über eine personelle Ausweitung des Afghanistan-Mandats der Bundeswehr debattiert, werden am Hindukusch Fakten geschaffen. Nach junge Welt vorliegenden Informationen überschreitet die Bundeswehr in diesen Tagen bewußt die vom Parlament beschlossene Zahl der maximal in Afghanistan einzusetzenden Soldaten, und zwar deutlich. Laut Mandat des Bundestages dürfen derzeit maximal 3500 deutsche Soldaten gleichzeitig am Hindukusch stationiert sein. Wie junge Welt am Mittwoch erfuhr, sind in den kommenden sechs Wochen allerdings 3744 Soldaten der Bundeswehr in Afghanistan im Einsatz. Die zuständigen Wehrexperten der im Bundestag vertretenen Parteien sind vom Verteidigungsministerium über den Rechtsbruch informiert worden, aber zum Schweigen verpflichtet.

Ein gutes Beispiel von vielen, das zeigt, wie viel wert unsere Herrscher auf die Einhaltung der eigenen Gesetze legen. Gesetze sind halt von Politikern für deren Interessen geschrieben, nicht für unsere. Und sollte diesen Verbrechern einmal doch ein Gesetz im Weg sein, dann ignorieren sie es einfach.

Ich finde es übrigens wichtig, bei solchen Artikeln darauf hinzuweisen, dass die Mehrheit der Deutschen den Afghanistankrieg generell ablehnt.

Afghanistans Wirtschaft floriert

März 4, 2008

Nach Angriffskrieg und strahlungsinduzierten Völkermord geht es nun endlich aufwärts für Afghanistan, zumindest für einen Teil dessen Wirtschaft. Denn der Export von Rauschmitteln ist immens angestiegen, was eine Erhöhung des afghanischen BIP um 65% zur Folge hatte. Inzwischen exportieren die Warlords des Landes kein Rohopium mehr, sondern „veredeln“ selbiges schon im Inland zu Heroin. Der Heroinexport macht nun 40% des afghanischen Wirtschaftsvolumens aus und damit den größten Teil desselbigen. Schön, dass die deutsche „Entwicklungshilfe“ doch noch einen Effekt erbrachte.

(In dem Text oben ist irgendwo Sarkasmus versteckt. Wer ihn findet darf sich etwas drauf einbilden.)

Kindersoldaten

Februar 25, 2008

An deutschen Stammtischen wird gern vom hohen Ross hinab auf „gering entwickelte“ Staaten geschaut und mit moralischem Zeigefinger und Erwähnung der gesellschaftlichen Missstände dort über Armut, Korruption und alles Elend in diesen Gesellschaften gesprochen. Dass ein großer Teil dieser Missstände von der Postkolonialpolitik der westlichen Staaten verursacht und gehalten werden, interessiert dabei nicht.

Auch ist es egal, dass das hohe Ross eher ein lahmer Klepper ist, wenn man sich anschaut, dass die schlimmsten Zustände in der „Dritten Welt“ anscheinend von Vertretern der „entwickelten“ Staaten für gar nicht so schlecht gehalten werden. Ein Beispiel stellen Kindersoldaten, die zwar dem deutschen Stammtisch zuwider sind, aber in Afghanistan als guten Kugelfang für deutsche Soldaten dienen.

Bundeswehroffiziere »begleiten« von ihnen ausgebildete afghanische Einheiten bei Kampfeinsätzen im Süden und Südosten des Landes. Wenn die junge Welt vorliegenden Informationen stimmen, wäre es eine an der Öffentlichkeit und am Bundestag vorbeigesteuerte Geheimoperation, die dem offiziellen Mandat widerspricht. Die Quelle in Brüssel berichtet, daß einige der von deutschen Offizieren ausgebildeten Afghanen höchstens 16 Jahre alt sind. Die Umstände, unter denen solche Jugendliche für den Kriegsdienst angeheuert werden, sind den Angaben zufolge oft nicht wirklich als freiwillig zu bezeichnen. Viele Rekruten flüchten demnach schon während der Ausbildung.

Man sollte immer vor der eigenen Haustür kehren, bevor man anderer Leute Schwellen als schmutzig bezeichnet. Natürlich sind Kindersoldaten in Afrika ein dringendes Problem, Kindersoldaten in Afghanistan, ausgebildet von deutschen Offizieren sind es allerdings auch. Und bevor man von der Überlegenheit der westlichen Werte, also der westlichen Gesellschaft spricht, sollte man sich anschauen, was diese westliche Gesellschaft wert ist, wenn sie (wie die kritisierten Gesellschaften) Minderjährige an der Waffe ausbildet und einsetzt. Das soll nun keinesfalls die Probleme in den faktischen Kolonien der EU verharmlosen, sondern nur ein paar Zeigefingerschwingern den Spiegel vorhalten.

Mit Vollgas gegen die Wand

Februar 10, 2008

Was macht man, wenn man einen Wagen gegen die Wand fährt? Noch einmal zurücksetzen und die Aktion mit einer noch höheren Geschwindigkeit wiederholen? Franjo Jung würde das tun, wenn er seine Logik zum Afghanistaneinsatz auf das Führen eines Kraftfahrzeugs überträgt.

Deutschland reagiert offenbar auf die Vorwürfe der USA über mangelnde Solidarität beim Nato-Einsatz in Afghanistan: In der Bundesregierung wird nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa und des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ geplant, den Einsatz am Hindukusch um mindestens 1000 Soldaten aufzustocken.

In der Hoffnung, dass die Wand durchbricht, wenn man nur oft genug dagegenfährt, sollen nun 1000 weitere Soldaten an den Hindukusch geschickt werden. Zwar vermutlich nicht vor dem Herbst, aber sie werden kommen. Bisher hatte jede ausländische Besatzungsmacht geglaubt, durch mehr Soldaten den Widerstand der Besetzten bezwingen zu können. Bisher lief das (fast) immer schief.

Auch in Afghanistan waren schon öfters Besatzer unterwegs. Das britische Kolonialheer und die rote Armee hatten versucht das Land zu befrieden und sich bloß kräftige blutige Nasen geholt. Zwischen ausländischen Invasionen versinkt das Land häufig im Bürgerkrieg. Die Afghanen sind den Krieg also gewohnt. Sie kennen es gar nicht anders, als fremde Mächte, die ihr Land angreifen zu bekriegen und sich einen lnagdauernden Krieg mit ihnen zu liefern.

Und sie haben jeden Grund dazu. Nicht nur, dass Bomber der „Operation Enduring Freedom“ gerne einmal zivile Häuser und Hochzeitsgesellschaften beschießen und (auch deutsche) Besatzer willkürlich Zivilisten ermorden, die amerikansichen Soldaten haben bei der Invasion und während der Besatzung Munition aus abgereichertem Uran benutzt. Diese hat aufgrund ihrer Eigenschaft als radioaktives Material das Land in eine lebensfeindliche Region verwandelt, deren Bewohner sich nun auf Leukämie, Krebs und Gendefekte gefasst machen können. Menschen mit einem starken Magen können sich die Folgen der „Befreiung“ Afghanistans auf dieser Seite anschauen.

Was würdet ihr fühlen, seht ihr euer Kind auf derart schreckliche Weise deformiert? Und was würdet ihr den Verantwortlichen antun wollen? Was werden wohl Menschen tun, die es gewohnt sind, sich lange, verzweifelte Kriege zu liefern? Die Afghanen werden jeden ausländischen Soldaten in ihrem Land töten, wenn sie die Gelegenheit dazu haben. Und angesichts es nuklearen Völkermords, den die amerikansichen Truppen in dem Land anrichten, fällt mir kein guter Grund ein, warum sie das nicht tun sollten.

Übrigens sind auch deutsche Soldaten von der radioaktiven Muniton betroffen, sie befinden sich ja auch in dem betroffenen Gebiet. Wer solche Verbündete wie die Amerikaner hat, der braucht wirklich keine Feinde mehr.

Das Verteidigunsministerium Kriegsministerium kann noch weitere 1000 oder 10000 Soldaten in das Land schicken, das taten andere in der Vergangenheit auch. Das ist kein Land, das man befrieden kann. Man kann dort höchstens ewig Krieg führen, aber gewinnen ist dort nicht möglich. Es ist ein Land, zum sterben, nicht zum siegen.

Geld für die Taliban

Februar 5, 2008

Der Preis für den Realzynismus des Tages geht an die britische Regierung:

Britische Agenten haben offenbar geplant, in Afghanistan ein Trainingscamp für Taliban einzurichten, indem bis zu 2000 Soldaten und Offiziere ausgebildet werden sollen. Das berichtet die britische Tageszeitung „The Independent“ in ihrer heutigen Ausgabe; die Informationen stammten aus afghanischen Geheimdienstkreisen.

Wie ging das mit der Al Kaida eigentlich damals los? Achja, die amerikanische Regierung fing an, junge muslimische Fundamentalisten im Militärwesen auszubilden, damit sie gegen die Sowjet-Union in Afghanistan kämpften. Das war sogar im selben Land, in dem die britische Regierung nun meint, Taliban ausbilden zu müssen, um andere Taliban zu bekämpfen.

Sind diese Holzköpfe in der britischen Führung wirklich so bescheuert? Muss man wirklich diesen Quatsch wiederholen, auf Kosten von Zivilistenleben? Anscheinend muss man, wenn man die britischen Regierung fragt, was sehr gut zeigt, ob man auf deren Urteil vertrauen kann.

Ist eigentlich schon mal irgendeiner der Dorfdeppen in den angelsächsischen Regierungen auf die Idee gekommen, dass sie den Terrorismus am besten bekämpfen, indem sie aufhören, ihn zu finanzieren?

Einfach und wirksam

Februar 2, 2008

Es gibt einen einfachen Propagandatrick, um das Stimmvieh von unbequemen Themen fernzuhalten. Der Trick ist, einfach ein anderes aber verwandtes Thema, in dem die Regierung im Sinne des Volkes entscheidet oder spricht, aufzubauschen, um damit vom Kern der Sache abzulenken.

So geschah es beispielsweise bei der Hinrichtung von Saddam Hussein. Dass die amerikanische Regierung den Mann hat erhängen lassen war viel weniger Punkt eines Skandals, als dass jemand den staatlichen Mord mit einem Handy aufgezeichnet hatte. Schon hatte man ein schönes ablenkendes Ersatzthema, das die Hinrichtung überdeckte.

In der Frage der Ausweitung des ISAF-Einsatzes der Bundeswehr, der einen völkerrechts- und grundgesetzwidrigen Angriffskrieg darstellt (mindestens seit Hamid Karsai sich gegen mehr Soldaten in Afghanistan sperrt), um weitere 250 Slodaten kommt in der Bevöllkerung überhaupt nicht an. Das verwundert nicht, wenn man sich anschaut, dass die Mehrheit der deutschen Bevölkerung diesen Krieg generell ablehnt. Auch kann man sich, indem man behauptet, nur Aufbauarbeit als „bewaffnete Feuerwehr“ zu leisten, nicht mehr aus der Formulierung „Krieg“ oder „Kampfeinsatz“ stehlen, da die neuen Soldaten einen klaren Kampfeinsatz haben (im Neusprech „als ‚QRF‘, also ‚Quick reaction force‘ agieren“).

Eigentlich kann es ja einer deutschen Regierung völlig Banane sein (und ist es auch), was das deutsche Volk meint, doch leider stehen die Wahlen in Hamburg so ganz kurz bevor, dass unsere Führer nicht darauf bauen, dass dem deutsche Michel die Ausweitung des Angriffskrieges rechtzeitig von allein entfallen wird. Und aus diesem Grund wird ein weiters Thema in die Propaganda geschossen, die Forderung von NATO-Staaten an die BRD auch im Süden Afghanistans Krieg zu führen. Da können sich unsere Führer dann profilieren und den Untertanen vorspielen, ihre Interessen zu vertreten, indem sie einen Kampf im Süden ablehnen. Die Bevölkerung fühlt sich bestätigt und vergisst die tatsächliche Entsendung deutscher Berufskiller nach Afghanistan.

Deutschland foltert

Januar 27, 2008

In der allgemeinen Guantanamoaufregung hat der Großteil der deutschen Bevölkerung vergessen, dass man nicht Amerikaner sein muss, um zu foltern. Murat Kurnaz wurde in Afghanistan von deutschen KSK-Soldaten „Techniken“ ausgesetzt, wie es im Neusprech heißt. Dies berichtete er zumindest, was nun bestätigt werden konnte.

Zwei ehemalige Mithäftlinge des 2001/2002 nach Afghanistan und Guantánamo verschleppten Murat Kurnaz haben dessen Vorwürfe an deutsche KSK-Soldaten in wichtigen Punkten bestätigt. Die beiden Briten hätten am Mittwoch vor dem geheim tagenden Verteidigungsausschuß des Bundestages ausgesagt, daß im US-Gefangenenlager Kandahar »Gefangene offensichtlich mißhandelt und der Folter durch Schlafentzug ausgesetzt wurden«

Aber das war bestimmt nur ein Einzelfall. Wie in Guantanamo, da sind das auch ein paar hundert Einzelfälle. Wer sich nun (völlig zurecht) das amerikanische Folterlager kritisiert, aber meint, als Deutscher einen moralisch höheren Standpunkt zu vertreten, der betreibt nichts als Heuchelei, eine Doppelmoral. Die VSA und die BRD, beides Folterstaaten ohne Rücksicht auf Menschen.

Auch Soldaten sind Mörder!

Januar 10, 2008

Ich hatte die Phrase „Soldaten sind Mörder!“ in einem früheren Beitrag bereits einmal negiert. Dabei bezog ich mich allerdings nur auf ihre vorgesehene Tätigkeit, „den Feind“ (wer auch immer gerade Feind ist) zu erschießen. Ganz herkömmlicher Mord in einer Form, die von besonderer Menschenverachtung zeugt, kommt allerdings auch unter Soldaten vor.

Wohlgethan berichtet auch, wie menschenverachtend sich Soldaten der sogenannten Schutztruppe ISAF gegenüber der Zivilbevölkerung verhielten. Wenn sie überprüfen wollten, ob in einem Feldstück noch versteckte Minen lagen, warfen sie vor den Augen hungriger Kinder Äpfel hinein. »Wenn die Kinder losliefen, um sich die Äpfel zu holen, und es keinen Knall gab, wurde dieses Feld als geklärt und unvermint betrachtet.« Und wenn es doch knallte, hatte das Kind eben Pech gehabt.

Mir wird schlecht, wenn ich das lese. Bei diesem Verhalten der „Schutztruppe“ wundere ich mich nicht, warum einige gewaltbereite Terroristen uns in die Luft jagen wollen (die terroristische Bedrohung ist zum größten Teil allerdings ein Hirngespinst und Panikmache um die totale Überwachung der Bevölkerung weiter auszubauen). Ich wundere mich, warum das so wenig sind. Was wird wohl der Vater des Kindes, das „Pech gehabt“ hatte tun? Er wird seinen Hass wohl an den Besatzungssoldaten auslassen. Es ist nur natürlich, dass die Taliban sich bereits 54% von Afghanistan zurückerobern konnten. Wer die Bevölkerung des besetzten Landes auf die schlimmstmögliche Weise behandelt, der braucht sich nicht wundern, wenn der Widerstand Zulauf in Scharen erhält.

Der Artikel berichtet auch von anderen Eklaten deutschen ISAF-Truppen (und unserer Verbündeten dort). Über Besäufnisse, die das Oktoberfest wie einen Kindergarten aussehen lassen, Gruppenvergewaltigungen in der Armee von Hamid Karsai (ja, diese Schweine sind unsere Alliierten), eindeutig illegale Operationen außerhalb des zugewiesenen Mandatsgebietes der Bundeswehr, Erschießungen von Afghanen unter ungeklärtem Umständen und rechtswidrige Einsätze für den MAD.

Das große Pech hat die Bevölkerung, denn unter einer weiteren Regierung der Taliban wird es ihnen auch nicht besser gehen als unter der ersten. Vielleicht aber, wenn sie Glück haben, reißt aber die Abu Sajaf das Ruder an sich. Im Gegensatz zur Hauptstadt ist das von der Abu Sajaf kontrollierte Gebiet ein (für afghanische Verhältnisse) ein Idyll.

Wohlgethan schildert Patrouillenfahrten durch den Bezirk Paghman nordwestlich von Kabul, wo die Gruppe Abu Sayyaf unter ihrem Anführer Khaddafy Janjalani das Sagen hatte. Abu Sayyaf wird gemeinhin dem Netzwerk Al-Qaida zugerechnet. »Wir genossen dieses Dorfidyll, das wie eine Mischung aus Toskana und Tausendundeiner Nacht anmutete. Augenscheinlich sorgte Khaddafy Janjalani sehr gut für die Menschen in seinem Bezirk.«

Ja, richtig gelesen. Die verrückten Islamisten von Al Kaida sorgen für halbwegs erträgliche Lebensumstände. Diese „gefährliche Bedrohung“, diese „bekloppten Fanatiker“ sind die einzigen, die die Afghanen konsequent wie Menschen behandeln. Unter einem islamistischen Regime ist das Leben allerdings trotzdem (vermutlich) kein Zuckerschlecken, aber besser als unter NATO-Besatzung geht es den Afghanen auf jeden Fall.

Strahlende Zukunft

Dezember 5, 2007

Eigentlich ist es ein alter Hut, aber noch einmal zu Erinnerung: Die amerikanische Armee setzt im Irakkrieg (sowie in Afghanistan und auf dem Balkan) Munition aus abgereichertem Uran ein. (Die Soldaten Israels haben auch im Libanonkrieg damit rumgeballert). Das hat natürlich Folgen für die dortige Bevölkerung (und für die umliegender Länder, der entstehende Uranstaub breitet sich nämlich aus), namentlich Leukämie, Gendefekte, Fehlgeburten, Nierenversagen und Krebs.

Arthur Bernklau von den Veteranen für Verfassungsrecht fügt hinzu: „die langfristigen Auswirkungen von DU sind praktisch ein Todesurteil. Der Irak ist ein vergiftetes Ödland. Jeder, der sich dort befindet, wird höchstwahrscheinlich Krebs und Leukämie bekommen. Die Geburtsrate von deformierten Neugeborenen ist völlig außer Kontrolle geraten.“
[…]
Dr. Helen Caldicott, die prominente Anti-Nuklear- Kämpferin, schrieb: „Das meiste DU ist in den Städten wie Bagdad, wo die Hälfte der 5 Millionen Bewohner Kinder sind, die auf und in den ausgebrannten Panzern oder auf dem sandigen und staubigen Boden spielen .“
[…]
Wegen der extrem langen Halbwertszeit von Uranium 238, einem der radioaktiven Elemente in diesen Granaten, sind die pflanzlichen Nahrungsmittel, die Luft und das Wasser in der Wiege der Zivilisation auf immer kontaminiert,“ erklärt Caldicott.

Abgereichertes Uran fällt beim Betreiben von Atomkraftwerken an; es als Geschoss zu verwenden stellt also eine günstige Möglichkeit dar, den heimischen Strahlungsmüll zu entsorgen. Die Kosten, das Uran in ein Geschoss zu pressen sind im Vergleich zur herkömmlichen Versorgung, auf dass niemand dabei zu Schaden kommen soll, lachhaft. Auch ist Uranmunition panzerbrechend. So viel zu den Vorteilen von Uranmunition, die ausschließlich den Nutzern zu Gute kommt. Die verheerenden Nachteile sind den Zivilisten und auch den Soldaten im Kriegsgebiet vorbehalten. Ein Urangeschoss verfomt sich nicht beim Auftritt sondern wird zu Staub verbrannt. Dieser Staub wird dann von irakischen Zivilisten eingeatmet, die sich dann auf die oben genannten Krankheiten freuden dürfen. Die Schreibtischtäter in der amerikanischen Regierung, sowie die Bonzen der Rüpstungsindustrie bleiben wie immer schadlos von ihrem Massenmord, den sie anrichten.

Wundert es noch irgendjemanden, dass die westliche Welt, die Angriffskriege mit solchen Mitteln teilweise führt, teilweise unterstützt, den Hass des Teils der dortigen Zivilbevölkerung auf sich zieht, der noch nicht völlig verzweifelt ist?

Strahlend wird die Zukunft sein hat man uns erzählt.
Ja, ich weiß ich war noch klein, Jahre wenig auf der Welt.
Strahlend wird die Zukunft sein, höre ich noch heut,
geh’n wir am Atommüll ein, oder wie ist das gemeint?

Strahlend soll die Zukunft sein, gut wir werden seh’n,
ob wir wie ein Strahlemann lächelnd untergeh’n.
Wer noch einem Gott vertraut singe sein Gebet,
es könnte bald das Letzte sein, wenn’s so weiter geht.

Lichtstreif im Propagandanebel

November 22, 2007

Im dunklen schwarzen Rauch deutscher Propaganda (im Volksjargon „Journalismus“ genannt) ist für Wahrheit kein Platz, doch hin und wieder reißt diese Rauchwolke auf und offenbart einen Lichtstrahl Wahrheit. Das passierte heute, als die Süddeutsche vermeldete, dass die Taliban inzwischen 54 % von Afghanistan kontrollieren. Was unabhängige Nachrichtenquellen seit Jahren berichten, kann auch die Mainstreampresse nicht mehr ignorieren.

Ich hatte mich aber schon gefragt, wie die Journaille sich aus dem Kontrast jahrelanger Erfolgsmeldungen und der neuesten Meldung windet. „Eine dramatische Wendung“ ist es also, was man mit ein wenig Blicken über den medialen Tellerrand schon vor über drei Jahren klar war: Es ist eine Schnapsidee zu glauben, die NATO könne mit wenig Truppeneinsatz das schaffen, was die Sowjet-Union mit massivem Truppeneinsatz nicht schaffte, nämlich die Herrschaft über eines der partisanenstärksten Länder der Erde.

Todsicher

November 5, 2007

Wie erfreut die Bevölkerung Afghanistans und Iraks über ihre Befreiung durch die VSA und Vasallenstaaten ist kann man an der Sicherheitslage dieser Länder feststellen. In Afghanistan ist es so sicher, dass das Merkel sich nicht mit dem Auto durch Kabul traut, während amerikanische Diplomaten keinesfalls im Irak Dienst tun möchten, weil sie Angst um ihr Leben haben.

Naja, egal, im Irak sind „unsere Jungs“ (oder sollte man eher sagen „Jungs Jungs“, denn die Mehrheit der deutschen ist gegen die Versendung der deutschen Truppen) ja eh nicht stationiert, nur in Afghanistan. Und falls es dort mal ganz brenzlig wird, haben wir ja einen Evakuierungsplan, oder? Ach, nicht? Dann wünsche ich prophylaktisch schon mal ein schönes Begräbnis.

Yeah, come on all of you, big strong men,
Uncle Sam needs your help again.
He’s got himself in a terrible jam
Way down yonder in Afghanistan
So put down your books and pick up a gun,
We’re gonna have a whole lotta fun.

And it’s one, two, three,
What are we fighting for ?
Don’t ask me, I don’t give a damn,
Next stop is Afghanistan;
And it’s five, six, seven,
Open up the pearly gates,
Well there ain’t no time to wonder why,
Whoopee! we’re all gonna die.

Well, come on generals, let’s move fast;
Your big chance has come at last.
Gotta go out and get those beards
The only good Talib is the one who’s dead
And you know that peace can only be won
When we’ve blown ‚em all to kingdom come.

Well, come on Wall Street, don’t move slow,
Why man, this is war au-go-go.
There’s plenty good money to be made
By supplying the Army with the tools of the trade,
Just hope and pray that if they drop the bomb,
They drop it on the Taliban.

Come on mothers throughout the land,
Pack your boys off to Afghanistan.
Come on fathers, don’t hesitate,
Send your sons off before it’s too late.
You can be the first one on your block
To have your boy come home in a box.

(Nach I-Feel-Like-I’m-Fixin’-to-Die Rag von Country Joe)