Archive for the ‘Heiliger Stuhlgang’ Category

Nächstenliebe ja, aber doch nicht für alle

Dezember 28, 2008

Nein, das Blog ist nicht tot. Anderslautende Gerüchte werden hiermit widerlegt. Ich hatte mich nur eine Zeit lang recht stark zurückgezogen und dieses Projekt schleifen lassen. Zur Wiederaufnahme werde ich mich einmal wieder den Kirchen widmen, diese Verbrecher greife ich nicht halb so oft an, wie sie es eigentlich verdienen.

Der Führer, und das wird bitte genau so assoziiert, der katholischen Kirche, „Wir Papst“ Ratzinger, hat es sich kürzlich nicht nehmen lassen zu beweisen, dass er nichts, aber auch wirklich gar nichts aus der Vergangenheit sowohl dieses Landes als auch seiner Organisation gelernt hat.

Pope Benedict said on Monday that saving humanity from homosexual or transsexual behavior was just as important as saving the rainforest from destruction.

„(The Church) should also protect man from the destruction of himself. A sort of ecology of man is needed,“ the pontiff said in a holiday address to the Curia, the Vatican’s central administration.

Wes Geistes Kind ein Mensch ist, der eine Menschengruppe aufgrund ihrer sexuellen Orientrierung als schädlichen, ja geradezu bedrohlichen uns zerstörerischen Einfluß betrachtet, dürfte wohl ohne Probleme festzustellen sein. Wer trotzdem Zweifel hat, ob die Aussage des Massenblenders eine Aufregung wert sei, dem empfehle ich, die Worte „homosexual behavior“ durch „jewish influence“ zu ersetzen.

Die Worte Ratzingers sind im Kern die gleichen Worte eines Antisemiten, der die Juden für irgendwelches Unglück in der Welt verantwortlich macht, eines Rassisten, der meint, Einwanderer schwächten den Genpool seines Volkes, oder eines Faschisten, der eine Verschwörung seiner politischen Gegner ausgemacht haben will. Allen ist gemein, dass sie sich eine Gruppe aussuchen, die sie als Sündenbock und Ziel von Aggressionen benutzen können. Homophobie ist nichts anderes als Rassismus oder Antisemitismus, sie fundiert auf der gleichen Basis wie die anderen beiden und der Papst sollte nicht anders behandelt werden als jeder Rassist und Antisemit auch.

(via)

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Hasst du was, dann bist du was

März 23, 2008

Der Papst ließ zu Karfreitag mal wieder ein wenig seinen Antisemitismus raus, indem er die Karfreitagsfürbitte der tridentinische Lithiurgie wieder einführt. Diese war ihrerzeit abgeschafft worden, da sie die Grundlage des christlichen Antisemitismus (und somit sämtlichen Antisemitismus des Abendlandes) bildete.

Im Judentum zieht ein verrückter Geistlicher gleich nach und verbot jüdischen Menschen, Arabern Arbeit zu geben oder sie zu beherbergen.

Dov Lior, Oberrabbiner von Hebron und Kiryat Arba in der West Bank und Vorsitzender des Yesha-Rabbiner-Rats (Yesha ist im Hebräischen ein Kurzwort für „Judäa, Samaria und Gaza“), veröffentlichte demnach am Mittwoch ein entsprechendes jüdisches Rechtsgutachten. In einem Interview gegenüber „Eretz Israel Shelanu“ („Unser Land Israel“), die am Samstag in zahlreichen Synagogen verteilt wurde, sagte Lior, daß „da es eine Angelegenheit der Gefähdrung der Seelen ist, es offensichtlich, daß es vollständig verboten ist, sie anzustellen und ihnen in Israel Häuser zu vermieten. Ihre Anstellung ist nicht nur in Yeshivas [Talmud-Schulen], sondern auch in Fabriken, Hotels und überall verboten.“

Dieser rassistische Ausfall mag ein Unfall oder ein Ausnahmefall sein, und natürlich melden sich in Israel kritische Stimmen, die diesen Schwachsinn völlig korrekt als Rassismus bezeichen. Dennoch ist dieses Rechtsgutachten nicht zu unterschätzen, weil absolut jede rassistische Hetze eine Gefahr darstellt. Man darf zudem nicht vergessen, dass Dov Lior kein Hinterhofprediger aus einem Kleinkaff am Ende der Wüste ist, sondern als Oberrabbiner von Hebron und Kiryat Arba einen angesehenen Posten besitzt. Menschen auf hohen Posten gelten in einem hierarchischem System (für mich völlig unverständlich) als moralische Autoritäten und Vorbilder. Es geht also von einem Hassprediger wie Lior durchaus eine ernstzunehmende Gefahr aus.

Auch kann man anhand dieses Falls nachprüfen, ob man in solchen Fragen objektiv urteilt. Einfach mal vergleichen, was man über dieses Rechtsgutachten denkt, und was man denken würde, würde ein hoher islamischer Theologe eine Fatwa veröffentlichen, die den beruflichen Umgang und das Beherbergen von Juden (oder um den Kreis zu schließen Christen) verböte. Es läge das Wort „Hassprediger“ sofort auf der Zunge und nicht wenige (vor allem einige ganz spezielle pathologische Islamallergiker) würden darin ein Indiz für die Intoleranz und die Bedrohung des Islams sehen, der in der Religion per se innewohne.

Doch ist es natürlich nicht der Fall, dass eine dieser drei Religionen nennenswert aggressiver oder intoleranter wäre, als eine andere. Dazu sind die drei sich auch viel zu ähnlich. Das Problem ist nicht eine bestimmte Religion, sondern dass die Führungskaste Profit aus der Religion der Menschen schlägt und bestimmte Vertrteter der Kaste in ihrer Machtgier auch vor Rassismus nicht halt machen. Das Problem ist auch nicht direkt die Religion, diese ist ja nicht schlimm, solange ihre Anhänger niemandem, etwas zu Leide tun, sondern es sind die Führer der Gläubigen. Dabei sind auch nicht irgendwelche Mullahs/Rabbis/Priester bekloppter als andere, sondern mal dreht der eine Gottevertreter ein bisschen mehr durch und mal der andere. Und solange Menschen meinen, ihre Spiritualität dadurch ausleben zu müssen, dass sie ein paar Spinnern auch die dümmsten und gefährlichsten Lügen abkaufen, so lange wird es auch Probleme mit (religiösem) Fremdenhass und Intoleranz geben.

Dein Gewissen ist, was ich dir befehle!

Oktober 31, 2007

Dass Papa Ratzi nicht alle beisammen hat, ist nicht besonders schwer zu übersehen. Er beweist es ja auch immer wieder:

Der Papst hat Apotheker zur Dienstverweigerung aus Gewissensgründen bei Abtreibung oder Euthanasie aufgerufen. Es sei nicht möglich, „das Gewissen zu betäuben“, wenn es etwa um Medikationen gehe, die die Einnistung eines Embryos verhinderten oder ein Menschenleben beendeten, hatte Benedikt XVI. am Montag vor katholischen Apothekern, die in Rom an ihrem Weltkongress teilnahmen, erklärt.

Es gibt einen eklatanten Unterschied zwischen Euthanasie und Sterbehilfe, nämlich den, dass Sterbehilfe vollzogen wird, wenn ein Mensch selber schmerzfrei und möglichst würdevoll sterben möchte, aber nicht kann; und dass Euthanasie das Töten eines Menschen ist, weil jemand anders als der Getötete dessen Leben für lebensunwert betrachtet. Diesen Unterschied kennt Ratze, ignoriert ihn aber bewusst, um eine Verbindung zwischen Sterbehelfern und den Nationalsozilaisten zu schaffen, welche Euthanasie an Behinderten betrieben haben. Übrigens mit Kenntnis und Billigung der katholischen Kirche.

Auch dass „Wir Papst“ gegen die Abtreibungspille RU 486 und Verhütungsmittel wie die Pille danach sind, ist kei Wunder; freie Sexualität ist schließich, des Teufels; denn wie sollten sich sonst Pädophilie und andere sexuell bezogene Geisteskrankheiten entwicklen? Das ist alles von ihm gewollt, es sei denn, er ist bereits geistig so weggetreten, dass er gar nicht mehr merkt, was außerhalb des Vatikanevals vorgeht.

Dafür spricht jedenfalls, dass er meint, das Gewissen anderer Leute bestimmen zu können, entscheidet er doch ganz autokratisch, als der Gewissensdiktator, dass es gegen das Gewissen von Apothekern verstoße, diese Medikamente zu verkaufen. Auf die Idee, dass die Apotheker vielleicht ein eigenes Moralsystem hätten, das nicht zwangsläufig mit den verkalkten Moralvorstellungen des Pontifex‘ gekoppelt ist, kommt unser AIDSförderer wohl nicht. Für ihn gibt es religionsbedingt eben nur eine Moral, nämlich die, dass dem papst immer zu gehorchen sei, egal wie abstrus und schädlich seine Befehle auch sind. Die Vorstellung, dass er unfehlbar sei hat sich inzwischen verselsbtständigt und Ratze glaubt inzwischen an die eigenen Lügen, ganz wie die Figur O’Brien aus George Orwells Roman 1984.

Prinzipiell bin ich ja gegen Euthanasie, aber bei Ratze könnte man eine Ausnahme machen, er stellt nämlich in seinem Wahn eine Gefahr für sich und andere dar.

Der Papst interpretiert den Terrorismus

September 21, 2007

Einige terroristische Netzwerke beuteten «schamlos» den Vorwurf aus, die moderne Gesellschaft habe Gott vergessen, und versuchten damit ihre Bedrohung der globalen Sicherheit zu rechtfertigen. Angemessener Respekt für Religion helfe, diesem Vorwurf vom vergessenen Gott zu begegnen, sagte der Papst.

Komisch, mir fällt nur eine Organisation ein, die diese Begründung für ihren Unfug benutzt und bei der finde ich „Terrorismus“ nicht ganz passend, zumindest seit sie keine Inquisitionen mehr durchführt. Organisierte Kriminalität trifft doch eher zu.

Muslimische Partisanen greifen „den Westen“ nicht an, um dessen „Gottvergessenheit“ aufzuzeigen, sondern weil diverse westliche Staaten muslimische Länder besetzt halten, was im Dschihad rückgängig gemacht werden soll. Dieser Haltung begegnet man am besten, indem man sich nicht in einen Krieg gegen diese Leute stürzt, sondern ihn von vornherein vermeidet. Respekt vor Religion allgemein (oder im päpstlichen Sinne wahrscheinlich, vor dem Christentum allein) wird jedenfalls keinen Partisanen vom Widerstand abhalten.

„Papst gedenkt Ermordung der Juden“

September 8, 2007

steht im Titel dieses Artikels. Natürlich gedenkt er nicht allen ermordeten Juden, sondern nur denjenigen, die im Zuge des Nationalsozialismus verblendeten Hohlköpfen, die in typisch deutschem Kadavergehorsam agierten, zum Opfer fielen. Die Morde durch Christen verschweigt er natürlich, aber das war ja zu erwarten. Auch nicht überraschen konnte er mit seiner „Erinnerung“ an die angeblich christlichen Wurzeln Europas.

«Europa kann und darf seine christlichen Wurzeln nicht verleugnen. Sie sind ein Ferment unserer Zivilisation auf dem Weg ins Dritte Jahrtausend», sagte der Papst vor Bundespräsident Heinz Fischer und zahlreichen österreichischen Diplomaten

Welche christlichen Wurzeln denn? Das Christentum wurde durch Missionare nach Europa getragen. Vorher beherbergte dieser Kontinent, diverse Heidentümer und davor die verschiedenen Megalithkulturen, welche nichts mit dem Chrsitentum zu schaffen hatten.

Auch das Gefasel vom Christentum als Wurzel der Zivilisation ist dreist gelogen oder zumindest reiner Unfug. Unsere Zivilisation entstand erst wirklich durch die Aufklärung, der Stärkung von Wissenschaft und politischem Freiheitsgedanke auf Kosten der Religion, die sich beiden Ideen seit jeher in den Weg stellt. Die Menschenrechte, die Demokratie und die Technologie, die drei Stützsäulen des europäischen Hochmuts gegenüber „weniger zivilisierten“ Regionen, wären ohne, dass sich die Gesellschaft größtenteils von der christlichen Kirche losgesagt hatte, nie entstanden, beziehungsweise wiederentdeckt worden. Nicht umsonst nennt man die Zeit unseres Kontinents, in der die Kirche die größte Macht innehatte, das dunkle Mittelalter.

In Zeiten, in denen der Papst diesen geistigen Dünnschiss, der wahrscheinlich so manchen Dummschwätzer von der „christlichen/deutschen Leitkultur“ in seinem verkorksten Weltbild bestätigen wird, ablaichen kann, ohne sein Ansehen als moralische Autorität zu verlieren, ist dringend eine nochmalige Aufklärung von Nöten, bevor wieder Menschen auf Scheiterhaufen landen.