Archive for the ‘Iran’ Category

Bellizistischer Bullshit von der Tagesschau

Juli 9, 2008

Ich habe das Thema Iran eindeutig zu lange schleifen lassen, während die Kriegspropaganda auf Hochtouren läuft.

Iran hat nach einem Bericht des staatlichen Fernsehens neun Lang- und Mittelstreckenraketen getestet und damit international Besorgnis ausgelöst. Die Raketen wurden während eines Manövers der Revolutionsgarde im Persischen Golf abgefeuert. Unter ihnen war den Angaben zufolge auch eine neue Version der Shahab-3, die mit einer Reichweite von 2000 Kilometern auch Israel erreichen könnte.
[…]
Besonders besorgniserregend sei, dass diese Raketen auch nukleare Sprengköpfe transportieren könnten.

Hier könnte die Tagesschau ein wenig ihren Bildungsauftrag wahrnehmen und anmerken, dass nach Meinung sämtlicher Geheimdienste der USA und der IAEO der Iran keine Atomwaffen hat und keine entickelt. Würde dieses vorgebliche Nachrichtenmagazin auch irgendetwas von diesem Land verstehen, oder hätte ein Interesse daran, dass die Zuschauer nach dem Konsum ihrer Nachrichten ein bisschen schlauer sind als vorher, dann wäre in dem Artikel wohl auch etwas von der Fatwa Khameinis, die den Bau von Atomwaffen untersagt, zu lesen gewesen. Der Redakteur der Tagesschau ist sogar zu blöde, um zu bemerken, dass der Iran ein streng islamisches Land ist, in dem der Islam erheblichen Einfluss auf die Gesetzgebung und das staatliche Handeln nimmt. Für den Iran bedeutet das nichts anderes, als dass sie niemals Massenvernichtungswaffen einsetzen werden, weil die nun einmal im Islam verboten sind. Das ist auch der Grund warum der Iran Saddam Husseins C-Waffen-Angriffe (die er als säkularer Staatsmann ohne Gewissensbisse einsetzen kann) niemals nach der Maxime „Wie du mir, so ich dir“ vergolten hat.

Entweder in der Tagesschau-Redaktion sitzen ausschließlich mehrfach lobotomierte Armleuchter oder es wird hier ganz bewusst versucht, die Bevölkerung auf einen Krieg gegen den Iran einzustimmen. Immerhin ist die Tagesschau ein Teil der ARD, welche als staatlicher Rundfunk nicht der Wahrheit sondern der Regierung verpflichtet ist. Und die Regierung besteht nun einmal aus transatlantischen Kriegstreibern und Bush-Zäpfchen. Beiden Varianten ist gemein, dass die Tagesschau als Informationsquelle völlig versagt, was mit ein paar Klicks zu beweisen ist. Wer dennoch meint, sich durch die Tagesschau informieren zu können, dem ist auch nicht mehr zu helfen.

Als kleinen Abschlussgag liefert der Artikel übrigens noch ein paar Zeilen über das Raketenabwehrsystem in Tschechien, das sich „in erster Linie gegen Raketen aus Iran“ richte. Wie schon bei der angeblichen Reaktion auf die nordkoreanischen Raketen lässt sich diese Aussage durch einen Blick auf eine Karte als falsch entlarven. Wer gerade keine zur Hand hat, nehme die unten.

Die Iran-Israel-Tschechien-Route

Die Iran-Tschechien-Israel-Route

Die rote Linie stellt die Flugroute der iranischen Raketen dar, die sich die Tagesschauredakteure anscheinend vorstellen, wenn das Raketenabwehrsystem irgendetwas mit der oben erwähnten Bedrohung Israels durch iranische Raketen zu tun haben soll. Die grün gezeichnete Linie ist meine persönliche Einschätzung, welchen Weg die Raketen fliegen werden, sollte sich die iranische Regierung entscheiden, den „Kleinen Satan“ zu beschießen. Dass sie nicht den Weg über Tschechien nehmen sollte jedem klar sein, der weiß wo Israel, Tschechien und der Iran verortet sind, also den Erdkunde-Unterricht der Grundschule besucht hat. Das kann man von den Amateuren der Tagesschau aber anscheinend nicht erwarten.

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Das Spiel geht auch andersherum

März 5, 2008

Der Iran fordert nun Sanktionen der Vereinten Nationen gegen die VSA. Grund genug gäbe es ja, von Folter über Produktion und Handel mit Atomwaffen bis Angriffskrieg und Unterstützung von Terrorgruppen gibt es eigentlich jede Tat, die die gegenwärtige amerikanische Führung anderen Staaten so gerne vorwirft, aber selbst begangen hat.

Nur leider hat diese Aktion bloß wenig Aussicht auf Erfolg, da in den Vereinten Nationen nicht das Völkerrecht herrscht, sondern das Faustrecht des Stärkeren. Dies haben die Machthaber der VSA oft genug bewiesen.

Bushtrommeln

Januar 16, 2008

Heute aus der Rubrik „Der Balken im eigenen Auge“:

US-Präsident George W. Bush hat Iran und Al-Kaida als größtes Hindernis auf dem Weg zur Demokratie und Freiheit im Nahen Osten bezeichnet.

Beide würden den globalen Terrorismus finanzieren und die Stabilität im Nahen Osten bedrohen.

Sagt der Präsident der VSA, der mehrere (angeblich) Al-Kaida nahestehende Terrorgruppen im Iran mit Geld unterstützt und im Nahen Osten Waffen verscheuert.

Es sollte auch dem letzten Hohlkopf aufgefallen sein, dass Frieden und Stabilität im Nahen Osten das Letzte sind, was die amerikansiche Herrschaftskaste erreichen will, und dass keine ihrer Aktionen, erst recht keine militärische Intervention kein Angriffskrieg, ernsthaft dazu führen wird.

Jeder Grund ist recht

Dezember 14, 2007

Kann es einen besseren Beweis dafür geben, dass die Gründe der Kriegsrethorik gegen den Iran bloß vorgeschoben sind, als das Verhalten der Machthaber der VSA, Frankreich und Israel, die, obwohl der Iran weder eine Atombombe besitzt noch in nächster besitzen wird, um nicht das kleinste Stück von ihrem Kurs abweichen und munter weiter mit Krieg drohen, wenn der Iran sein Atomprogramm nicht aufgibt?

Es schert die Waffenindustrie sowie die gekauften Volks Wirtschaftsvertreter in der Politik doch nicht, ob man nun gegen einen Staat mit oder ohne Atomwaffen Krieg führt. Haptsache ist, dass überhaupt Krieg geführt wird, sonst bleiben die Einnahmen für die Rüstungsfirmen aus. Ob nun für einen atomfreien Iran oder für „Demokratie“ (Was man in den oben genannten Parteiendiktaturen auch immer darunter verstehen mag) oder gegen Terror; jeder Grund ist den Kriegstreibern recht, doch keiner ist echt.

Ach, sieh an…

Dezember 4, 2007

Iran entwickelt jetzt auf einmal doch keine Atomwaffen, meint nun nicht nur die IAEO, sondern meinen auch 16 Geheimdienste der VSA. Hätte nicht gedacht, dass die doch noch einmal mit der Wahrheit rausrücken, normalerweise bleibt man in der Branche ja bei einer Lüge, selbst wenn es offensichtlich ist, dass sie keineswegs der Wahrheit entspricht. Nun gut, Infokieg.tv ist schon nicht dasselbe wie die IAEO, da hat letztere wohl ein wenig mehr Einfluss.

Aber als notorischer Lügner kann man es sich nciht verkneifen, selbst in einer tendenziell wahren Aussage nocheinmal das Falsche zu erzählen:

Iran reagiert nach Einschätzung der US-Geheimdienste im Atomstreit mit dem Westen auf diplomatischen Druck. In der Zusammenfassung eines am Montag veröffentlichten Geheimdienstberichts, hieß es, Teheran habe sein Atomwaffenprogramm im Herbst 2003 auf Eis gelegt.
[…]
Aus Geheimdienstkreisen verlautete, das Atomwaffenprogramm sei auf internationalen Druck gestoppt worden. Es sei anzunehmen, dass der Iran das Programm bis Mitte 2007 nicht wieder aufgenommen habe.

Der „internationale Druck“ (also die unverhohlenen Kriegsdrohungen der North Atlantic Threatening Organization) existiert erst seit 2005, dem jahr, in dem Ahmadi-Nejad das Präsidentenamt übernahm. Hat sich Mahmud gestern in seine Zeitmaschine gesetzt, ist ins Jahr 2003 zurückgereist, um Chatami zu sagen, er solle das Atomprogramm auf Eis legen, oder wie ist die Theorie der Geheimdienste?

Die Geschichte wiederholt sich

Oktober 30, 2007

Es kann nicht mehr weit sein, bis die Streitkräfte der VSA den Angriffskrieg gegen den Iran starten, hat doch Mohammed ElBaradei, seines Zeichens Oberhaupt der Internatinalen Atomenergiebehörde ausdrücklich klar gemacht, dass der Iran kein Atomwaffenprogramm hat. Wer ein paar Jahre zurückdenken kann, der erinnert sich an Hans Blix, der am 9. Januar 2003 erklärte, dass er keine Massenvernichtungswaffen im Irak gefunden hat. Am 20. März griffen die Streitkräfte der VSA schließlich an.

Mit Riesenschritten in Richtung Krieg

Oktober 26, 2007

Die Herrscher der VSA lassen ihre Luftwaffe bereits mit bunkerbrechenden Bomben ausrüsten, jedoch nicht für den Krieg wie Condoleezza versichert:

„Wir gehen den diplomatischen Weg“, erklärte Rice.

Das ist alles, was sie dazu zu sagen hat. Mir stellt sich gerade die Frage, ob sie sich vielleicht ein wenig zu heftig den Kopf gestoßen hat, und zu oft. Dafür spricht jedenfalls, dass sie Russland vorwirft, den nahen Osten zu destabilisieren. Ja, richtg gelesen, die amerikanische Regierung wirft der russischen Destabilisierung des nahen Ostens vor.

An Provokationen gegenüber dem Iran will es die Junta der Amis dann aber nicht fehlen lassen, frieren sie schließlich die Konten der Revolutionsgarden in den VSA ein und verbieten jegliche Geschäfte mit dem Iran.

Auch die alten, unbewiesenen Vorwürfe von Atomraketen und Terrorunterstützung holt die Bush-Administration wieder aus der untersten Schublade des Propagandaschranks hervor, die sie immer noch nicht mit irgendetwas anderem als vagen Vermutungen, die auf verkürzter Wahrnehmung basieren, begründen kann. Wie wunderbar passt nun hier das Sprichwort mit dem Balken im eigenen Auge. In Händen der Regierung der VSA befinden sich rund 10.000 Atomwaffen. Des weiteren sind die VSA einer der größten Unterstützer für diverse Terrorgruppen, wie die Mujaheddin e-Khalq oder die der Al Kaida nahestehenden Jundullah. Eigentlich gäbe es also sehr gute Gründe die VSA mit Sanktionen zu belegen und nicht den Iran. Das wagt man jedoch nicht; denn in den Vereinten Nationen gilt das Faustrecht des Stärkeren und nicht das Völkerrecht.

Alberner gehts immer

Oktober 15, 2007

Zurzeit ist den Kriegstreibern der North Atlantic Threatening Organization, namentlich Merkel, Bush und Sarkozy, nichts zu albern, um ihren Krieg gegen den Iran im Vorfeld zu rechtfertigen

Das Merkel droht nach Schema F wieder mit schärferen Sanktionen:

Der Tageszeitung Die Welt sagte die CDU-Chefin: „Wir können nicht die Augen vor einer Gefährdung verschließen. Ich trete mit Nachdruck dafür ein, dass wir das Problem auf dem Verhandlungsweg lösen, aber dazu müssen wir auch bereit sein, weitere Sanktionen zu verhängen, wenn der Iran nicht einlenkt.“

Wie dieses Einlenken aussehen soll, das hat sie vor den VN schon einmal dargelegt. Der Iran soll die „Weltgemeinschaft“ davon überzeugen, dass er keine Atomwaffen will. Das schafft er bestimmt ebenso gut, wie der Irak davon überzeugen konnte, es gäbe keine Massenvernichtungswaffen in Besitz der irakischen Regierung. Merkels Intention liegt völlig offen: Mit einer solchen unerfüllbaren Forderung soll eine Legitimation für einen weiteren Angriffskrieg gegen einen Staat der „Achse des Bösen“ (=Staaten, die den Machthabern der VSA nicht passen) geschaffen werden.

Wer aber glaubt, dass dies unglaubwürdig und albern sei, der kennt den neuesten Streich der Kriegsfetischisten noch nicht.

Die Information beruhe auf Angaben mehrerer ausländischer Geheimdienste, berichtete der russische Radiosender Echo Moskwy am Sonntag unter Berufung auf Sicherheitskräfte. Demnach seien in Iran gleich mehrere Selbstmordkommandos gebildet worden, um Putin anzugreifen.

Wer so etwas glaubt, der erschießt wahrscheinlich auch seinen Geschäftspartner beim Handeln…

Russland baut ein Atomkraftwerk im Iran und hält im Weltsicherheitsrat seine schützende Hand über den Iran. Sie verkaufen außerdem Waffen an Teheran. Wozu also den engsten Verbündeten umbringen? Ganz abgesehen davon, dass ein Anschlag auf Putin Krieg mit Russland bedeutet, und das ist wohl das Letzte was der Iran braucht.

Aber das sind ja Moslems, also ist es doch völlig logisch, dass sie sich in die Luft sprengen, einen Grund brauchen die ja nicht, denn das sind ja Moslems, die sind ja bööööööööööööööööse!

Irgendein Idiot findet sich leider immer, der diesen Unsinn für bare Münze nimmt. Meldungen wie diese zeigen, für wie bescheuert die Herrscherkaste ihre Untertanen inzwischen hält.

Fakten? Brauch ich nicht!

Oktober 9, 2007

Nach Joschkar Fischer fühlt sich auch Nicolas Sarkozy dazu fähig, Sachverhalte aus einer Kristallkugel zu erfahren und seine Politik dementsprechend auszurichten.

Der Franzose warf dem Iran erneut vor, heimlich Atomwaffen zu bauen. Russland widersetzt sich als Vetomacht im Weltsicherheitsrat bisher einer härteren Gangart gegen den Iran. „Es muss alles getan werden, damit uns nicht nur die beiden schlimmsten Alternativen bleiben: entweder die iranische Atombombe oder die Bombardierung des Iran“, sagte Sarkozy der Zeitung.

Puh, ein Glück dass Nostradamus Nicolas Sarkozy das in seiner Kristallkugel gesehen hat. Wer sich bei seiner Informationsgewinnung auf so Nonsens wie Fakten stützt hätte glatt geglaubt, der Iran sei noch Jahre vom Bau einer Atombombe entfernt, wenn er denn überhaupt eine bauen wollte, schließlich ist das durch eine Fatwa von Khameini persönlich untersagt, oder könnte, immerhin haben sie nicht einmal spaltbares Material und die Russen scheuen sich irgendwie welches zu liefern.

Oder sollte Sarkozyeinfach dreist lügen, um seine Kriegspläne verwirklichen zu können? Aber wo kämen wir denn da hin, wenn wir plötzlich einsehen müssten, dass unsere Führer uns belügen? Lieber die Schnauze halten und die Kriegstreiber machen lassen. Es wird schon keinen umbringen…

„Selber Terrorist!“

Oktober 1, 2007

Über das kindergartengleiche Verhalten der Herren der Weltmächte habe ich ja bereits ein paar Worte verloren. Nun möchte auch der Iran in die Reihe der Infantilen auf absteigen. Hintergrund ist, dass der VS-Senat die iranischen Revolutionsgarden als internationale Terrororganisation betrachtet. Das iranische Parlament zieht nun nach und bezeichnet die CIA und das Militär der VSA als terroristisch. Frei nach dem Motto: „Selber, selber, lachen alle Kälber!“ Wie schön, dass Menschen auf dem geistigen Niveau von Kleinkindern über Leben und Tod entscheiden…

Anmerkung zum Schluss: Hätten die Iraner doch besser Drogenschmuggler statt Terroristen gesagt, da gibt es wengstens Indizien für.

Atomkraft für alle, bis auf den Iran

September 27, 2007

»Frankreich ist bereit, allen Staaten zu helfen, die die friedliche Atomenergie anstreben«, erklärt Sarkozy auf dem UN-Klimagipfel. Natürlich ist der Iran hierbei ausgenommen, der kriegt Atomkraft nur in Form von Atombomben, geliefert durch Israel, Bombe für Bombe per Luftfracht.

Umkehr der Beweislast

September 26, 2007

Wenn man keine Argumente hat, kann man als letzten Strohhalm immer noch die Beweislast umkehren und, anstatt Bewesie für die eigenen Behauptungen vorzulegen, die Belegung für das Gegenteil fordern. Eine solche „Argumentation“ ist zwar Gift für eine Diskussion und nur denkbefreite Knallchargen fallen auf diesen rhetorischen Taschenspielertrick herein, doch von dieser Sorte gibt es leider zu viele. Darum findet man immer wieder Menschen, die eine solche Taktik einsetzen, um zu verschleiern, dass sie ihr Handeln nicht auf Fakten, sondern auf Fantasien begründen.

„Nicht die Welt muss Iran beweisen, dass Iran die Atombombe baut. Iran muss die Welt überzeugen, dass es die Atombombe nicht will.“ Deutschland setze gemeinsam mit den Partnern auf eine diplomatische Lösung, sagte Merkel. Deutschland werde sich aber, sollte Iran nicht einlenken, entschieden für weitere, schärfere Sanktionen einsetzen.

Und wie soll der Iran das schaffen? Man kann ein solches Negativum prinzipiell nicht beweisen, das sagt schon die Erkenntnistheorie. Aber es braucht ja angeblich keine wirklichen Beweise, nur überzeugen muss der Iran den Rest der Welt, damit er von amerikanischen Angriffskriegen und israelischen Atomschlägen verschont bleibt (die dürfen seltsamerweise Atomwaffen besitzen und offen damit drohen, sie einzusetzen). Das ist ebenso unmöglich, schließlich, ist er ja in den Augen der Kriegsfetischisten der neue Hitler und wird ja ganz bestimmt lügen wie gedruckt.

Konnte Saddam Hussein die Weltgemeinschaft davon überzeugen, keine Massenvernichtungswaffen zu haben, obwohl er VN-Waffeninsperkteure ins Land gelassen hat? Nein, er fing sich einen Krieg gegen die VSA nebst Vasallenstaaten ein, der über eine Million Menschenleben kostete.

Es ist egal, ob Ahmadi-Nejad öffentlich verkündet, dass Atomwaffen nutzlos sind, oder Khameini den Bau und Gebrauch von Atomwaffen per Fatwa untersagt, die Lager der amerikanischen, israelischen, französischen und deutschen Waffenproduzenten sind voll und wollen geleert werden.

Vergleicht man die Drohungen von heute mit denen, die vor dem Irakkrieg gegen Saddam Hussein erhoben wurden, fällt es schwer, noch daran zu glauben, dass ein Krieg verhindert werden kann.

Die ganze „Welt“ hasst Ahmadi-Nejad

September 24, 2007

Ein Joseph Goebbels zugeschriebenes Zitat besagt: „Wenn du einmal angefangen hast zu lügen, dann bleibe auch dabei.“ Die Springerpresse hat es sich zu Herzen genommen und verbreitet nun schon seit knapp zwei Jahren ihre Märchen über den Iran und desen Präsidenten Ahmadi-Nejad. So auch heute wieder; es wird wieder einmal von Ahmadi-Nejads angeblichen Intentionen, Israel von der Landkarte auszuradieren „berichtet“:

Ahmadinedschad hat vor Monaten gefordert, Israel von der Landkarte zu tilgen und ist international wiederholt für seine Äußerungen über den jüdischen Staat scharf kritisiert worden.

Neben der „Welt“ verbreiten auch andere Medien wie „Spiegel“ dieses hanebüchenen Unfug. Er steht in nahezu allen Zeitungen, weshalb er nun in den Gedächtnissen der Sittenstrolche festsitzt, die den Massenmedien absolut alles ohne Prüfung glauben. Doch woher stammt diese Behauptung von Ahmadi-Nejads Forderung eigentlich? Aus einem falsch übersetzten Zitat; so sorgsam recherchiert der deutsche Journalismus.

Ich kann mir nur zwei Erklärungen für diese „Berichterstattung“ vorstellen:

Die deutsche Medien kopieren so oft ohne kritische Prüfung voneinander, dass Meldungen zum Selbstläufer werden, der nichts mehr mit der Realität zu tun hat.

Die Journaille weiß um die dreisten Lügen, die sie erzählt und munter wiederholt, um gezielt Propaganda gegen den Iran zu betreiben und einen Krieg gegen selbigen zu unterstützen.

Atomwaffen nur für Tyrannen

September 20, 2007

Nicolas Sarkozy hat das Atomprogramm Lybiens verteidigt, mit folgender Begründung:

Auch Länder wie Libyen hätten ein Recht auf Atomstrom. Er sei „offen“ dafür, dass Staaten, die diese „Zukunftsenergie“ brauchen, sie nutzen dürften, sagte der französische Präsident. Nur deshalb sei seine Haltung gegenüber dem Iran „glaubhaft und schlüssig“.

Naja, man kann schon dran glauben, dass er diese Meinung vertritt, viel sinnvoller wird sie dadurch aber nicht. Denn Iran, als Land zwar mit viel Öl, aber wenig Raffinerien, das sich zudem über den Ölverkauf finanziert, braucht Atomkraftwerke ebenso wie Lybien, das auch viel Öl hat. Warum also darf Libyen mit französischer Erlaubnis mal eben ein Atomprogramm führen und der Iran fängt sich mit seinem Programm einen handfesten Krieg ein? Der Grund findet sich in der Formulierung „Länder wie Libyen“, denn Staaten mit einer halbwegs demokratisch gewählten Regierung wie Iran sind in Sarkozys Augen nicht vertrauenswürdig. Schließlich sind Tyrannen ja über jeden Zweifel erhaben sehr friedliche Menschen, wir Deutschen wissen das aus erster Hand…

Oder meint le President, dass nur Staaten, die an französische Erdölkonzerne ein paar Lizenzen vergeben, das Recht haben, Atomstrom zu nutzen? Das wäre typisch für das Gerechtigkeitsverständnis der europäischen Führung.

Was bedeutet denn schon Völkerrecht?

September 18, 2007

Mitt Romney Dieses Gesicht wird wohl den wenigsten Europäern bekannt sein, was an und für sich einen Segen darstellt. Es handelt sich hierbei um Mitt Romney, seines Zeichens Kandidat für die kommenden Präsidentschaftswahlen der VSA. Im Moment ist er Gouverneur von Massachusetts und lebt in dieser Position seine Homophobie, Mordfantasien und Forschungsfeindlichkeit voll aus.

Dieses Paradebeispiel eines Sittenstrolches mit mitelalterlichem Weltbild soll nun also Präsident der VSA, dem militärisch und politsch mächtigsten Staates der Welt werden. Was wir von seiner Präsidentschaft zu erwarten haben, können wir anhand seiner Äußerungen zur Iran-Frage abschätzen:

Der republikanische Präsidentschaftsbewerber Mitt Romney hat UN-Generalsekretär Ban Ki Moon schriftlich aufgefordert, dem iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad den Auftritt vor den Vereinten Nationen zu untersagen.

Widrigenfalls würden die USA die Finanzierung der UNO kürzen, drohte Romney nach Angaben amerikanischer Medien. Die USA finanzieren ein Viertel des Etats der Vereinten Nationen.

Die Anhänger einer Diktatur auf Basis des puren Führerprinzips melden sich immer offener zu Wort. Ich muss wohl keine großen Worte verlieren, warum jedes Mitglied der VN seinen Standpunkt in einer Frage deutlich machen können sollte. Das Kräfteungleichgewicht durch die Vetomächte im Weltsicherheitsrat ist schon schlimm genug, aber zu fordern, dass ein Mitglied der VN sich nicht gegen hanebüchene Vorwürfe zur Wehr setzen darf, ist wohl eine neuer Tiefpunkt in der Beziehung zwischen VSA und VN. Unzweifelhaft möchte Romney dem Iran jegliche Möglichkeit nehmen, die spinnerten Fantasien der amerikanischen Führung über Atomwaffenprogramme und Terroristen zurückzuweisen, um damit einen Angriff gegen den Iran zu erleichtern. Ein schöner Ausblick auf die Stellung des Völkerrechts, sollte Romney Präsident werden. Aber es geht immer noch schlimmer. Um zu zeigen, dass sein geistig Erbrochenes keineswegs auf rationalen Überlegungen beruht, sondern er einzig und allein seinen Hass gegenüber der „Achse des Bösen“ zum Ausdruck bringen will, schießt er gleich hinterher:

Außerdem rief Romney auf, Ahmadinedschad nach seiner Ankunft in den USA festzunehmen.

Stellen wir ein kleines Gedankenspiel an: Wenn Romney schon jetzt eine solche Eskalatiosstrategie fährt, was wird er erst tun, wenn er Präsident der VSA ist? Wollen wir lieber hoffen, dass er die Wahlen verliert und zwar haushoch, soadass er schließlich frustiert seine Karriere als Politiker aufgibt und nie wieder irgendetwas zu sagen hat.

Denn das Völkerrecht schützt niemanden vor diesen Psychopathen, das haben sie oft genug bewiesen.

Das neue Wettrüsten

September 14, 2007

Da Atomwaffen nicht mehr in sind, muss nun ein neues Weltuntergangsarsenal geschaffen werden. Ist ja nicht zu ertragen, dass sich auf diesem Planeten einmal irgendjemand sicher fühlen kann. So prahlt Russland mit der einer Entwicklung, die 40 t TNT-Äqivalent auf die Waage bringt und im wesentlich aus entzündetem Gas seine Zerstörungskraft schöpft. Natürlich wollen die Amerikaner nicht zugeben, das die Russen eine bessere Waffe als sie haben und halten dagegen.

Die USA haben für einen Schlag gegen iranische Nuklearanlagen die weltweit stärkste Bombe mit einem Gewicht von 14 Tonnen, die tief im Erdreich liegende Ziele zerstören kann und Russlands neue Vakuumbombe übertrifft.

Das klingt zurest lächerlich, wie kleine Kinder, die sich streiten, wessen Vater der stärkere sei. Frei nach „Meine Waffe ist viel stärker als deine!“ – „Und meine Waffe ist noch viel, viel stärker als deine!“ Doch bleibt einem das Lachen im Hals stecken, wenn einem aufgeht, dass diese Leute über genug Feuerkraft verfügen, die gesamte Weltbevölkerung auszulöschen. Washington scheint ja im Moment Schritt für Schritt den ganzen nahen Osten ins Chaos stürzen zu wollen, so verfahren sie auch im Fall Iran nach Schema F. Vorwürfe bezüglich angeblichem Atomwaffenbesitzes oder solchen Intentionen, Unterstützung von Terroristen oder einfach ganz und gar unbegründete Drohungen, wie diese hier, in einem Atemzug mit der Meldung über die neue Bombe:

Ich kann ihnen nicht sagen, wie tief sie durchdringen kann. Doch Irans Präsident Ahmadinedschad hat nichts, das wir nicht durchschlagen könnten“, sagte er.

Da kann man gespannt sein, ob die Waffe überhaupt existiert oder alles nur heiße Luft ist. Nur hoffentlich nicht zu heiß.
Allerdings hat ja schon der Vorsitzende der israelischen Likud-Partei seine Pläne veröffentlicht, den Iran innerhalb von zwei Jahren anzugreifen. Bis dahin erfinden die amerikanischen Rüstrungsschmieden vielleicht schnell noch eine neue Waffe.