Archive for the ‘USA’ Category

…Kontrolle ist besser

August 23, 2008

Der Sicherheit von Wahlcomputern soll man einfach so vertrauen, fordern die Befürworter eines maschinell durchgeführten Urnengangs. Inwieweit dieses Vertrauen gerechtsfertigt ist, haben Wahlmaschinen des Herstellers Diebold bewiesen, die in 34 Bundesstaaten der USA eingesetzt wurden. Diese enthalten einen Fehler, der bewirken kann, dass Stimmen bei der Übertragung verschwinden. Zehn Jahre lang hat niemand diesen Fehler entdeckt und die Computer fälschten munter Wahlergebnisse.

Wer nun noch eine Einführung der Computerwahl befürwortet ist entweder ein vollkommener Schwachkopf oder möchte das bei Wahlcomputern deutlich höhere Potenzial von Wahlbetrug nutzen.

(via)

Bellizistischer Bullshit von der Tagesschau

Juli 9, 2008

Ich habe das Thema Iran eindeutig zu lange schleifen lassen, während die Kriegspropaganda auf Hochtouren läuft.

Iran hat nach einem Bericht des staatlichen Fernsehens neun Lang- und Mittelstreckenraketen getestet und damit international Besorgnis ausgelöst. Die Raketen wurden während eines Manövers der Revolutionsgarde im Persischen Golf abgefeuert. Unter ihnen war den Angaben zufolge auch eine neue Version der Shahab-3, die mit einer Reichweite von 2000 Kilometern auch Israel erreichen könnte.
[…]
Besonders besorgniserregend sei, dass diese Raketen auch nukleare Sprengköpfe transportieren könnten.

Hier könnte die Tagesschau ein wenig ihren Bildungsauftrag wahrnehmen und anmerken, dass nach Meinung sämtlicher Geheimdienste der USA und der IAEO der Iran keine Atomwaffen hat und keine entickelt. Würde dieses vorgebliche Nachrichtenmagazin auch irgendetwas von diesem Land verstehen, oder hätte ein Interesse daran, dass die Zuschauer nach dem Konsum ihrer Nachrichten ein bisschen schlauer sind als vorher, dann wäre in dem Artikel wohl auch etwas von der Fatwa Khameinis, die den Bau von Atomwaffen untersagt, zu lesen gewesen. Der Redakteur der Tagesschau ist sogar zu blöde, um zu bemerken, dass der Iran ein streng islamisches Land ist, in dem der Islam erheblichen Einfluss auf die Gesetzgebung und das staatliche Handeln nimmt. Für den Iran bedeutet das nichts anderes, als dass sie niemals Massenvernichtungswaffen einsetzen werden, weil die nun einmal im Islam verboten sind. Das ist auch der Grund warum der Iran Saddam Husseins C-Waffen-Angriffe (die er als säkularer Staatsmann ohne Gewissensbisse einsetzen kann) niemals nach der Maxime „Wie du mir, so ich dir“ vergolten hat.

Entweder in der Tagesschau-Redaktion sitzen ausschließlich mehrfach lobotomierte Armleuchter oder es wird hier ganz bewusst versucht, die Bevölkerung auf einen Krieg gegen den Iran einzustimmen. Immerhin ist die Tagesschau ein Teil der ARD, welche als staatlicher Rundfunk nicht der Wahrheit sondern der Regierung verpflichtet ist. Und die Regierung besteht nun einmal aus transatlantischen Kriegstreibern und Bush-Zäpfchen. Beiden Varianten ist gemein, dass die Tagesschau als Informationsquelle völlig versagt, was mit ein paar Klicks zu beweisen ist. Wer dennoch meint, sich durch die Tagesschau informieren zu können, dem ist auch nicht mehr zu helfen.

Als kleinen Abschlussgag liefert der Artikel übrigens noch ein paar Zeilen über das Raketenabwehrsystem in Tschechien, das sich „in erster Linie gegen Raketen aus Iran“ richte. Wie schon bei der angeblichen Reaktion auf die nordkoreanischen Raketen lässt sich diese Aussage durch einen Blick auf eine Karte als falsch entlarven. Wer gerade keine zur Hand hat, nehme die unten.

Die Iran-Israel-Tschechien-Route

Die Iran-Tschechien-Israel-Route

Die rote Linie stellt die Flugroute der iranischen Raketen dar, die sich die Tagesschauredakteure anscheinend vorstellen, wenn das Raketenabwehrsystem irgendetwas mit der oben erwähnten Bedrohung Israels durch iranische Raketen zu tun haben soll. Die grün gezeichnete Linie ist meine persönliche Einschätzung, welchen Weg die Raketen fliegen werden, sollte sich die iranische Regierung entscheiden, den „Kleinen Satan“ zu beschießen. Dass sie nicht den Weg über Tschechien nehmen sollte jedem klar sein, der weiß wo Israel, Tschechien und der Iran verortet sind, also den Erdkunde-Unterricht der Grundschule besucht hat. Das kann man von den Amateuren der Tagesschau aber anscheinend nicht erwarten.

Zu den Aussichten auf einen militärischen Sieg in Afghanistan

Juni 10, 2008

Marsch auf Kabul

Die Aufstände in Afghanistan schwellen nach einhelligem Urteil sämtlicher Beobachter ungebrochen an. Dies zeigt nicht zuletzt die Zahl der ums Leben gekommenen westlichen Besatzungskräfte. Verzeichneten ISAF und OEF von 2002 bis 2004 zwischen 57 und 69 Tote jährlich, so steigt deren Zahl seitdem deutlich an – auf einen vorläufigen Höchststand von 232 im vergangenen Jahr. Die Kämpfe beschränken sich längst nicht mehr auf den Süden und den Osten des Landes. Wie Brigadegeneral Dieter Warnecke urteilt, der bis Januar die ISAF-Operationen in Nordafghanistan kommandierte, gelingt es den Aufständischen, „aus den paschtunischen Siedlungsgebieten im Osten und Süden (…) ihren Einfluss auf die Provinzen des Landes über den Westen, seit 2007 sogar nach Norden wieder auszudehnen“.[1] Warnecke beschreibt das Vorgehen der Rebellen als „Marsch auf Kabul“.

Der Norden ist die Region, in die Taliban, welche den größten Anteil an den Aufständischen bilden, bisher nicht gewagt haben, weil sie in diesem Gebiet schon während ihrer ersten Eroberung des Landes von den tadjikischen und usbekischen Warlords auf die Nase bekommen haben. Dass sich die Taliban nun stark genug fühlen, um ihre Erzfeinde im Norden anzugreifen ist ein sehr eindeutiger Beweis dafür, dass der strategische Rückzug in ihr Ursprungsgebiet beendet ist, und sie sich gestärkt in der Offensive befinden. Aber wie sollte man daran zweifeln, wenn man sich ansieht, dass das von der NATO kontrollierte Gebiet inzwischen nur noch 30% des Landes ausmacht. Der Rest fällt an die Aufständischen, an Taliban und lokale Milizen.

Rückzugsbasis Waziristan

Es war ohnehin eine Schnapsidee, anzunehmen, dass man die Taliban geschlagen hätte, als sie sich in die afghanisch-pakistanische Grenzprovinz Waziristan zurückzogen. Diese Region Pakistans war schon während der russischen Invasion eine Hochburg des Widerstands und ist der perfekte Rückzugsort für Kämpfe der Taliban.

Zum einen sind die Bewohner Waziristans Fremden gegenüber sehr misstrauisch und führen eine archaische Lebensweise in Dorfgemeinschaften. Traditionell bestimmt der Verwandtschaftsgrad über Bündnisse. Da die Taliban wie die Waziren Paschtunen sind und teilweise selbst aus Waziristan stammen, können sie im Gegensatz zu den nicht verwandten NATO-Soldaten auf die Duldung oder sogar auf die Unterstützung der Waziren vertrauen. Die Waziren haben eine weit zurückreichende Kriegertradition und verdingten sich zum Beispiel im osmanischen Reich als Söldner. In der Gesellschaft der Waziren gilt ein Junge erst dann als Mann, wenn er im Krieg war. Sie lassen sich daher bereitwillig von den Taliban als Söldner rekrutieren. Stammesfürsten, die sich gegen einen Aufenthalt von ausländischen Militanten aussprachen wurden von den Taliban getötet.

Zum anderen ist das Land kaum erschlossen, eine Infrastruktur für Fahrzeuge ist praktisch nicht vorhanden. Erschwerend kommt noch hinzu, dass Waziristan eine Berglandschaft ist, die sich auch mit Geländefahrzeugen nicht befahren lässt. Die pakistanische Armee muss alle Truppen, die sie in der Gegend einsetzt, um die von den Taliban initiierte Sezessionsbewegung in den Griff zu kriegen, per Helikopter einfliegen. Ein Agieren mit schwerem Kriegsgerät in größeren Maßstäben ist in dieser Region also nicht möglich.

Auch darf sollte beachtet werden, dass die Taliban inzwischen in Waziristan die Herrschaft übernommen und die „Islamischen Emirate von Waziristan“ ausgerufen haben. Der Einfluss der Taliban in Waziristan ist also nicht zu unterschätzen. Tatsächlich ist es wohl eher so, dass die Taliban in einem Gebiet, das vor kriegsbereiten Söldnern bewohnt wird, die dominante Gruppe sind.

Es steht also zu befürchten, dass die Taliban in Afghanistan nicht zu besiegen sind. Man kann sie höchstens in ihre Hochburg Waziristan treiben und warten, bis sie dort wieder erstarken und ihre nächstre Offensive beginnen. Das Gelände und die Bewohner dieser Region verhindern, dass man die Taliban in Waziristan selbst angreifen kann.

Todesfalle Afghanistan

Die militärische Lage in Afghanistan selbst lässt sich am ehesten noch mit dem Wort katastrophal beschreiben. Die oben erwähnte Steigerung der Todeszahlen um mehr als 200% ist kein Ausreißer aus der Statistik. So lag 2005 mit 1,6 auf 1000 Soldaten zu 0,9 auf 1000 Soldaten die Quote an getöteten amerikanischen Truppen in Afghanistan deutlich höher als im Irak. Das mag man kaum glauben, wird Afghanistan in den deutschen Medien doch zumeist als befriedet, der Irak hingegen als Bürgerkriegsgebiet dargestellt. Doch die Zahlen im Bericht des US Institue of Peace sind nicht zu leugnen.

Nun sollte man doch erwarten, dass in einer solchen Region eingesetzten Truppen über eine halbwegs sichere Rückzugsstrategie verfügen. Doch für die deutschen Truppen gibt es so etwas nicht oder, wie Eckhart von Klaedan es ausdrückt: „Die einzige Rückzugsstrategie, die wir haben, ist unser Erfolg in Afghanistan.“ Das klingt ein wenig wie die „Kein Schritt zurück“-Anweisung an die Soldaten der roten Armee im zweiten Weltkrieg. Da die Lage im Norden Afghanistans noch relativ ruhig ist, fällt es nicht auf, doch von Klaeden meinte mit seiner Aussage nur eines: Sieg oder Tod!

Noch ist eine solche Einstellung harmlos, weil die deutschen Truppen zur Zeit im Norden vor den Taliban sicher sind. Die usbekischen und tadjikischen Drogenbarone verhalten sich friedlich, solange sie unbehelligt Schlafmohn anbauen, Heroin herstellen und dieses dann ins Ausland veraufen können. Doch sich die Bundeswehr tatsächlich in Kämpfen gegen die Aufständischen wiederfindet, wird sich angesichts der oben angeführten Punkte die Erkenntnis aufzwingen, die schon Briten und den Russen akzeptieren mussten: Afghanistan ist kein Land zum Siegen, es ist ein Land zum Sterben. Aber dann ist es wohl bereits zu spät.

Fälschungen, Folter und „unerklärliche“ Todesfälle

Mai 8, 2008

Die Firma „Taser“, welche die gleichnamige Elektroschockwaffe produziert, hat vor einem amerikanischen Gericht durchgesetzt, dass in den Totenscheinen von Menschen, die nach dem Einsatz ihrer Produkte gestorben sind, nicht der Taser als Ursache genannt wird, sondern die Fantasiebezeichnung „excited delirium“ eingetragen wird.

Damit wird einerseits der Anschein erweckt, dass Taser nicht-tödliche Waffen wären, wie es vom Konzern lange Zeit propagiert wird. Inzwischen nutzt „Taser“ selbst die Bezeichnung „weniger tödlich“, nachdem es zu einer Reihe von Todesfällen unmittelbar nach einem Tasereinsatz kam. Andererseits sinkt so natürlich die offizielle Zahl von Personen, die durch polizeiliche Gewaltanwendung sterben. Für „Taser“ und Staatsgewalt stellt das Urteil also eine Win-win-Situation dar, für Bürger von Staaten, in denen diese Waffe eingesetzt wird, eine lebensgefährliche Bedrohung. Schließlich bleibt der tödliche Einsatz von Elektroschockwaffen für die Beamten folgenlos, wenn diese nicht die offizielle Todesursache sind, also ist davon auszugehen, dass Polizisten ohne sich viele Gedanken um juristische Folgen ihres Vorgehens drauflos „tasern“ werden. Eine geringere Hemmschwelle für die Beamten bedeutet aber eine höhere Anzahl an Tasereinsätzen und damit eine höhere Anzahl an Toten.

Dabei konnte man schon vor dem Urteil nicht davon sprechen, dass der Taser mit Bedacht eingesetzt würde, was auch „amnesty international“ aufgefallen ist:

Taser werden als sicherere Alternative zu Schuß- oder Schlagwaffen im Umgang mit gefährlichen Personen beworben. In der Praxis werden sie allerdings routinemäßig als Gewaltmittel gegen Menschen eingesetzt, die keine ernste Gefahr darstellen. Sie werden häufig in Situationen benutzt, in denen die Anwendung von Schußwaffen oder sogar Schlagstöcken niemals gerechtfertigt wäre

Ein derart inflationärer Einsatz ist nicht bloß als völlig unverantwortlich zu bezeichnen, sondern als lebensverachtend. Denn eine geringe Todesquote, wie sie der Taser besitzt, bedeutet eben nicht, dass man keinen Menschen damit tötet. Auch ist es eine völlige Missachtung der Menschenwürde, einen Menschen zu tasern, was ihn immerhin sehr starken Schmerzen aussetzt, um ihn gefügig zu machen. Ein Gerät, dass Menschen durch Zufügen von Schmerzen gefügig machen soll, wird gemeinhin als Folterinstrument bezeichnet. Zu diesem Schluss kam dann auch der UN-Ausschuss gegen Folter.

Der UN-Ausschuss gegen Folter, der die Einhaltung der UN-Antifolterkonvention der Vereinten Nationen überwacht, brachte im November 2007 in einer Presseerklärung zum Bericht der portugiesischen Regierung zur nationalen Umsetzung der Konvention seine Besorgnis darüber zum Ausdruck, dass der Einsatz des Modells TaserX26 eine Form von Folter sei.

Ein Einsatz als Folter wurde in einer amerikanischen Polizeiwache auf Video dokumentiert. Eine betrunkene, mit Handschellen gefesselte Frau, wird von einem Polizisten mit einem Taser beschossen und niedergestreckt. Die Frau hat niemanden tätlich angegriffen und anhand der Verhaltensweisen weiterer Polizisten in dem Raum kann man feststellen, dass sich diese nicht bedroht fühlten, bewegen sie sich doch völlig ruhig und gelassen.

Auf Youtube finden sich noch unzählige weitere Fälle, in denen ein Polizist zum Taser griff, obwohl er nicht bedroht wurde. Folter scheint für die Repressionskräfte ein völlig alltägliches Mittel zu sein, mit ihren Mitmenschen umzuspringen, auch wenn es sich nur um Temposünder handelt.

Was mir persönlich aber am meisten Angst macht, ist nicht, dass es in den VSA ständig zu Missbrauchsfällen kommt. Denen kann ich persönlich entgehen, indem ich mich von dem Land fernhalte. Nein, mich beängstigt die Tatsache, dass unsere faschistoiden Innenminister den Taser in Deutschland eingeführt haben und den Einsatz dieses Folterinstruments ausweiten wollen. Wenn wir sie damit durchkommen lassen, ist jeder Mensch hier in Gefahr, gefoltert und gar getötet zu werden, weil ein Polizist meint, eine Elektroschockwaffe wäre das korrekte Mittel, sich Respekt zu verschaffen.

(via)

Friedenstruppen in eine friedliche Region

Mai 5, 2008

Das Pentagon will spätestens im nächsten Jahr 7000 weitere US-Soldaten nach Afghanistan schicken. Mit ihnen sollten »die Löcher gestopft« werden, die die NATO-Verbündeten »nicht füllen wollen«, berichtete die New York Times am Samstag. Grund für die weitere Aufstockung des Besatzerkontingents sei das weitere Erstarken der Taliban.

Na so etwas. Da erzählen die Medien jahrelang davon, dass das Land befriedet sei und nur noch ein paar Terroristen gejagt werden müssten, und dann brauchen die Besatzer plötzlich doch noch weitere 7000 Soldaten, um sich in Afghanistan über Wasser zu halten. Oder eher 10 000, denn soviel haben die NATO-Kommandeure vor Ort an Truppen angefordert.

Könnte es vielleicht sein, dass in Afghanistan nicht bloß ein paar religiöse Spinner gegen die Besatzung kämpfen, sondern jeder Afghane, der eine Waffe und ein Stück weit Mut hat, sich am Insurrektionskampf beteiligt, weil, nun ja weil die Besatzungstruppen sein Land in eine lebensfeindliche, strahlende Todeszone verwandelt haben? Ja, wenn mein Kind mit derartig schweren Missbildungen auf die Welt käme, dann würde auch ich die Verantwortlichen umbringen wollen. (Achtung, die Bilder hinter dem zweiten Link können wirklich drastische Reaktionen hervorrufen und das meine ich auch so. Stellt lieber sicher, dass euer Magen vor dem Besuchen dieser Seite leer ist.)

Vielleicht liegt es auch daran, dass sich NATO-Soldaten (hier zum Beispiel die deutschen) gegenüber der Zivilbevölkerung so menschenverachtend, wie man sich nur vorstellen kann, verhalten und gerne einmal kleine Kinder in Minenfelder schicken.

Oder könnte der Grund sein, dass NATO-Bomber keinen Unterschied zwischen Stützpunkten der Taliban und zivilen Wohnungen machen. Im Gegensatz zur NATO die Taliban jedoch persönlich bei den Angehörigen erscheinen, mit ihnen beten und ihnen Trost spenden.

Wundert es dann noch irgendjemanden, dass der afghanische Widerstand nicht schwächer, sondern stärker wird? Dass die Taliban nach Stand November 2007 54% des Landes kontrollieren? Anscheinend ist die Situation in Afghanistan inzwischen kritisch, ansonsten würden keine Truppen aus dem Irak abgezogen werden, um in Afghanistan eingesetz zu werden, da es in diesem Land auch nicht gerade pazifistisch zugeht.

So wie es aussieht hofft nicht nur die deutsche Regierung, dass eine Mauer irgendwann bricht, wenn man nur oft und schnell genug mit dem Wagen dagegen fährt, sondern auch die amerikanische Führung scheint dieser Ansicht zu sein. Dass ein vor die Wand gefahrener Wagen auch ein Zeichen ist, vielleicht einen anderen Kurs einzuschlagen, kommt dabei keinem Machthaber in den Sinn. Lieber keine Gedanken machen, ist die Devise. Kommt schon niemand bei um in so ein bisschen Krieg.

Der Trend geht in Richtung Vietnam

April 9, 2008

Der Krieg in Afghanistan breitet sich nach Einschätzung des Internationalen Roten Kreuzes aus und hat allein in diesem Jahr Tausende Menschen zu Flüchtlingen gemacht. »Die Unsicherheit nimmt ebenso zu wie die Kampfhandlungen, die nicht länger auf den Süden beschränkt sind, sondern sich nach Osten und Westen ausgebreitet haben«, sagte Jakob Kellenberger, Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), bei einem Besuch in Afghanistan.

Das Internationale Rote Kreuz wird wohl nicht den gesamten Überblick über das Land haben, jedoch ist davon auszugehen, dass es verlässlichere Informationen liefert, als die Propagandamaschinerie des Verteidigungsministeriums. Zieht man zu der Meldung über die Ausweitungen der Kampfhandlungen hinzu, dass die Taliban bereits 54% des Landes kontrollieren und auch Teile Afghanistans in Händen von Warlords sind, welche sich aufgrund der chaotischen Zustände unbehelligt dem Drogenanbau widmen können, dann kommt man zu dem Schluss, dass die NATO in Afghanistan einem ganz persönlichem Vietnam entgegenstrebt.

In dem Land ist schon das britische Kolonialheer und die rote Armee gescheitert. Die NATO wird es den beiden gleichtun. Denn wenn man eines von den Afghanen, die seit jeher von Bürgerkriegen und ausländischen Invasoren heimgesucht werden, sagen kann, dann dies: Kämpfen können sie, sie sind nämlich gar nichts anderes gewohnt.

Und sie haben auch allen Grund zu kämpfen. Nicht nur, dass sich die westlichen Besatzer so menschenverachtend wie nur möglich aufführen, die amerikanischen Truppen haben während der Invasion des Landes mit radioaktiver DU-Munition herumgeballert. Dadurch können sich die Afghanen jetzt auf Leukämie und Fehlgeburten gefasst machen. Ich kann es ihnen nicht verübeln, dass die Bewohner dieses Landes jeden ausländischen Soldaten töten wollen. Das würde ich auch wollen, wenn ich in einer Region lebe, die durch deren Handeln unbewohnbar wurde.

Bilderreihe von Opfern der DU-Munition (Achtung, diese Bilder können wirklich drastische Reaktionen hervorrufen und das meine ich auch so. Stellt lieber sicher, dass euer Magen vor dem Besuchen dieser Seite leer ist.)
Artikel der „Neuen Rheinischen Zeitung“ über DU-Munition

Herzlichen Glückwunsch, Mr. Bush

März 25, 2008

Mr. Bush (so wie ich es ausspreche verstehen meine Feunde immer „Mistkerl Bush“), ich hatte kaum Zeit gefunden ihnen einmal zu gratulieren, und hatte es auch versäumt Ihnen zum fünfjährigen Jubiläum Ihrer Operation Iraqui Liberation eine Grußschrift zu schreiben. Das ist wohl nicht zu schlimm, laut eigener Aussage lesen Sie ja eh nichts.

Gratuliere ich eben zum 4000. im Kampf gegen die irakische Bevölkerung getöteten Soldaten. Diese Zahl repräsentiert natürlich nicht alle Männer und Frauen die sie für die Eroberung der irakischen Ölquellen und Gewinne für ihre Kumpel bei den Rüstungsfirmen in den Tod geschickt haben, sondern bloß diejenigen, die durch Kugeln, Autobomben und Sprengfallen ums Leben gekommen sind. Die Toten Mordarbeiter, die von der Radioaktivität ihrer eigenen Uranmunition dahingerafft wurden, werden nicht gezählt. Nun gut, dieses Verschleiern ist auch nur logisch, wenn ihr Kabinett schon die Zahl 4000 als psychologisch wichtige Grenze ansieht und die offiziellen Todeszahlen diese zumindest bis zum Ende der Präsidentschaftswahl nicht überschreiten sollen, und die bestätigten Opferzahlen auf amerikanischer Seite bei 3992 dümpeln.

Schon allein deswegen sträuben sich Sie und auch ihre Junta, die von der Strahlung der DU-Munition dahingerafften Soldaten aufzuführen. Auch möchten Sie nicht zugeben, dass sie durch den Einsatz von radioaktiven Projektilen den Irak, Afghanistan und Teile der Balkan-Halbinsel faktisch unbewohnbar gemacht haben. Fehlgeburten, Leukämie und sonstige Arten von Krebs nehmen in den Gebieten sprunghaft zu und das trifft eben nicht nur berufliche Schlächter, sondern auch und vor allem die Zivilbevölkerung der angegriffenen Länder. Deren Opferzahlen werden in allen westlichen Medien verschwiegen, genau zählt sie auch niemand. Wenn man allerdings Umfragen im Irak durchführt und dann die Ergebnisse hochrechnet, erhählt man mehr als eine Million toter Iraker durch Folgen ihres Angriffskriegs.

Mehr als eine Million Leichen im Irak (und somit vergleichbare Dimensionen in Afghanistan) stehen knapp 3000 Toten durch die Anschläge auf das World Trade Center gegenüber. Blendet man nun einmal aus, dass die „Aufklärung“ dieser Anschläge vor Ungereimtheiten nur so strotzt, dass nicht einmal das FBI erklären will, es hätte harte Indizien, die im Fall 9/11 auf Osama bin Laden schließen lassen (sondern diesen bloß aufgrund von „Ermordung amerikansicher Staatsbürger außerhalb der USA“ sucht) und dass Ihre Regierung schon allein durch die exakt 935 Lügen im Vorfeld des Irakkriegs jegliche Glaubwürdigkeit verloren hat, also wenn man nun annimmt, es wären tatsächlich muslimische Extremisten für den Einsturz des World Trade Centers verantwortlich, dann kann man anhand der Opferzahlen nur sagen, dass muslimische Extremisten Mörder sind, allerdings ist auch der härteste, gefährlichste und radikalste Islamist gegen Sie und ihre Kamarilla ein Chorknabe.

Sie sind ein Mörder, der schnellstmöglich an einen Platz befördert gehört, wo kein Mensch mehr vor Ihren Aktionen in Gefahr ist. Ich erspare mir den Vergleich mit anderen historischen Persönlichkeiten, die sich in außerordentlicher Weise durch das massenweise Vernichten von Menschenleben auszeichneten. Wenn man von den Folgen ihres Handelns erfährt, fragt man sich unwillkürlich, wo Menschen vom Schlage eines Lee Harvey Oswald, John Wilkes Booth oder Leon Czolgosz sind, wenn man sie einmal braucht. Ich wünsche Ihnen aber trotzdem nicht den Tod. Zum einen, weil ich der Meinung bin, dass ihr Tod keine Änderung bewirkt, sondern sie bloß durch ihre Komplizen zu einem Märtyrer hochstilisiert würden und ein anderes neokonservatives Arschloch den von ihnen losgetretenen Weltenbrand weiterführte. Zum anderen, weil ich zu den Leuten gehöre, denen das Leben eines Menschen nicht scheißegal ist, auch wenn es das eines Massenmörders ist. Ich weiß, wir sind selten geworden und sie können diese Haltung vermutlich nicht nachvollziehen.

Ich kann nur hoffen, dass ihr Volk, in dessen Vertretung sie entweder komplett versagt haben, oder das Sie bewusst und willentlich hinters Licht führen, sich eines Tages erheben wird, um den Umtrieben, die sie angefangen haben, und die ihr Nachfolger auf die eine oder andere Weise fortführen wird, ein Ende macht.

Auf dass wir uns nie begegnen müssen,

Kuro

160 Jahre Tod

März 16, 2008

Die Kriege, die die Vereinigten Staaten geführt haben und wie viele Menschenleben das gekostet hat:

  • Mexican-American War 1846-1884 ………………….21.000
  • Spanish-American War 1898 ……………………………20.000
  • Philippine-Ameri. War1899-1902 …………………….250k – 1Mil
  • The boxer Rebellion 1900 ………………………………..13.000
  • The Moro Wars 1901-1913 ………………………………250.000
  • Panamanian Revolution1903 ……………………………600.000
  • The Banana Wars 1900-1933 ………………………..…Unknown
  • The Korean War 1950-1953 ……………………………..2-3 Mil
  • The Vietnam War 1963-1975 …………………….…..…2-5 Mil
  • U.S. Intervention in Lebanon 1958 ……………………2.000
  • Dominican Intervention 1995 ………………………..…6.000-10.000
  • U.S. Libya Conflict 1981, 1986 …………………………
  • Lebanon 1982-1984 ………………………………………….17.000
  • U.S. Inva. of Grenada 1983 ………………………………23.000
  • Operation Earnest Will 1987-1988 ……
  • U.S. Invasion of Panama 1989 ………………………….300.000
  • Operation Desert Storm 1991 ……………………………100.000
  • U.S. Inter. in Somalia 1992-1994 ……………………..300.000
  • Intervention in Bosnia 1994-1995 ………………….…400.000-500.000
  • Kosovo War 1999 …………………………………………..…5.000
  • Afghanistan War 2001-……………………………………..Unknown ( DD estimation 10.000 )
  • Operation Iraqi Freedom 2003-……… ………………>1Mil

Der neoliberale Kriegsgewinnler aber rechnet anders, da geht es nicht um den menschlichen Schaden, da geht es nicht um den Verlust eines Menschen:

  • Kosten Afghanistan + Irak …………………………..…3.000.000.000.000
  • Umsatz/Mitarbeiter in Rüstungsfirma………….…200.000 USD/Jahr
  • Tote insgesamt Afghanistan + Irak …………………1.000.000 ( kommt nicht so genau drauf an )
  • 3.000.000.000.000/200.000/1.000.000=15 in Worten:

    Jeder Tote in dem Afghanistan- und Irakkrieg hat 15 Arbeitsplätze gebracht.

Muslimische Radikale sind zwar eindeutig Mörder, doch solche Massen töten sie nicht. Und sie töten auch nicht für Geld. Das ist einzig Sache des aufgeklärten Abendlandes. Vergessen sollte man das nie, wenn man aus einem moralisch überlegen scheinendes Standpunkt die Anschläge von Widerständlern in Afghanisten und Irak verurteilt. Der Westen ist nicht besser. Er ist schlechter. Ob man nun selber bombt, oder die Kriege nur toleriert und unterstützt.

(via und via)

Das Spiel geht auch andersherum

März 5, 2008

Der Iran fordert nun Sanktionen der Vereinten Nationen gegen die VSA. Grund genug gäbe es ja, von Folter über Produktion und Handel mit Atomwaffen bis Angriffskrieg und Unterstützung von Terrorgruppen gibt es eigentlich jede Tat, die die gegenwärtige amerikanische Führung anderen Staaten so gerne vorwirft, aber selbst begangen hat.

Nur leider hat diese Aktion bloß wenig Aussicht auf Erfolg, da in den Vereinten Nationen nicht das Völkerrecht herrscht, sondern das Faustrecht des Stärkeren. Dies haben die Machthaber der VSA oft genug bewiesen.

Noch mehr Waffen ins Spannungsgebiet

Februar 24, 2008

Der Westen lässt sich grob als der empörteste Waffenhändler der Welt zusammenfassen. Die sechs größten Waffenhändler sind die Mitglieder des Weltsicherheitsrates und Deutschland, welche sich gleichzeitig (mit Ausnahme von Russland und China) am lautesten darüber beschweren, dass Menschen mit den Waffen, die sie in Konfliktregionen verkaufen, gegenseitig umbringen.

Diese Heuchelei wird am deutlichsten sichtbar, wenn die westliche Wertegemeinschaft beide Parteien eines Konflikts ausrüstet. Diese Methode ist immer besonders lukrativ für Waffenhändler, da gestiegen militärische Macht für Partei A eine erhöhte Nachfrage bei Partei B hervorruft. Weniger toll ist das allerdings für die Menschen, die in der Konfliktregion leben, denn durch den Verkauf an zwei Parteien wird der Konflikt verlängert und verschärft.

Aber was schert denn den Westen die Leben von irgendwelchen Menschen auf der anderen Seite des Weltballs. Während die BRD munter fröhlich Lkw, Kommunikationsausrüstungen, Radaranlagen, Luftaufklärungssysteme und U-Boote nach Pakistan liefert, fädeln die VSA einen Waffenhandel über 126 Kampfflugzeuge mit Indien ein. Das ganze soll übrigens offiziell die Region stabilisieren. Liegt ja auch nahe, hochgerüstete Staaten führen ja viel seltener Krieg als welche ohne Angriffskapazitäten, oder? Und war die Lage Europas kurz vor dem ersten Weltkrieg nicht die stabilste aller Zeiten?

Mit Vollgas gegen die Wand

Februar 10, 2008

Was macht man, wenn man einen Wagen gegen die Wand fährt? Noch einmal zurücksetzen und die Aktion mit einer noch höheren Geschwindigkeit wiederholen? Franjo Jung würde das tun, wenn er seine Logik zum Afghanistaneinsatz auf das Führen eines Kraftfahrzeugs überträgt.

Deutschland reagiert offenbar auf die Vorwürfe der USA über mangelnde Solidarität beim Nato-Einsatz in Afghanistan: In der Bundesregierung wird nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa und des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ geplant, den Einsatz am Hindukusch um mindestens 1000 Soldaten aufzustocken.

In der Hoffnung, dass die Wand durchbricht, wenn man nur oft genug dagegenfährt, sollen nun 1000 weitere Soldaten an den Hindukusch geschickt werden. Zwar vermutlich nicht vor dem Herbst, aber sie werden kommen. Bisher hatte jede ausländische Besatzungsmacht geglaubt, durch mehr Soldaten den Widerstand der Besetzten bezwingen zu können. Bisher lief das (fast) immer schief.

Auch in Afghanistan waren schon öfters Besatzer unterwegs. Das britische Kolonialheer und die rote Armee hatten versucht das Land zu befrieden und sich bloß kräftige blutige Nasen geholt. Zwischen ausländischen Invasionen versinkt das Land häufig im Bürgerkrieg. Die Afghanen sind den Krieg also gewohnt. Sie kennen es gar nicht anders, als fremde Mächte, die ihr Land angreifen zu bekriegen und sich einen lnagdauernden Krieg mit ihnen zu liefern.

Und sie haben jeden Grund dazu. Nicht nur, dass Bomber der „Operation Enduring Freedom“ gerne einmal zivile Häuser und Hochzeitsgesellschaften beschießen und (auch deutsche) Besatzer willkürlich Zivilisten ermorden, die amerikansichen Soldaten haben bei der Invasion und während der Besatzung Munition aus abgereichertem Uran benutzt. Diese hat aufgrund ihrer Eigenschaft als radioaktives Material das Land in eine lebensfeindliche Region verwandelt, deren Bewohner sich nun auf Leukämie, Krebs und Gendefekte gefasst machen können. Menschen mit einem starken Magen können sich die Folgen der „Befreiung“ Afghanistans auf dieser Seite anschauen.

Was würdet ihr fühlen, seht ihr euer Kind auf derart schreckliche Weise deformiert? Und was würdet ihr den Verantwortlichen antun wollen? Was werden wohl Menschen tun, die es gewohnt sind, sich lange, verzweifelte Kriege zu liefern? Die Afghanen werden jeden ausländischen Soldaten in ihrem Land töten, wenn sie die Gelegenheit dazu haben. Und angesichts es nuklearen Völkermords, den die amerikansichen Truppen in dem Land anrichten, fällt mir kein guter Grund ein, warum sie das nicht tun sollten.

Übrigens sind auch deutsche Soldaten von der radioaktiven Muniton betroffen, sie befinden sich ja auch in dem betroffenen Gebiet. Wer solche Verbündete wie die Amerikaner hat, der braucht wirklich keine Feinde mehr.

Das Verteidigunsministerium Kriegsministerium kann noch weitere 1000 oder 10000 Soldaten in das Land schicken, das taten andere in der Vergangenheit auch. Das ist kein Land, das man befrieden kann. Man kann dort höchstens ewig Krieg führen, aber gewinnen ist dort nicht möglich. Es ist ein Land, zum sterben, nicht zum siegen.

Selbstmordversuchrate in der US-Army steigt

Februar 4, 2008

Ich hatte bereits in einem meiner ersten Beiträge darauf hingewiesen, dass Angehörige des VS-Militärs unverhältnismäßig oft an psychischen Erkrankungen leiden. So mancher Soldat scheint sein posttraumatisches Stresssyndrom endgültig beenden zu wollen:

Die traurige Statistik: Im Jahr 2007 versuchten offiziellen Daten zufolge 2100 US-Militärangehörige, sich das Leben zu nehmen – im Schnitt waren das rund fünf Suizid-Versuche pro Tag. Im Jahr 2002, dem letzten vollen Jahr vor Beginn des Irak-Krieges, lag die Vergleichszahl noch bei 350 versuchten Suiziden.

Es scheint so, zumindest nach meiner Spekulation, dass viele die ständige Gewalt, die sie erfahren und auch gerade austeilen, nicht mehr ertragen. Dazu spielt sicherlich auch, dass es eine Seltenheit ist, wenn amerikanische Soldaten psychisch auf die bevorstehende Kriegssituation ausreichend vorbereitet werden.

Aber wie will man einen Rekruten auch darauf vorbereiten, dass der Großteil des „befreiten“ Volkes ihn hasst und ihn bei Gelegenheit sofort töten möchte, weil er ein Teil der Besatzungsmacht ist, die Massaker wie in Falludscha anrichtete. Auch wenn der Nachrichtenleser in der BRD das Massaker längst vergessen hat, weil es nicht mehr in den Medien auftaucht, die überlebenden Bewohner Falludschas haben nichts vergessen.

Die Rachegelüste, die nicht latent verweilen, sondern ausgeführt werden, sorgen für ein stetiges Klima der Paranoia und Todesangst innerhalb der amerikanischen Truppen, welches sich anscheinend in Aufgabe des Lebenswillens widerspiegelt. Es fällt mir aber trotzdem schwer, Mitleid mit den Berufsmördern zu haben, ist es doch in den Vereinigten Staaten eine freiwillige Entscheidung, zum Militär zu gehen und gerade sich im Irak einsetzen zu lassen. Eine Wehrpflicht wie zu Zeiten des Überfalls auf Vietnam gibt es in diesem Staat nun nicht mehr.

Mich wundert aber, warum von 2100 Selbstmordversuchen bloß ganze 89-121 als erfolgreich erweisen. Sollte man als Soldat nicht zumindest das Töten beherrschen?

(via)

Bush begnadigt sich selbst

Januar 23, 2008

Schuldeingeständnis für Profis: George W. Bush hat sich (und seine Schergen) bezüglich potentieller Kriegsverbrechen schon einmal selbst rückwirkend begnadigt. Er bekommt kalte Füße, falls die Demokraten die Mehrheit erlangen und ihn für ebenjene begangene Verbrechen anklagen wollen.

Kann es nun einen besseren Beweis dafür geben, dass die amerikanischen Führer Kriegsverbrechen in gigantischem Stil begangen haben, liebe VSA-Kollaborateure (Verweis auf das „Untermenschen-Urteil“ des amerikanischen Berufungsgerichts)?

Fiktion und Realität

Januar 22, 2008

Fiktion:

Einen Brief durch die Post zu schicken, kam auch nicht in Frage. Es war ein offenes Geheimnis, daß üblicherweise alle Briefe vor der Zustellung geöffnet wurden.
George Orwell, 1984

Realität:

Wie jetzt durch die ZEIT bekannt wurde, verstößt die Deutsche Post AG über ihre Tochter DHL bereits seit mehreren Jahren systematisch gegen das Postgeheimnis und somit gegen das Grundgesetz.
Spiegelfechter, DHL und das Postgeheimnis

Muss ich noch mehr sagen?

(OK, den Link zum Spiegelfechter noch.)

Bushtrommeln

Januar 16, 2008

Heute aus der Rubrik „Der Balken im eigenen Auge“:

US-Präsident George W. Bush hat Iran und Al-Kaida als größtes Hindernis auf dem Weg zur Demokratie und Freiheit im Nahen Osten bezeichnet.

Beide würden den globalen Terrorismus finanzieren und die Stabilität im Nahen Osten bedrohen.

Sagt der Präsident der VSA, der mehrere (angeblich) Al-Kaida nahestehende Terrorgruppen im Iran mit Geld unterstützt und im Nahen Osten Waffen verscheuert.

Es sollte auch dem letzten Hohlkopf aufgefallen sein, dass Frieden und Stabilität im Nahen Osten das Letzte sind, was die amerikansiche Herrschaftskaste erreichen will, und dass keine ihrer Aktionen, erst recht keine militärische Intervention kein Angriffskrieg, ernsthaft dazu führen wird.

Untermenschen

Januar 14, 2008

Da schreibt man ein kritisches, Weblog weitab vom Zeitgeist der herrschenden Kaste und folgsamen Massen. Man möchte aufrufen, möchte polemisieren und mit Vergleichen zu alten Zuständen provozieren und aufrütteln. Und dann passiert das:

On the sixth anniversary of the imprisonment of detainees at the Guantánamo Bay Naval Base, a United States judge threw out lawsuit brought by four former British detainees against Donald Rumsfeld and senior military officers for ordering torture and religious abuse, ruling that th the detainees are not „Persons“ under U.S. Law, which according to another judge, means that they are less than „human beings“.

Im Klartext: Man könne die Insassen von Guantanamo ruhig foltern, weil sie keine Menschen (bzw. Personen) seien. Das Wort „Untermenschen“ ist keine Polemik und keine Überspitzung. Hier werden bestimmte Menschen zu Nicht-Menschen erklärt für die keine Menschenrechte gelten; das ist nichts anderes als die Einteilung in Herrenmenschen und Untermenschen. Hier wird jeder Polemik der Wind aus den Segeln genommen, indem der von mir angedrohte Prozess (Renazifizierung) konsequent vollzogen wird.

Die Bedingung durch die man Untermensch wird, ist übrigens nicht, in Guantanamo Gefolterter zu sein, sondern ein Ausländer zu sein.

„Because the Plaintiffs are aliens and were located outside sovereign United States territory at the time their alleged RFRA claim arose, they do not fall with the definition of ‚person,'“ the court ruled.

Ausländer sind also keine Menschen. Rassismus par excellence. Für mich ist hier die Grenze zum Faschismus überschritten und jeden, der das Vorgehen der Amerikaner verteidigt, bezeichne ich als Kollaborateur, den ich auf eine Stufe mit dem Vichyregime und den Rexisten stelle.

(via)

Bomben, die Lösung für alle Probleme

Januar 11, 2008

Die geistige Verfassung des gewählten Präsidenten der VSA ist mit „naiv“ ja noch geschmeichelt. In so fern ist es eigentlich ein Unding, ihn für die Realsatire, die er Tag für Tag absondert, auszulachen. Über Autisten macht man schließlich auch kein Scherze. Doch manchmal geht es einfach nicht anders. Selbst wenn einem das Lachen über seine denkbefreite Weltsicht bei näherer Überlegung ob des grausam abschreckenden Themas im Hals stecken bleibt. So auch heute:

Während einer Führung durch die Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem in Jerusalem habe Bush Außenministerin Condoleezza Rice gefragt, warum die USA während des Zweiten Weltkrieges nicht die Zufahrtswege zum Konzentrationslager Auschwitz zerstört hätten, sagte der Vorsitzende des Holocaust-Zentrums Avner Schalev am Freitag in Jerusalem. „Wir hätten bombardieren sollen“, um das Töten zu beenden, habe Bush gesagt.

Ich glaube, es entspricht wirklich seine Weltbild, dass ein paar Bomben auf eine Konfliktregion geworfen dazu führen, dass das (je nach Konflikt) gegenseitige oder einseitige Abschlachten aufhört.

Mal ganz davon abgesehen, dass die amerikanische Luftwaffe auch heute nicht völlig präzise ihre Todesgrüße aus dem Himmel schicken kann (oder woher kommen sonst die ganzen „Kollateralschäden“ der „Interventionen“?), ein Bombardement der Zufahrtswege wohl auch zivile Opfer gefordert hätte; warum hätte es die Nazis abhalten sollen, mit ihrem grausamen, menschenverachtenden Massenmord aufzuhören, wenn die Infrastruktur augeschaltet ist? Die Totenkopfverbände hatten keine Skrupel 50 Kilometer lange Gewaltmärsche ihrer Opfer durchzuführen. Das hätten sie im Fall der zerstörten Zufahrtswege auch getan. Der effektive Nutzen dieser Idee wäre wohl keiner gewesen.

Man darf nie vergessen, dass dieser Mensch in seinen Planungen sowohl zivile Opfer als auch den Nutzen vollkommen ignoriert.

Wahlbetrug in den VSA

Januar 10, 2008

Die VSA sind ein Staat, dessen demokratische Merkmale ähnlich schwach vorhanden sind, wie bei uns Bundesrepublikanern. Bei den Vorwahlen stellte sich etwas interessantes heraus:

Die Gemeinde Sutton in New Hampshire gab zu, sämtliche Stimmen für Ron Paul unterschlagen zu haben. Paul erhielt 31 Stimmen und auf Grund von “menschlichem Versagen” meldete Sutton Null. Sobald sich Leute an die Öffentlichkeit wandten und berichteten dass ihre Stimmen in Sutton nicht gezählt worden waren, änderten andere Distrikte wie Greenville in denen Paul angeblich Null Stimmen hatte ihre endgültigen Ergebnisse und gestanden dem texanischen Kongressabgeordneten Stimmen zu.

Na, so was. Der einzige wirklich oppositionelle Kandidat verliert seine Stimmen ganz zufällig zwei Mal durch menschliche Fehler. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt? Ein Naivling wer nichts Böses denkt.

Wie heißt es doch so schön:

Würden Wahlen etwas ändern, wären sie längst verboten.

Und damit sich wirklich nie etwas ändert, wir immer in dem gleichen Dreck sitzen bleiben, werden Wahlen auch gerne manipuliert. Oder wozu sollte man sonst Wahlcomputer (auch in verkapppter Form) einsetzen? Sie bieten keinen ernsten Vorteil gegenüber einer herkömmlichen Papierwahl, lassen sich aber bedeutend einfacher manipulieren als Stimmzettel.

Die einzige Möglichkeit, wirklich etwas zu verändern ist, die Volkszertreter aus dem Parlament zu jagen und die Politik selbst in die Hand zu nehmen, sprich eine Basisdemokratie errichten. Denn die traurige Realität der parlamentarischen „Demokratie“ sieht leider so aus, dass wir entweder Lügner oder Chancenlose wählen.

(Dass ich nicht alle Punkte von Ron Paul unterstütze, Politikern grundsätzlich misstraue, Ron Paul als Außenseiter auch bei einer fairen Wahl kaum eine Chance hat und selbst bei geglückter Wahl vermutlich einen kleinen „Unfall“ erleidet, tut nichts zur Sache. Eine gefälschte Wahl bleibt eine gefälschte Wahl und mein Vertrauen in den Parlamentarismus ist [soweit das überhaupt noch geht] noch ein Stück weiter verschwunden. Eigentlich sollte das von sich aus klar sein, aber es gibt immer wieder solche Kleingeister, die die oben genannten Punkte anführen, um den Vorfall herunterzuspielen.)

Beschränkungswut

Januar 3, 2008

Sinnlos erscheinende Verbote und Beschränkungen sind auf den zweiten Blick meist gar nicht so sinnlos. Aus Bequemlichkeit kann man über „die da oben“ schimpfen und annehmen, sie seien einfach bescheuert. Doch hinter Unfug in Gesetzesform steckt meist ein Ziel, nämlich dem Untertanen klar zu machen, wer hier das Sagen hat, wer die Regeln aufstellt.

Folgende Regelung…

Per 1. Januar 2008 gelten neue Regelungen für das Mitführen von Lithiumbatterien/Akkus in Flugzeugen. Grundsätzlich wird empfohlen Batterien/Akkus nur eingebaut und nur im Handgepäck zu befördern. Ersatzbatterien dürfen ausschließlich nur noch im Handgepäck befördert werden. Es gelten für alle Lithium-Batterien Mengenbeschränkungen.
[…]
Erlaubt sind Lithium Ionen Batterien mit bis zu 8 gr. Lithiuminhalt. Ferner dürfen im Handgepäck 2 Batterien/Akkus über 8 gr. Lithiuminhalt mitgeführt werden, die zusammen maximal 25 gr. Lithiuminhalt erreichen dürfen.

Lithium Metall Batterien sind auf 2 gr. beschränkt. Diese Menge wird normalerweise in Verbraucherbatterien nicht erreicht.

…erscheint auf den ersten Blick wie Realsatire. Batterien sind keine Schmuggelware und mit 9 Gramm Lithium kann ich nichts Gefährliches anrichten (die gefährlichste Eigenschaft dürfte der geringe pH-Wert sein). Aber die Regelung gibt folgendes Signal: „Nicht drüber nachdenken, sondern gehorchen! Du musst nicht verstehen, warum wir dies erlauben und das verbieten, nur parieren musst du!“ So wird das Stimmvieh daran gewöhnt nicht über Gesetze nachzudenken, denn dumme Schäfchen lassen sich leichter führen.

(via)

Polen ist das neue Kuba

Dezember 17, 2007

Kurz vor Jahresende drehen die Machthaber der Großmächte noch einmal kollektiv durch. Im Reich von Zar Putin Kampfschlumpf überlegt man, die Raketenabwehrbasen der VSA in Polen und Tschechien mit ein paar Raketen auszulöschen. Nun gut, die Russen sind da nicht ohne Grund besorgt, immerhin ist Situation vergleichbar mit der Kubakrise, oder den amerikanischen Raketen in der Türkei zur gleichen Zeit. Währenddessen stocken die Anhänger von King George ihre Abfangraketen in Alaska und Kalifornien auf. Und so schnell ist man wieder im kalten Krieg.

Der Raketenabwehrschild ist übrigens laut amerikanischer Herrscherkaste nur gegen Iran und Nordkorea gerichtet. Gegen Nordkorea hilft eine Abwehrbasis in Mitteleuropa allerdings irgendwie gar nicht, wie Menschen mit Geographiekenntnissen leicht feststellen können. Nordkorea kann seine (vermutlich nicht vorhandenen) Interkontinentalraketen einfach über den Pazifik schicken, weil die Erde nunmal keine Scheibe ist. Nun gut, im hochchristlichen Amerika ist diese Information noch nicht durchgedrungen.

angriffsplan-von-nordkorea-gegen-den-amerikanischen-teufel.jpg