Archive for the ‘Gier’ Category

Arbeite dich Arm II

September 21, 2008

Noch sind 22,5 Millionen der 30,2 Millionen abhängig Beschäftigten in einem Normalarbeitsverhältnis, aber bereits 7,7 Millionen in neuen Beschäftigungsformen – Tendenz steigend. Ihr Anteil stieg in den letzten 10 Jahren von 17,5 Prozent auf 25,5 Prozent. Die neuen Beschäftigungsverhältnisse zeichnen sich dadurch aus, dass die Arbeitnehmer nicht nur meist weniger verdienen, sondern ihr Arbeitsplatz auch nicht vertraglich so gesichert ist wie bei den Normalarbeitsplätzen. „Nur bedingt“ seien die neuen Beschäftigungsformen darauf ausgerichtet, schreibt das Statistische Bundesamt, den eigenen Lebensunterhalt sicherzustellen. Die Zahl der „Working Poor“ steigt also ebenfalls mit der der prekär Beschäftigten und mit dem Armutsrisiko.

Diese Zahlen, insbesondere, wenn man heranzieht, dass 6 Millionen Beschäftige in der BRD für einen Lohn arbeiten, der maximal sechs Euro beträgt, zeigen sehr deutlich, welchen Kurs die Elite dieser Gesellschaft anstrebt. Eine maximal geringe Sicherheit des eigenen Arbeitsplatzes und einen Lohn von dem man überleben aber nicht leben kann; diese Bedingungen zeichnen ein Wirtschaftssystem aus, welches eigentlich überwunden und auf dem Abfallhaufen der Geschichte deponiert geglaubt wurde.

Dieser Prozess ist anthropogen, er ist von Menschen gemacht, und kann deswegen auch von Menschen aufgehalten und rückgängig gemacht werden. Doch dafür ist es unabdingbar, dass die Elite in den deutschen Parlamenten, die den Kurs Richtung Raubtierkapitalismus eingeschlagen haben und unerbittlich verfolgen, entmachtet wird. Eine Basisdemokratie, in der nicht eine kleine Gruppe, die über parteiintern zusammengestellter Listen gewählt wird, die gesetzgebende Funktion erfüllt, sondern das Volk selbst die Legislative übernimmt, ist ohne realistische Alternative, da von den „Volksvertretern“ keine Hilfe zu erwarten ist. Dabei ist eine Basisdemokratie nicht das Ziel, sondern der Weg. Der Weg in eine Gesellschaft, in der jedes Individuum nicht bloß insoweit versorgt ist, dass es nicht verhungert, sondern in der jeder Mensch unabhängig von seiner Arbeitsstelle ein Leben führen kann, dass einem Menschen würdig ist.

Den Pfad des Neoliberalismus werden wir definitiv nicht verlassen können, wenn wir uns weiter von einer Kaste der Entscheidungsträger gängeln lassen. Doch verlassen müssen wir diesen Pfad, denn alle Wege des Neoliberalismus führen nach Manchester.

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Ach, sieh an… III

Juli 4, 2008

Das nenne ich mal eine „Überraschung“: Laut einem Bericht der Weltbank ließ die zunehmende Gewinnung von Ethanol zur Verheizung in Automobilen die Nahrungsmittelpreise um 75% ansteigen.

Selbst die wiederholten Dürren in Australien hätten nur einen geringeren Einfluss auf die Nahrungsmittelpreise gehabt. Der wichtigste Faktor sei die Nachfrage nach Biosprit in den USA und in der EU gewesen, sagt der Bericht. „Ohne die Zunahme von Biosprit hätten die Weizen- und Maisvorräte nicht beträchtlich abgenommen und wären die Preisanstiege aufgrund anderer Ursachen mäßig gewesen.“ Die Preise für Lebensmittel, so schätzen die Autoren des Berichts auf der Grundlage eines Produktkorbs, sind von 2002 bis Februar 2008 um 140 Prozent in die Höhe geklettert.

Höhere Energie- und Düngemittelkosten hätten nur einen Anteil von 15 Prozent gehabt, 75 Prozent gehen auf Kosten des Biosprits. In den USA geht bereits ein Drittel des Getreides in die Erzeugung von Ethanol, in der EU wird die Hälfte der pflanzlichen Öle für Biodiesel verwendet. Es wird nicht nur Getreide für Sprit verwendet, sondern auch zunehmend mehr Land für die Treibstoffherstellung genutzt. Dazu kommt die Spekulation an der Börse. Alle drei Faktoren, die bislang nicht in einen Zusammenhang gebracht worden seien, treiben die Preise in die Höhe.

Wer nun immer noch der Bundeskanzlerin glaubt, die gestiegenen Lebensmittelpreise hätten ihre Ursache darin, dass das arme Pack einfach zu viel fresse, der entlarvt sich selbst als Vollidiot. Aber das tut man sowieso schon, wenn man dieser Frau auch nur ungeprüft die Uhrzeit abnimmt.

Vertraue deinen Parlamentariern!

Mai 16, 2008

Vertraue ihnen einfach mal, denk nicht lange kritisch nach, hinterfrag nicht ihre Motive, und wage es bloß nicht, ihnen niedere Motive zu unterstellen! Abgeordnete des Bundestages sind nur ihrem Gewissen verpflichtet und damit per definitionem unbestechlich.

Auch wissen sie immer ganz genau, was sie tun, denn nur die kompetentesten Menschen dürfen Entscheidungen über das Leben von Millionen Menschen treffen. Sie sind immer im Bilde, und immer informiert, oder?

Ich habe mich an der Abstimmung über den EU-Reformvertrag nicht
beteiligt, weil ich mich grundsätzlich einer Teilnahme verweigert habe
aus einem übergreifenden und zentralen Grund: Ein vollständiger Vertragstext lag nicht vor. Insofern fehlte aus meiner Sicht die Voraussetzung für eine entsprechende Abstimmung.

sagt das Mitglied des Bundestages Hermann Scheer. Der Mann stellt damit die Ausnahme, denn die Unkenntnis über das, worüber sie abstimmen sollten, hat die überwiegende Mehrheit der Parlamentarier nicht daran gehindert diesem Machwerk eine positive Stimme zu geben. Das Schriftstück selbst lässt sich allerdings im Internet finden, jedoch ist es in einem solchen juristischen Kauderwelsch geschrieben enthält eine derartige Textmenge, dass man es nur sehr mühsam durcharbeiten kann. Ich glaube, ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass nicht mal ein Prozent der Abgeordneten diesen Text gelesen hat.

Seltsam finde ich dann dennoch, dass gerade zu dem Zeitpunkt, zu dem herauskommt, dass der durchschnittliche Bundestagsabgeordnete quasi blind abstimmt, sich dieser doch noch eine leicht höhere Diät gönnt. Man erinnere sich an die Vorratsdatenspeicherung.

Parlamentarische Was?

Mai 4, 2008

CDU und CSU wollen mit einem neuen Gremium die Trennung von äußerer und innerer Sicherheit endgültig aufbrechen. Unter Einbeziehung von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble und Verteidigungsminister Franz Josef Jung sei ein Konzept für einen „nationalen Sicherheitsrat“ nach US-amerikanischen Vorbild nahezu fertiggestellt worden, berichtet die „Welt am Sonntag“.
[…]
„Um ein kohärentes Zusammenwirken aller Kräfte der inneren und äußeren Sicherheit zu gewährleisten, ist ein Nationaler Sicherheitsrat als politisches Analyse-, Koordinierungs- und Entscheidungszentrum einzurichten“, zitiert die Zeitung aus dem Papier. Eine wichtige Säule des Konzepts ist auch der Einsatz der Bundeswehr im Innern.

Wenn Wolfgang Schäuble und Franz Josef Jung etwas ausspinnen, dann weiß man sofort, da bewegen wir uns auf eine Katastrophe zu. Welche Kompetenzen der Nationale Verteidigunsrat Nationale Sicherheitsrat haben soll, lässt sich im Detail bei der „Welt“ nachlesen:

Der Sicherheitsrat solle ressortübergreifend mögliche Bedrohungen für die innere und äußere Sicherheit analysieren, präventive Maßnahmen einleiten, sowie die zivil-militärische Krisenbewältigung und Krisenprävention im In- und Ausland koordinieren, so die Union. Er soll auch für die „Einleitung geeigneter Abwehrmaßnahmen und Notfallplanungen“ sowie den Einsatz von Heimatschutzkräften zuständig sein, „in dem Falle, dass Katastrophen die Fähigkeiten einzelner Bundesländer überfordern“.

Damit wäre die gesamte Entscheidungsfindung betreffend militärischer und und sicherheitspolitischer Fragen in einer Behörde konzentriert, die Teil des Kanzleramtes ist. Das bedeutet nichts anderes, als dass die (sowieso schon kaum vorhandene) parlamentarische Kontrolle von Militäreinsätzen nicht mehr vorhanden ist. Eine weitere Ausweitung des Afghanistaneinsatzes gegen den Willen der Mehrheit der deutschen Bevölkerung wäre damit ohne weiteres möglich, die Gewaltenteilung ausgeschaltet.

Was der Sicherheitsrat denn nun sicherstellen soll, wird von der „Welt“ auch erwähnt.

In Anlehnung an die Europäische Sicherheitsstrategie von 2003 definiert die Union in ihrem Papier deutsche Sicherheitsinteressen. Dazu zählen beispielsweise der freie und ungehinderte Welthandel „einschließlich einer gesicherten Energie- und Rohstoffversorgung als Grundlage unseres Wohlstandes“, die politische, wirtschaftliche und militärische Handlungsfähigkeit von Europäischer Union (EU) und Nato sowie die Stärkung der Zusammenarbeit mit „den Staaten, die unsere Ziele und Werte teilen“.

Unions-Fraktionschef Volker Kauder will mit der Sicherheitsstrategie auch die Akzeptanz in der Bevölkerung für die Auslandseinsätze der Bundeswehr stärken. „Das sicherheitspolitische Umfeld Deutschlands hat sich in den letzten zehn Jahren dramatisch geändert. Deshalb will die Union in einem breiteren Rahmen erklären, welche Sicherheitspolitischen Interessen Deutschland leiten. Die neue Rolle Deutschlands wird besonders deutlich am Beispiel Afghanistan. Ich weiß genau, dass die Menschen im Land diesen Einsätzen mit Skepsis gegenüberstehen. Aber dieses Engagement fügt sich in ein sicherheitspolitisches Gesamtkonzept ein“, sagte Kauder WELT ONLINE.

Oder auf kurz: Es wird Rohstoffkriege geben und Afghanistan ist erst der Anfang. Wenn sich dieses Konzept durchsetzt, erfährt die BRD eine seit der Wiederbewaffnung beispiellose Militarisierung, was sich im Verlust mehrerer Millionen Menschenleben auszeichnen wird, denn das Umbringen von Menschen hat Krieg so an sich.

Das sind aber noch nicht Tote genug für die Union. Auch innerhalb der BRD soll die Bundeswehr eingesetzt werden.

„Gerade bei der Bedrohung durch den globalen Terrorismus ist es wichtig, dass wir die traditionellen Grenzen zwischen innerer und äußerer Sicherheit überwinden.

meint der Fraktionschef der Union Volker Kauder. Wer in diesem Land Terrorist ist, haben die Exekutivorgane der Staatsgewalt ja schon ausreichend dargelegt. Zum Beispiel Rechtshilfe, Buchautoren, Menschen gegen die verdächtigerweise kein Verdachtsmoment vorliegt, Randalierer, Demonstranten und eigentlich auch sonst jeder. Hat nun noch irgendjemand Fragen, gegen wen sich dieser Rat richtet?

Schuld daran ist natürlich wie immer der Chinese. Warum? Na, weil er das Verhalten der EU an den Tag legen könnte (die kopieren aber auch alles). Oder, in Kauders Worten:

Auch die Energie- und Rohstoffversorgung ist ein wichtiges sicherheitspolitisches Thema. Wie sollen wir reagieren, wenn die Chinesen in Afrika Diktatoren unterstützen, um sich den Zugang zu Rohstoffen zu sichern?“, so der Fraktionschef.

Nun, das geht ja nun wirklich nicht, dass die Chinesen auch Ressourcen haben wollen. Als nächstes wollen Afrikaner noch was zu essen und Afghanen ihre eigenen Regierung. Da muss man natürlich „reagieren“, am besten mit viel Militär. So ein bisschen Krieg bringt schon keinen um. Und selbst wenn, dann ist zumindest sichergestellt, dass die EU-Staaten wieder die einzigen sind, die mit afrikanischen Diktatoren verhandeln.

Dieser Rat hebt also die Gewaltenteilung auf, um die Bundeswehr gegen die eigenen Bürger einzusetzen und Rohstoffkriege gegen China zu führen. Glaubt noch irgendwer daran, dass unsere Volksvertreter wirklich nur das Beste für uns wollen?

Bauplan für Manchesterkapitalismus

Mai 1, 2008

Schritt 1: Löhne auf das Minimum senken, dass gerade niemand verhungert, den man noch braucht. – größtenteils erledigt

Schritt 2: Menschenunwürdige Arbeitsbedingungen einführen.

Günter Wallraff, wohl der bekanntestes investigative Journalist Deutschlands, hatte sich bei einer Bäckerei für Lidl eingeschlichen, und dabei die Bedingungen für die Angestellten erforscht.

Entsprechend hoch sei der Druck, so billig wie möglich zu produzieren. Dem Bericht zufolge arbeitete Wallraff als Niedriglöhner bis zur Erschöpfung und erlitt wie seine Kollegen mehrfach Brandverletzungen.

Die Arbeitsbedingungen der Niedriglöhner seien unwürdig, berichtete demnach der 65-Jährige, der mit den Papieren eines 51-Jährigen eingestellt wurde. Immer wieder sei ihnen ein Teil des zustehenden Lohnes vorenthalten worden.

Zudem lebten sie in ständiger Sorge, willkürlich abgemahnt zu werden, und in dauernder Gefahr, sich zu verletzen, weil Sicherheitsbestimmungen nicht eingehalten würden.

Nachdem sich im vorigen Jahr ein Betriebsrat gegründet habe, sei der gewählte Betriebsratsvorsitzende vom Firmenbesitzer aus dem Unternehmen gemobbt worden.

So sieht es aus, das Leben des deutschen Proletariats. Nach einer halbwegs angenehmen Arbeitsstelle fragt niemand mehr, wenn man schon froh genug sein muss, überhaupt eine Arbeit zu erhalten, statt als Empfänger von Arbeitslosengeld zu verelenden. Nun fehlt nur noch ein Schritt, um unsere Gesellschaft zurück ins 19. Jahrhundert zu befördern, nämlich das gewaltsame Vorgehen des Staates gegen Streiks. Und wenn man sich das bayrische Versammlungsgesetz anschaut, dann kann man leicht auf die Idee kommen, dass dieser Schritt auch nicht mehr lange auf sich warten lässt.

Natürlich könnte man diese Zustände ändern, doch dazu wäre ein politscher Umsturz notwendig, denn diese Entwicklung ist von den „Volksvertretern“ durchaus erwünscht. Erst wenn aus der BRD eine Basisdemokratie geworden ist, wenn in diesem Land wieder der Wille seiner Bewohner zählt, können solche unmenschlichen Zustände unterbunden werden.

(via)

Brechreiz

April 18, 2008

…erhält man, wenn man sich die Begründung des Angelaferkels für die rapide gestiegenen Lebensmittelpreise der letzten Zeit antut:

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel gibt im Gegensatz zu vielen Entwicklungspolitikern nicht der steigenden Biosprit-Produktion die Hauptschuld an der Preisexplosion bei Lebensmitteln. Ursache sei vor allem „eine sehr unzureichende Agrarpolitik in den Entwicklungsländern“, sagte Merkel am Donnerstag im sächsischen Freiberg bei der Eröffnung der ersten Raffinerie für Biokraftstoffe der zweiten Generation. Ein weiterer Grund sei die nicht ausreichend vorhergesagte Änderung der Ernährungsgewohnheiten in Schwellenländern.

In Indien etwa nähmen inzwischen rund 300 Millionen Menschen eine zweite Mahlzeit am Tag ein, sagte Merkel. „Wenn die plötzlich doppelt soviel Nahrungsmittel verbrauchen als sie das früher gemacht haben und dann auch noch 100 Millionen Chinesen beginnen, Milch zu trinken, dann verzerren sich natürlich unsere gesamten Milchquoten und vieles andere“, sagte die Kanzlerin in Hinblick auf den europäischen Agrarmarkt.

In Kurz: Haben die Neger halt selber Schuld, wenn sie so viel fressen. Dann sollen sie auch hungern.

Dass der Ölpreis wie bekloppt steigt, weil der ach so hoch zivilisierte Westen das schwarze Gold ebenso bekloppt verschleudert und dadurch natürlich auch die Preise für Nahrungsmittel steigen, weil man für das Betreiben von Erntemaschinen, Anfertigen von Düngern, transportieren dieser und dem Transportieren der Nahrung nun einmal Öl benötigt, hat wohl nix mit gestiegenen Nahrungspreisen zu tun?

Noch bedeutend schwerwiegender als der steigende Ölpreis ist aber die „Biosprit“-Produktion. Auch wenn das die Kanzlerin nicht wahr haben will. Der Name für diesen Treibstoff ist schon einmal eine dreiste Lüge, weil in der CO2-Bilanz des Ethanols nicht die Emissionen einbezogen werden, die durch die Produktion für Düngemittel und durch Einsatz von landwirtschaftlichen Maschinen entstehen. Zieht man diese hinzu, emittiert der „Biodiesel“ in vergleichbaren Dimensionen wie ordinärer Diesel.

Aber wir waren beim Hunger: Wie bescheuert muss man eigentlich sein, um zu glauben, es würde niemanden zum Hungern bringen, wenn man sein Essen verbrennt? Aus hundert Kilogramm Weizen kann man 25 Liter Treibstoff herstellen, oder Brot backen, um eine afrikanische Großamilie locker zwei Jahre zu ernähren. Wenn man einen Menschen vor die Wahl stellte, entweder zwei Jahre lang dem Hungertod zu entrinnen, oder einmal seinen Wagen volltanken zu können, dann entscheidet sich jeder für das Essen. Wenn man allerdings die Wahl hat, seinen Mitmenschen das täglich Brot zu lassen, oder mit seinem SUV über deren Leichen zu brettern, entscheiden sich zu viele (und das Merkel gehört dazu), für die Spritztour mit dem SUV. „Verreckt doch! Hauptsache, ich kann Gas geben!“, sagen Menschem vom Schlage der Regierungschefin.

Wenn man sich solcher Menschenverachtung wie dieser der Kanzlerin konfrontiert fühlt, dann fällt es schwer den eigentlich eingeschworenen Pazifismus einzuhalten. Man möchte dem betreffenden Menschen einfach nur noch ins Gesicht schlagen, so heftig wie möglich.

(via via)

Update: Das Geschwafel von der Milch ist auch glatt gelogen. Wie ich schon einmal dargelegt habe, hanen 93% der Chinesen eine Laktoseintoleranz, trinken also gar keine Milch. Dementsprechend fällt der Export dieses Produkts in den asiatischen Raum auch eher gering aus. Nach China und Indien zusammen werden bloß 0,1% der europäischen Milch verschifft.

160 Jahre Tod

März 16, 2008

Die Kriege, die die Vereinigten Staaten geführt haben und wie viele Menschenleben das gekostet hat:

  • Mexican-American War 1846-1884 ………………….21.000
  • Spanish-American War 1898 ……………………………20.000
  • Philippine-Ameri. War1899-1902 …………………….250k – 1Mil
  • The boxer Rebellion 1900 ………………………………..13.000
  • The Moro Wars 1901-1913 ………………………………250.000
  • Panamanian Revolution1903 ……………………………600.000
  • The Banana Wars 1900-1933 ………………………..…Unknown
  • The Korean War 1950-1953 ……………………………..2-3 Mil
  • The Vietnam War 1963-1975 …………………….…..…2-5 Mil
  • U.S. Intervention in Lebanon 1958 ……………………2.000
  • Dominican Intervention 1995 ………………………..…6.000-10.000
  • U.S. Libya Conflict 1981, 1986 …………………………
  • Lebanon 1982-1984 ………………………………………….17.000
  • U.S. Inva. of Grenada 1983 ………………………………23.000
  • Operation Earnest Will 1987-1988 ……
  • U.S. Invasion of Panama 1989 ………………………….300.000
  • Operation Desert Storm 1991 ……………………………100.000
  • U.S. Inter. in Somalia 1992-1994 ……………………..300.000
  • Intervention in Bosnia 1994-1995 ………………….…400.000-500.000
  • Kosovo War 1999 …………………………………………..…5.000
  • Afghanistan War 2001-……………………………………..Unknown ( DD estimation 10.000 )
  • Operation Iraqi Freedom 2003-……… ………………>1Mil

Der neoliberale Kriegsgewinnler aber rechnet anders, da geht es nicht um den menschlichen Schaden, da geht es nicht um den Verlust eines Menschen:

  • Kosten Afghanistan + Irak …………………………..…3.000.000.000.000
  • Umsatz/Mitarbeiter in Rüstungsfirma………….…200.000 USD/Jahr
  • Tote insgesamt Afghanistan + Irak …………………1.000.000 ( kommt nicht so genau drauf an )
  • 3.000.000.000.000/200.000/1.000.000=15 in Worten:

    Jeder Tote in dem Afghanistan- und Irakkrieg hat 15 Arbeitsplätze gebracht.

Muslimische Radikale sind zwar eindeutig Mörder, doch solche Massen töten sie nicht. Und sie töten auch nicht für Geld. Das ist einzig Sache des aufgeklärten Abendlandes. Vergessen sollte man das nie, wenn man aus einem moralisch überlegen scheinendes Standpunkt die Anschläge von Widerständlern in Afghanisten und Irak verurteilt. Der Westen ist nicht besser. Er ist schlechter. Ob man nun selber bombt, oder die Kriege nur toleriert und unterstützt.

(via und via)

Arbeite dich arm

März 13, 2008

Die „Working Poor“, so der Name dieser armen Teufel aus dem angelsächsischen Sprachraum, werden auch im deutschen Land immer zahlreicher. Wir können uns an der Quote von Menschen, die arm trotz Arbeitstelle sind, längst mit den klassischen manchesterkapitalistischen Staaten Großbritannien und VSA messen.

Sechs Millionen Deutsche arbeiten nach Darstellung des Europäischen Gewerkschaftsbunds (EGB) für einen Bruttolohn von maximal sechs Euro pro Stunde. «Der Exportweltmeister Deutschland ist eines der Länder, das besonders stark vom Problem der Armutslöhne betroffen ist», sagte EGB-Experte Ronald Janssen am Mittwoch in Brüssel.

Demnach bekämen in West-Deutschland Niedriglohn-Arbeiter 6,86 Euro pro Stunde, im Osten 4,86 Euro. Der mittlere Stundenlohn eines Industriearbeiters liege mit rund 25 Euro viel höher. Der deutsche Niedriglohnsektor umfasse 22 Prozent aller Beschäftigten. Das sei ein Rekord auf dem Kontinent und ähnlich hoch wie die 25 Prozent Niedriglohn-Arbeiter in Großbritannien und den USA.

Nun ruft der deutsche Michel natürlich nach Eingreifen der Politiker. Diese sollen die Armut in Deutschland bekämpfen. Das tun die aber nicht. Unsere Herrscherkaste hat diese Zuständ eherbeigeführt und profitiert von diesen, denn geringer Lohn bedeutet mehr Kohle für glückliche Konzernbonzen. Und glückliche Konzernbonzen betreiben mehr Bestechung bei Parteibonzen.

Wer die Wohlstandsverhältnisse in Deutschland wirklich geändert sehen will, der sollte nicht darauf hoffen, dass Diebesbande, die ihn bestohlen hat, ihm seinen Besitz wiedergibt, er muss selber anpacken. Die völlig korrupten und verantwortungslosen Herren des Landes gehören aus ihren Ämtern vertrieben, damit alle, die ein Interesse daran haben, dass jeder Mensch von seiner eigenen Hände Arbeit leben kann, eine Basisdemokratie errichten. Denn an und für sich ist Wohlstand für alle machbar und mehrheitsfähig. Gierige Wirtschaftzswanzen und ihre Vertreter in den Parlamenten tun aber alles dafür, dass diese Vorstellung ewig Utopie bleibt.

Gewobene Lügen

Dezember 29, 2007

Der Präsident der Bundesbank Axel Weber ist ebenfalls einer, der im Verfassen von wachstumswahnsinnigen Unfug ganz groß ist.

„Die aktuellen, außerordentlich hohen Preissteigerungsraten in Deutschland und im Euroraum insgesamt dürfen nicht Messlatte der kommenden Lohnverhandlungen sein“, schrieb Weber in einem Gastbeitrag für „Bild am Sonntag“. Ein Preisschub ausgelöst durch überhöhte Lohnabschlüsse könne die Preisstabilität auf mittlere Sicht gefährden.

Ich hardere immer noch mit mir selbst, welcher der beiden Sätze der bescheuertere ist. Woran soll man denn Lohnerhöhungen sonst orientieren, wenn nicht daran, den inflationsbedingten Kaufkraftverlust auszugleichen? Alles andere würde zu schleichender Verarmung der Arbeitnehmer führen, was Gift für dieVolkswirtschaft wäre; diese lebt vom Konsum.

Ebenso unsinnig ist es, davon auszugehen, dass eine höhere Kaufkraft zur Inflation führe. In den letzten Jahren hatten wir eine konstante Inflation, während die Reallöhne gesunken sind. Das passt irgendwie nicht in die Behauptungen von Weber.

Warum muss ich also Weber sein menschenverachtendes System erklären? Ist der Klassenunterschied in Deutschland so gewaltig, dass selbst der größte Volldepp einen hohen Posten bekommt, solange er nur das Privileg hat, aus der Oberschicht zu stammen oder weiß der Weber ganz genau, was Sache ist, webt aber Lügen und Propaganda, um die Verarmung der Menschen in Deutschland voranzutreiben? Denn je größer die Armut auf der einen Seite, desto größer auch der Reichtum auf der anderen.

Linktipp

Dezember 17, 2007

Die neoliberale Scheiße macht mal wieder eine Menge Sinn.

Ich wollte sagen, der Sinn macht mal wieder eine Menge neoliberale Scheiße.

Arcor soll Google sperren

Dezember 5, 2007

Die selbsternannten Jugendschützer drehen mal wieder völlig durch:

Die Huch Medien GmbH hat beim Landgericht Frankfurt einen Eilantrag gestellt, wonach Arcor die Seiten Google.de und Google.com wegen der Verbreitung pornographischer Schriften ohne Alterskontrolle blockieren soll. Die Mainzer Firma, die selbst die Sexseite Amateurstar.de betreibt, will nicht länger hinnehmen, dass über die Bildersuche von Google noch auf dem Angebot der Suchmaschine selbst etwa bei der Eingabe von einschlägigen Begriffen wie „Porno“, „Fick“ oder „Oralsex“ Hunderte pornographischer Bilder für Nutzer jeglichen Alters angezeigt werden.

(via)

Das hat bestimmt nix damit zu tun, dass man per Googlesuche das bekommt, wofür man bei „Huch“ Geld bezahlen muss…

Wäre es aber nicht konsequen, einfach das komplette Internet zu sperren, damit die Jugenf wirksam vor böööööser Pornographie geschützt wird? Die Sperrung von Youporn.com durch Arcor bewirkte schließlich keine Abnahme des Konsums von Pornographie, sondern nur ein Auswechen der Kundschaft auf andere Plattformen, die das Gleiche anbieten. Achso, ich verstehe, das wäre zu ehrlich…

Der Krieg gegen den Terror erfüllt seinen Zweck

Oktober 8, 2007

Wissenschaftler haben US-Präsident Bush und der britischen Regierung ein miserables Zeugnis für ihren Kampf gegen den internationalen Terrorismus ausgestellt. Der Krieg gegen al-Qaida ist ihrer Ansicht nach ein totaler Reinfall.

Wie kommen diese Leute denn auf so einen Unfug? Reinfall? Desaster? Haben sich diese Leute denn mal den Spade Defense Index (repräsentiert die 54 wichtigsten Waffenfirmen der Welt) und den XOI (Index der Ölkonzerne) angesehen? Der „Krieg gegen den Terror“ funktioniert doch „wunderbar“. Er schafft Gewinn für die Firmen, die GWB zu Wahlkampfzeiten bestochen haben.

Ach, es geht der Oxford Research Group gar nicht um Geld, sondern um so Krams wie Frieden und Menschenleben? Das stimmt, humanitär gesehen ist der Krieg ein Desaster, wie es Krieg eben so an sich hat. Aber darum ging es bei der Planung dieses neuen Weltkrieges nicht, sondern einzig und allein um die Stärkung der Wirtschaft, denn das schafft Arbeitsplätze!

Kurzbetrachtung des Kapitalismus

September 30, 2007

Der Kapitalismus, wie er jetzt existiert, wird zwangsläufig in näherer Zukunft scheitern. Durch seinen Asozialen Charakter, der zur Verarmung immer größer Menschenmassen führt, und seinem Wachstumsdiktat, das zur immer schnelleren Vernichtung lebensnotwendiger Rohstoffe führt (von der Belastung der Umwelt durch Schadstoffe ganz zu schweigen), wird es entweder zu einer Revolution und der Abschaffung dieses menschenverachtenden System oder dem Aussterben der Spezies Mensch kommen. Die Frage lautet also nicht, ob der Kapitalismus enden wird, sondern, ob nach dem Ende des Kapitalismus noch Menschen auf der Erde leben können.