Archive for the ‘Moral’ Category

Kriegspropaganda und Realität

September 4, 2008

Was tut die Regierung eines Staates wie der BRD, wenn so langsam die Schweinereien des eigenen Militärs in fremden Ländern ans Tageslicht kommen und der Widerstand der Bevölkerung gegen den Angriffskrieg in Afghanistan unüberhörbar wird? Aus dem Land zurückziehen? Nun, das würde die Regierung eines demokratischen Staates machen. In der BRD müllt man die Hirne des Wahlviehs einfach mit Propaganda zu:

Unmittelbar vor dem heutigen Antikriegstag hat die Deutsche Post eine PR-Kampagne für die Bundeswehr angekündigt. 8.000 großformatige Post-Plakate, die ab diesem Monat bundesweit geklebt werden, werben mit dem Abbild eines uniformierten Afghanistan-Kämpfers des deutschen Expeditionskorps. Die Plakat-Kampagne soll „den Soldatenberuf in der Gesellschaft präsent machen“, heißt es bei der Deutschen Post.

Als wüsste die überwiegende Mehrheit der Gesellschaft nicht schon von allein, dass es Soldaten gäbe…

Es glaube übrigens niemand, das der oben bei Duckhome verlinkte Vorfall der Erste seiner Art wäre. Glaubt man dem Soldaten Achim Wohlgethan, der in Afghanistan stationiert war, dann war das Töten unschuldiger Zivilisten, auch Kindern, die Regel.

Wohlgethan berichtet auch, wie menschenverachtend sich Soldaten der sogenannten Schutztruppe ISAF gegenüber der Zivilbevölkerung verhielten. Wenn sie überprüfen wollten, ob in einem Feldstück noch versteckte Minen lagen, warfen sie vor den Augen hungriger Kinder Äpfel hinein. »Wenn die Kinder losliefen, um sich die Äpfel zu holen, und es keinen Knall gab, wurde dieses Feld als geklärt und unvermint betrachtet.« Und wenn es doch knallte, hatte das Kind eben Pech gehabt.

Damit sich auch ja niemand der Illusion hingibt, das deutsche Militär sei in irgendeiner Weise anständiger oder moralischer als die Streitkräfte anderer Staaten, über deren Menschenrechtsverletzungen der deutsche Spießbürger sich gerne entrüstet. Doch die in Afghanistan eingesetzten Soldaten sind genau so Soldaten wie alle anderen Todeshändler in Kriegsgebieten ebenfalls, und sie sind den gleichen Bedingungen und Umständen unterworfen. Und ebenso wie alle anderen Mordarbeiter stumpfen die deutschen Streitkräfte in Folge ihres blutigen Handwerks und der allgegenwärtigen Bedrohung, Ziel eines Widerstandskämpfers zu werden, zusehends ab, bis schließlich die beschriebenen Gräueltaten herauskommen.

Zu glauben, ein Mensch könnte sich täglich einer Umwelt aus Angst und Gewalt aussetzen, ohne dass seine Seele davon einen Schaden nähme, ist so naiv wie anzunehmen, ein Schneeball könnte in einem laufenden Hochofen bestehen. Es gibt nur einen Weg, diesen Prozess und die somit folgenden Menschenverachtungen nebst Racheaktionen der afghanischen Angehörigen zu verhindern, und der ist, die Soldaten so schnell wie möglich aus Afghanistan abzuziehen und die Beteiligung an diesem Angriffskrieg abzubrechen.

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Einfallstor Kinderpornographie

August 30, 2008

„Um das zu bekämpfen, ist jedes Mittel recht.“ Diese Worte entstammen dem Vorsitzenden der GdP, Konrad Freiberg zum Thema Kinderpronographie. Jedes Mittel, das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen. Jedes Mittel ist deutlich was anderes als jedes rechtsstaatliche Mittel oder jedes Mittel, desssen Einsatz nicht zur Vernichtung der Existenz Unschuldiger führt. Diese Gefahr ist bei Ermittlungen im Umfeld der Kinderpornographie in besonders hohem Maße gegeben, weil schon allein der Verdacht auf den Besitz kinderpornographischer Medien einem Menschen das gesamte soziale Umfeld nimmt. Der Job ist dann meist weg, die Ehe vorbei und bevor man seine eigenen Kinder sehen kann, darf man erstmal einen gerichtlichen Prozess führen. Selbst dann, wenn sich der Verdacht als falsch herausstellt.

Ein Beispiel, was mit „jedes Mittel“ gemeint ist, liefert jüngst Jörg Ziercke, seines Zeichens amtierendes Alphatier beim BKA.

Jörg Ziercke, hat sich bei der Vorstellung des Lagebilds […] zur organisierten Kriminalität 2007 dafür ausgesprochen, Internetprovider gesetzlich zur Sperrung von Angeboten mit kinderpornographischen oder fremdenfeindlichen Inhalten zu verpflichten.

Das ist nichts weiter als die Forderung nach einer Zensur des Internets, wie man sie nur in autokratischen Regimen erwartet. Natürlich ist es geschickt, die Zensur mit dem Verweis auf Kinderpornographie einzuführen, das dieses Thema ein Maß an Empörung hervorruft, wie es ohne gleichen ist. Daher sind die Mitglieder der Gesellschaft eher bereit eine Zensur hinzunehmen, wenn sie sich gegen Pädophile richtet. Dahinter steckt einerseits die Verachtung, die Pädophilen entgegengebracht wird, andererseits die Überzeugung, nicht selbst von der Zensur betroffen zu sein, weil man selbst eben nicht pädophil sei.

Diese Überzeugung täuscht aber, da die Zensur von Seiten, die kinderpornographisches Material anbieten nur der Anfang einer deutlich größer angelegten Zensur des Internets ist, wie Ziercke selbst schon andeutet.

In einen entsprechenden Vorstoß sei „ganz dringend auch die Sperrung von fremdenfeindlichen und anti-semitischen Inhalten einzubeziehen“, da diese ebenfalls auf unterster moralischer Stufe stünden.

Auch hier lohnt sich ein genauerer Blick, vor allem auf Zierckes Motiv. Begründet wird die Sperrung nämlich nicht damit, dass antisemitische Seiten durch Aufrufe zur Gewalt und ähnliche Inhalte eine Gefahr für jüdische Mitmenschen sind, sondern damit, dass sie „unmoralisch“ seien. Nun ist Moral aber austauschbar und unmoralisch kann alles sein. Das ist nichts weiter als eine Allzweckbegründung um jede unerwünschte Seite zu sperren und somit auch Kritiker mundtot zu machen.

In die Kriminalität treiben

August 16, 2008

Kaum kommt man aus der Sommperause zurück, schon zeigen die argen ARGEn ein weiteres Mal, wie viel Achtung sie den entrechteten Besitzlosen in diesem System entgegenbringen:

Trotz heftiger Kritik von Politikern und Verbraucherschützern will die Bundesagentur für Arbeit weiter an der Vermittlung illegaler Tätigkeiten im Bereich Telefonwerbung festhalten. Man könne die Firmen, die entsprechende Stellenangebote in der Jobbörse der Behörde veröffentlicht haben, nicht präventiv bestrafen, sagte ein Sprecher zur taz. „Ein illegales Verhalten muss nachgewiesen werden.“ Als Bundesbehörde habe man keine rechtlichen Möglichkeiten gegen die Inserate von Unternehmen verzugehen, die „möglicherweise gesetzeswidrig“ handeln.

Langzeitarbeitslose werden durch die Geißel der drohenden Bezugskürzung gezwungen, illegale Praktiken in der Telefonwerbung auszuführen. Besonders sauer stößt da der Sprecher der Jobbörse auf, der sich jeder Verantwortung entzieht, wie es unter diesen Brüdern Usus ist.

So weit ich dieses Justizsystem verstanden habe, kann jeder gegen illegale Tätigkeiten vorgehen, indem er die zuständigen Behörden auf diese aufmerksam macht. Sollte dem nicht so sein, dann entbehren Strafverfolgungsbehörden jeglichen Sinn. Aber um gegen Verbrechen vorzugehen braucht es ja ein Mindestmaß an Eigeninitiative, sozialem Denken und Rechtsbewusstsein. Dies ist bei den Bütteln der Arbeitsämter allerdings nicht vorhanden, wie sie stets zu beweisen suchen. Darum lässt man die Call-Center gewähren, statt sie anzuzeigen und somit zu verhindern, dass sich noch mehr Empfänger staatlicher Hilfsleistungen strafbar machen.

Aber sind ja sowieso nur Arbeitslose, also Menschen zweiter Klasse, was?

Nicht genug wert für medizinische Versorgung

Mai 22, 2008

Arbeitslose stellen seit jüngster Zeit eine diskriminierte Menschengruppe dar. Das stellte der Bielefelder Sozialwissenschaftler Wilhelm Heitmeyer in seiner Studie zum Zusammenleben der deutschen Bürger fest. Doch was heißt es, wenn Herr Heitmeyer von einer “zunehmenden Verachtung für Obdachlose, Bettler, Sozialhilfeempfänger und Ausländer” spricht?

Es heißt zum Beispiel, dass diabeteskranken Arbeitslosen die benötigte spezielle Nahrung verweigert.

Entgegen der geltenden Rechtsprechung weist die Stadt Göttingen ihre Mitarbeiter an, vielen Erwerbslosen krankheitsbedingte Mehrkosten nicht auszuzahlen. Das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen hat am 31. Januar entschieden, dass bei Diabetes und zwei weiteren Krankheiten für EmpfängerInnen von Sozialleistungen ein Mehrbedarf für Ernährung anzuerkennen sei.

In einem internen Schreiben, dass der taz vorliegt, informiert die Stadt ihre Mitarbeiter über die Entscheidung und weist sie an, sie zu ignorieren. „Um weitere Klageverfahren in Fällen mit gleichem Sachverhalt und die damit entstehenden Kosten zu vermeiden“, heißt es in dem Schreiben, sei bei einer Erstentscheidung über einen Mehrbedarfsantrag das Ersuchen abzulehnen.

Ganz von der Versorgung abgeschnitten sind die unter Diabetes leidenden Prekarier allerdings nicht, denn gemäß dem Fall, sie legten Widerspruch gegen die Entscheidung des Amtes ein und führten einen kostspieligen Gerichtsprozess, erhalten sie doch die benötigten Nahrungsmittel. Doch warum dann versuchen, die Kranken von ihrer Versorgung abzuschneiden? Augenscheinlich gehen die Göttinger Verantwortlichen davon aus, dass eine nennenswerte Anzahl an Prekariern keinen Widerspruch einlegt, ansonsten wäre die im Artikel beschriebene Praxis vollkommen sinnfrei.

Diese Praxis stellt für die Betroffenen eine ernsthafte Gefährdung der Gesundheit dar, schließlich ist Diabetes nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Es bleibt kein anderer Schluss, als dass manche Amtsinhaber für die Endlösung der Arbeitslosenfrage über Leichen gehen wollen.

(via)

Vertraue deinen Parlamentariern!

Mai 16, 2008

Vertraue ihnen einfach mal, denk nicht lange kritisch nach, hinterfrag nicht ihre Motive, und wage es bloß nicht, ihnen niedere Motive zu unterstellen! Abgeordnete des Bundestages sind nur ihrem Gewissen verpflichtet und damit per definitionem unbestechlich.

Auch wissen sie immer ganz genau, was sie tun, denn nur die kompetentesten Menschen dürfen Entscheidungen über das Leben von Millionen Menschen treffen. Sie sind immer im Bilde, und immer informiert, oder?

Ich habe mich an der Abstimmung über den EU-Reformvertrag nicht
beteiligt, weil ich mich grundsätzlich einer Teilnahme verweigert habe
aus einem übergreifenden und zentralen Grund: Ein vollständiger Vertragstext lag nicht vor. Insofern fehlte aus meiner Sicht die Voraussetzung für eine entsprechende Abstimmung.

sagt das Mitglied des Bundestages Hermann Scheer. Der Mann stellt damit die Ausnahme, denn die Unkenntnis über das, worüber sie abstimmen sollten, hat die überwiegende Mehrheit der Parlamentarier nicht daran gehindert diesem Machwerk eine positive Stimme zu geben. Das Schriftstück selbst lässt sich allerdings im Internet finden, jedoch ist es in einem solchen juristischen Kauderwelsch geschrieben enthält eine derartige Textmenge, dass man es nur sehr mühsam durcharbeiten kann. Ich glaube, ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass nicht mal ein Prozent der Abgeordneten diesen Text gelesen hat.

Seltsam finde ich dann dennoch, dass gerade zu dem Zeitpunkt, zu dem herauskommt, dass der durchschnittliche Bundestagsabgeordnete quasi blind abstimmt, sich dieser doch noch eine leicht höhere Diät gönnt. Man erinnere sich an die Vorratsdatenspeicherung.

ETA schlägt zurück

April 21, 2008

Vor einem Büro der in Spanien regierenden Sozialistischen Partei (PSOE) ist in der Nacht zum Sonntag in der baskischen Stadt Elgoibar eine Bombe detoniert.

Dieser Anschlag dürfte die logische Konsequenz aus den Folterungen und der Verhaftungswelle sein, welche die spanische Regierung im Baskenland zu verantworten hat. Nach meiner Ansicht hat eine Gruppe von Menschen, die in Angst leben muss von paramilitärischen Einheiten aufgegriffen und gefoltert zu werden, jedes Recht sich gegen die Paramilitärs und ihre Auftraggeber zu verteidigen. An Verhandlungen sind die Repräsenten des spanischen Staates jedenfalls nicht interessiert, das erklärt sich schon aus der Tatsache, dass alle Basken, die als Kontaktperson für eine Verhandlung mit der ETA in Frage kommen, von den spanischen Repressionskräften verhaftet wurden. Ganz eindeutig ist eine friedliche Lösung dieses Konflikts mit der gegenwärtigen spanischen Regierung nicht möglich.

Verletzt wurde bei dem Anschlag übrigens niemand denn…

Vor der Explosion ging bei der Straßenwacht eine telefonische Warnung der baskischen Untergrundorganisation ETA ein. Die Polizei riegelte daraufhin die umliegenden Straßen ab.

Ich finde es sehr wichtig bei solchen Gelegenheiten zu erwähnen, dass die ETA nicht die gewissenlosen Mörder darstellen, als die sie meist dargestellt werden. Tatsächlich ist es so, dass sie vor jedem Anschlag eine Bombenwarnung herausgeben, um zivile Verluste zu vermeiden. Damit sind sie gewissenahfter als beispielsweise die staatlichen Luftwaffen, oder funken NATO-Bomber Warnungen, bevor sie ihre Todesboten aus dem Himmel senden? Nein, sie bombardieren ohne Vorwarnung zivile Häuser und töten die Bewohner. Damit agiert die ETA moralischer als staatliche Luftwaffen und es wäre blanke Heuchelei, die ETA zu verurteilen, die Luftwaffen aber handeln zu lassen.

Bemerkenswert ist allerdings, dass den Tibeternn und Kosovaren ein eigener Staat zugestanden, teilweise sogar mit westlicher Militärmacht erstritten wird, den Basken aber nicht. Dabei haben tibetische Banden in ihrem Pogrom auch nicht wenige Todesopfer zu verantworten und zwar größtenteils Zivilisten, die mit der Besatzung und dem Staatsterror der chinesischen Regierung in Tibet kaum etwas zu tun haben dürften. Diese gelten aber nicht als „Terroristen“. Blanke Heuchelei.

Brechreiz

April 18, 2008

…erhält man, wenn man sich die Begründung des Angelaferkels für die rapide gestiegenen Lebensmittelpreise der letzten Zeit antut:

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel gibt im Gegensatz zu vielen Entwicklungspolitikern nicht der steigenden Biosprit-Produktion die Hauptschuld an der Preisexplosion bei Lebensmitteln. Ursache sei vor allem „eine sehr unzureichende Agrarpolitik in den Entwicklungsländern“, sagte Merkel am Donnerstag im sächsischen Freiberg bei der Eröffnung der ersten Raffinerie für Biokraftstoffe der zweiten Generation. Ein weiterer Grund sei die nicht ausreichend vorhergesagte Änderung der Ernährungsgewohnheiten in Schwellenländern.

In Indien etwa nähmen inzwischen rund 300 Millionen Menschen eine zweite Mahlzeit am Tag ein, sagte Merkel. „Wenn die plötzlich doppelt soviel Nahrungsmittel verbrauchen als sie das früher gemacht haben und dann auch noch 100 Millionen Chinesen beginnen, Milch zu trinken, dann verzerren sich natürlich unsere gesamten Milchquoten und vieles andere“, sagte die Kanzlerin in Hinblick auf den europäischen Agrarmarkt.

In Kurz: Haben die Neger halt selber Schuld, wenn sie so viel fressen. Dann sollen sie auch hungern.

Dass der Ölpreis wie bekloppt steigt, weil der ach so hoch zivilisierte Westen das schwarze Gold ebenso bekloppt verschleudert und dadurch natürlich auch die Preise für Nahrungsmittel steigen, weil man für das Betreiben von Erntemaschinen, Anfertigen von Düngern, transportieren dieser und dem Transportieren der Nahrung nun einmal Öl benötigt, hat wohl nix mit gestiegenen Nahrungspreisen zu tun?

Noch bedeutend schwerwiegender als der steigende Ölpreis ist aber die „Biosprit“-Produktion. Auch wenn das die Kanzlerin nicht wahr haben will. Der Name für diesen Treibstoff ist schon einmal eine dreiste Lüge, weil in der CO2-Bilanz des Ethanols nicht die Emissionen einbezogen werden, die durch die Produktion für Düngemittel und durch Einsatz von landwirtschaftlichen Maschinen entstehen. Zieht man diese hinzu, emittiert der „Biodiesel“ in vergleichbaren Dimensionen wie ordinärer Diesel.

Aber wir waren beim Hunger: Wie bescheuert muss man eigentlich sein, um zu glauben, es würde niemanden zum Hungern bringen, wenn man sein Essen verbrennt? Aus hundert Kilogramm Weizen kann man 25 Liter Treibstoff herstellen, oder Brot backen, um eine afrikanische Großamilie locker zwei Jahre zu ernähren. Wenn man einen Menschen vor die Wahl stellte, entweder zwei Jahre lang dem Hungertod zu entrinnen, oder einmal seinen Wagen volltanken zu können, dann entscheidet sich jeder für das Essen. Wenn man allerdings die Wahl hat, seinen Mitmenschen das täglich Brot zu lassen, oder mit seinem SUV über deren Leichen zu brettern, entscheiden sich zu viele (und das Merkel gehört dazu), für die Spritztour mit dem SUV. „Verreckt doch! Hauptsache, ich kann Gas geben!“, sagen Menschem vom Schlage der Regierungschefin.

Wenn man sich solcher Menschenverachtung wie dieser der Kanzlerin konfrontiert fühlt, dann fällt es schwer den eigentlich eingeschworenen Pazifismus einzuhalten. Man möchte dem betreffenden Menschen einfach nur noch ins Gesicht schlagen, so heftig wie möglich.

(via via)

Update: Das Geschwafel von der Milch ist auch glatt gelogen. Wie ich schon einmal dargelegt habe, hanen 93% der Chinesen eine Laktoseintoleranz, trinken also gar keine Milch. Dementsprechend fällt der Export dieses Produkts in den asiatischen Raum auch eher gering aus. Nach China und Indien zusammen werden bloß 0,1% der europäischen Milch verschifft.

Herzlichen Glückwunsch, Mr. Bush

März 25, 2008

Mr. Bush (so wie ich es ausspreche verstehen meine Feunde immer „Mistkerl Bush“), ich hatte kaum Zeit gefunden ihnen einmal zu gratulieren, und hatte es auch versäumt Ihnen zum fünfjährigen Jubiläum Ihrer Operation Iraqui Liberation eine Grußschrift zu schreiben. Das ist wohl nicht zu schlimm, laut eigener Aussage lesen Sie ja eh nichts.

Gratuliere ich eben zum 4000. im Kampf gegen die irakische Bevölkerung getöteten Soldaten. Diese Zahl repräsentiert natürlich nicht alle Männer und Frauen die sie für die Eroberung der irakischen Ölquellen und Gewinne für ihre Kumpel bei den Rüstungsfirmen in den Tod geschickt haben, sondern bloß diejenigen, die durch Kugeln, Autobomben und Sprengfallen ums Leben gekommen sind. Die Toten Mordarbeiter, die von der Radioaktivität ihrer eigenen Uranmunition dahingerafft wurden, werden nicht gezählt. Nun gut, dieses Verschleiern ist auch nur logisch, wenn ihr Kabinett schon die Zahl 4000 als psychologisch wichtige Grenze ansieht und die offiziellen Todeszahlen diese zumindest bis zum Ende der Präsidentschaftswahl nicht überschreiten sollen, und die bestätigten Opferzahlen auf amerikanischer Seite bei 3992 dümpeln.

Schon allein deswegen sträuben sich Sie und auch ihre Junta, die von der Strahlung der DU-Munition dahingerafften Soldaten aufzuführen. Auch möchten Sie nicht zugeben, dass sie durch den Einsatz von radioaktiven Projektilen den Irak, Afghanistan und Teile der Balkan-Halbinsel faktisch unbewohnbar gemacht haben. Fehlgeburten, Leukämie und sonstige Arten von Krebs nehmen in den Gebieten sprunghaft zu und das trifft eben nicht nur berufliche Schlächter, sondern auch und vor allem die Zivilbevölkerung der angegriffenen Länder. Deren Opferzahlen werden in allen westlichen Medien verschwiegen, genau zählt sie auch niemand. Wenn man allerdings Umfragen im Irak durchführt und dann die Ergebnisse hochrechnet, erhählt man mehr als eine Million toter Iraker durch Folgen ihres Angriffskriegs.

Mehr als eine Million Leichen im Irak (und somit vergleichbare Dimensionen in Afghanistan) stehen knapp 3000 Toten durch die Anschläge auf das World Trade Center gegenüber. Blendet man nun einmal aus, dass die „Aufklärung“ dieser Anschläge vor Ungereimtheiten nur so strotzt, dass nicht einmal das FBI erklären will, es hätte harte Indizien, die im Fall 9/11 auf Osama bin Laden schließen lassen (sondern diesen bloß aufgrund von „Ermordung amerikansicher Staatsbürger außerhalb der USA“ sucht) und dass Ihre Regierung schon allein durch die exakt 935 Lügen im Vorfeld des Irakkriegs jegliche Glaubwürdigkeit verloren hat, also wenn man nun annimmt, es wären tatsächlich muslimische Extremisten für den Einsturz des World Trade Centers verantwortlich, dann kann man anhand der Opferzahlen nur sagen, dass muslimische Extremisten Mörder sind, allerdings ist auch der härteste, gefährlichste und radikalste Islamist gegen Sie und ihre Kamarilla ein Chorknabe.

Sie sind ein Mörder, der schnellstmöglich an einen Platz befördert gehört, wo kein Mensch mehr vor Ihren Aktionen in Gefahr ist. Ich erspare mir den Vergleich mit anderen historischen Persönlichkeiten, die sich in außerordentlicher Weise durch das massenweise Vernichten von Menschenleben auszeichneten. Wenn man von den Folgen ihres Handelns erfährt, fragt man sich unwillkürlich, wo Menschen vom Schlage eines Lee Harvey Oswald, John Wilkes Booth oder Leon Czolgosz sind, wenn man sie einmal braucht. Ich wünsche Ihnen aber trotzdem nicht den Tod. Zum einen, weil ich der Meinung bin, dass ihr Tod keine Änderung bewirkt, sondern sie bloß durch ihre Komplizen zu einem Märtyrer hochstilisiert würden und ein anderes neokonservatives Arschloch den von ihnen losgetretenen Weltenbrand weiterführte. Zum anderen, weil ich zu den Leuten gehöre, denen das Leben eines Menschen nicht scheißegal ist, auch wenn es das eines Massenmörders ist. Ich weiß, wir sind selten geworden und sie können diese Haltung vermutlich nicht nachvollziehen.

Ich kann nur hoffen, dass ihr Volk, in dessen Vertretung sie entweder komplett versagt haben, oder das Sie bewusst und willentlich hinters Licht führen, sich eines Tages erheben wird, um den Umtrieben, die sie angefangen haben, und die ihr Nachfolger auf die eine oder andere Weise fortführen wird, ein Ende macht.

Auf dass wir uns nie begegnen müssen,

Kuro

ARGEr Zynismus

März 25, 2008

Das Erwerbslosen Forum Deutschland richtet schwere Vorwürfe gegen die Hartz IV-Behörde in Mönchengladbach, Die ARGE verweigert einem 27-jährigen Mann seit Dezember die Leistungen, nur weil der Antragsteller auf seinem informationellen Selbstbestimmungsrecht besteht und er keinen Einblick in Daten gewähren will, auf die die Behörde überhaupt kein Anrecht hat und die auch völlig unnötig erhoben werden. Ein entsprechender Eilantrag von Michael S. beim Sozialgericht Düsseldorf wird seit drei Monaten verschleppt. Michael S. hat inzwischen seine Wohnung geräumt, da er diese zum 1. April verlassen muss und dann obdachlos ist. Zudem kann er sich seit Wochen kaum noch richtig ernähren und hat mit seinen 27 Lebensjahren inzwischen alle Hoffnungen aufgegeben.

Diese Daten sind Teile seines Kontoauszugs, die er geschwärzt hat, sodass zwar zu sehen ist, wie seine monetäre Situation derzeit ist, aber nicht, wofür er Geld ausgegeben hat. Es wird wohl niemand bestreiten wollen, dass, auch wenn die Behörde sicher gehen will, ob der Bedürftige sich nicht zum Spaß erniedrigt und Hilfe erbittet, es doch allein die Sache des Antragsstellers ist, wofür er Geld ausgibt. Das ist für eine Hilfsbedürftigkeit völlig unerheblich.

Und nun einen Menschen in Elend, Hungertod unf Obdachlosikeit zu stürzen, weil dieser dem behördeneigenen Voyeurismus eine Riegel vorschob und ein Grundrecht wahrnehmen möchte, das ist für mich eine Menschenverachtung, wie es sie in einer zivilisierten Gesellschaft nicht geben kann. Selbst die aus unserer Sicht „rohen“ und „primitiven“ Steinzeitmenschen haben (spätestens ab dem Australopithecus) die Angehörigen ihrer Gesellschaft versorgt, wenn diese keine eigene Möglichkeit hatten. Das mag vielleicht verdeutlichen, auf welcher zivilisatorischen Entwicklungsstufe die Agenten der ARGE sich befinden.

Vielleicht sollte man den Soziopathen bei der ARGE einmal klar machen, dass sie es nicht mit Spielzeug zu tun haben, sondern mit Menschen. Die sind sich natürlich keiner Schuld bewusst, sie führen nur Befehle von oben aus. Diese Ausrede ist die Standardbegründung, die alle Faschisten brachten und bringen, wenn sie in Rechtfertigungsnot ihrer Verbrechen gerieten. Seien es nun Wehrmachtsoffiziere, die sich an Völkermord beteiligten oder Bahnhofsbeamte, die Juden in die Züge nach Ausschwitz prügelten.

Dieses Denken, dass ein Befehl von oben einen von der eigenen Verantwortlichkeit entbindet, ist der Kardinalfehler unserer Gesellschaft. Er wird dadurch getragen, dass der Befehlsgeber, sei er Führer, Parteivorsitzender oder Obermullah, das Leid, das er befiehlt nicht sieht, weil er zu weit entfernt ist; der Ausführende, der das Leid sieht sich aber ebenfalls nicht verantwortlich fühlt, weil er sich auf das Alphatier beruft. So entbinden sich beide der Verantwortung und die schlimmsten Verbrechen können passieren.

So lange wir eine Gesellschaft dulden, die derartige Verantwortungslosigkeit als Struktur hat, so lange werden wir uns auch mit Menschenverachtung herumschlagen müssen. Sowohl damit, das jemand einfach einen Menschen verhungern lässt als auch damit, dass Menschen gezielt und systematisch ermordet werden, durch Konzentrationslager oder Kriege, die ganze Landstriche unbewohnbar machen.

160 Jahre Tod

März 16, 2008

Die Kriege, die die Vereinigten Staaten geführt haben und wie viele Menschenleben das gekostet hat:

  • Mexican-American War 1846-1884 ………………….21.000
  • Spanish-American War 1898 ……………………………20.000
  • Philippine-Ameri. War1899-1902 …………………….250k – 1Mil
  • The boxer Rebellion 1900 ………………………………..13.000
  • The Moro Wars 1901-1913 ………………………………250.000
  • Panamanian Revolution1903 ……………………………600.000
  • The Banana Wars 1900-1933 ………………………..…Unknown
  • The Korean War 1950-1953 ……………………………..2-3 Mil
  • The Vietnam War 1963-1975 …………………….…..…2-5 Mil
  • U.S. Intervention in Lebanon 1958 ……………………2.000
  • Dominican Intervention 1995 ………………………..…6.000-10.000
  • U.S. Libya Conflict 1981, 1986 …………………………
  • Lebanon 1982-1984 ………………………………………….17.000
  • U.S. Inva. of Grenada 1983 ………………………………23.000
  • Operation Earnest Will 1987-1988 ……
  • U.S. Invasion of Panama 1989 ………………………….300.000
  • Operation Desert Storm 1991 ……………………………100.000
  • U.S. Inter. in Somalia 1992-1994 ……………………..300.000
  • Intervention in Bosnia 1994-1995 ………………….…400.000-500.000
  • Kosovo War 1999 …………………………………………..…5.000
  • Afghanistan War 2001-……………………………………..Unknown ( DD estimation 10.000 )
  • Operation Iraqi Freedom 2003-……… ………………>1Mil

Der neoliberale Kriegsgewinnler aber rechnet anders, da geht es nicht um den menschlichen Schaden, da geht es nicht um den Verlust eines Menschen:

  • Kosten Afghanistan + Irak …………………………..…3.000.000.000.000
  • Umsatz/Mitarbeiter in Rüstungsfirma………….…200.000 USD/Jahr
  • Tote insgesamt Afghanistan + Irak …………………1.000.000 ( kommt nicht so genau drauf an )
  • 3.000.000.000.000/200.000/1.000.000=15 in Worten:

    Jeder Tote in dem Afghanistan- und Irakkrieg hat 15 Arbeitsplätze gebracht.

Muslimische Radikale sind zwar eindeutig Mörder, doch solche Massen töten sie nicht. Und sie töten auch nicht für Geld. Das ist einzig Sache des aufgeklärten Abendlandes. Vergessen sollte man das nie, wenn man aus einem moralisch überlegen scheinendes Standpunkt die Anschläge von Widerständlern in Afghanisten und Irak verurteilt. Der Westen ist nicht besser. Er ist schlechter. Ob man nun selber bombt, oder die Kriege nur toleriert und unterstützt.

(via und via)

Marodeure unter sich

Februar 27, 2008

Es gibt eine einfache Faustregel in den Beziehungen, die der Staat BRD unterhält: Je krimineller und menschenverachtender eine Person oder Organisation agiert, desto attraktiver wird sie für eine Kooperation. Unser hoch moralischer Staat arbeitet zum Beispiel mit Diktatoren wie Islom Karimov und der chinesischen Regierung zusammen. Die Massenmörder und Folterer aus dem weißen Haus zählen zu unseren engsten Verbündeten, ebenso wie die spanischen Machthaber, die im Baskenland willkürliche Verhaftungen durchführen und Gefangene foltern lassen. Auch das organisierte Verbrechen im Kosovo ist unserer Elite so sympathisch, dass dieses dank deutschem Engagement gleich mal das ganze Land offiziell kontrollieren darf.

Die Liste an kriminellen Verbündeten ist lang, was jedoch für die Führung dieses Staates keinen Grund darstellt, sie nicht noch ein wenig zu verlängern. DynCorp ist doch ein ganz sympathischer Kandidat. Das ist ein Söldner- und Sicherheitskonzern, der mit der unsäglichen Firma Blackwater konkurriert. Sowohl was das Erhaschen von Aufträgen in Krisenregionen angeht, als auch in dem Punkt, welches Unternehmen am schnellsten seinen Ruf verliert. DynCorp hat da schon so einiges zu bieten. Dass Mitarbeiter des Konzerns auch mal den Menschen, den sie beschützen sollen, eine verpassen oder bei der (übrigens miserablen) Ausbildung von afghanischen Polizisten die staatlich bereitgestellte Ausrüstung mitgehen lassen, gehört noch zu den harmlosesten Vorfällen. Vergewaltigungen und Frauenhandel in Bosnien zählen zur anderen Seite des Spektrums. Weil Unrechtsbewusstsein in der Branche sowieso nicht vertreten ist, wundert es auch nicht, dass DynCorp-Mitarbeiter bei den Folterungen in Abu Ghraib beteiligt waren. Und natürlich beherrscht auch DynCorp die Königsdisziplin der Söldnerfirmen, das Erschießen von wehrlosen Zivilisten.

Man sieht, diese Firma ist genau die richtige, um mit deutschen Soldaten zusammen die afghanische Polizei auszubilden. Nun gut, eine Firma deren Mitarbeiter so etwas wie Menschenachtung kennen, würde sich wohl kaum an der Zwangsrekrutierung und Ausbildung von Kindersoldaten beteiligen, die in Afghanistan von der Bundeswehr betrieben wird. Insofern ist es verständlich, dass die Alliierten der BRD derartiges lichtscheues Gesindel ist, wenn alle rechtschaffenen Menschen nichts mit den Verbrechen unserer Junta zu tun haben wollen.

Kindersoldaten

Februar 25, 2008

An deutschen Stammtischen wird gern vom hohen Ross hinab auf „gering entwickelte“ Staaten geschaut und mit moralischem Zeigefinger und Erwähnung der gesellschaftlichen Missstände dort über Armut, Korruption und alles Elend in diesen Gesellschaften gesprochen. Dass ein großer Teil dieser Missstände von der Postkolonialpolitik der westlichen Staaten verursacht und gehalten werden, interessiert dabei nicht.

Auch ist es egal, dass das hohe Ross eher ein lahmer Klepper ist, wenn man sich anschaut, dass die schlimmsten Zustände in der „Dritten Welt“ anscheinend von Vertretern der „entwickelten“ Staaten für gar nicht so schlecht gehalten werden. Ein Beispiel stellen Kindersoldaten, die zwar dem deutschen Stammtisch zuwider sind, aber in Afghanistan als guten Kugelfang für deutsche Soldaten dienen.

Bundeswehroffiziere »begleiten« von ihnen ausgebildete afghanische Einheiten bei Kampfeinsätzen im Süden und Südosten des Landes. Wenn die junge Welt vorliegenden Informationen stimmen, wäre es eine an der Öffentlichkeit und am Bundestag vorbeigesteuerte Geheimoperation, die dem offiziellen Mandat widerspricht. Die Quelle in Brüssel berichtet, daß einige der von deutschen Offizieren ausgebildeten Afghanen höchstens 16 Jahre alt sind. Die Umstände, unter denen solche Jugendliche für den Kriegsdienst angeheuert werden, sind den Angaben zufolge oft nicht wirklich als freiwillig zu bezeichnen. Viele Rekruten flüchten demnach schon während der Ausbildung.

Man sollte immer vor der eigenen Haustür kehren, bevor man anderer Leute Schwellen als schmutzig bezeichnet. Natürlich sind Kindersoldaten in Afrika ein dringendes Problem, Kindersoldaten in Afghanistan, ausgebildet von deutschen Offizieren sind es allerdings auch. Und bevor man von der Überlegenheit der westlichen Werte, also der westlichen Gesellschaft spricht, sollte man sich anschauen, was diese westliche Gesellschaft wert ist, wenn sie (wie die kritisierten Gesellschaften) Minderjährige an der Waffe ausbildet und einsetzt. Das soll nun keinesfalls die Probleme in den faktischen Kolonien der EU verharmlosen, sondern nur ein paar Zeigefingerschwingern den Spiegel vorhalten.

Die EU macht dicht

Februar 15, 2008

Im Kampf gegen den internationalen Terrorismus, illegale Einwanderung, Schmuggel und Menschenhandel will die Europäische Union ihre Außengrenzen künftig noch strenger abschotten. EU-Innenkommissar Franco Frattini in Brüssel einen Plan vor, wie dies geschehen soll.

So sollen ab 2015 die Fingerabdrücke aller Personen aus Drittstaaten erfasst werden, die in die Europäische Union einreisen. Auch elektronische Kontrollen der Iris sollen an europäischen Flughäfen massiv ausgeweitet werden. Die biometrischen Daten von Nicht-EU-Bürgern sollen in einem Ein- und Ausreiseregister gespeichert werden. Dieses schlägt automatisch Alarm, wenn die Aufenthaltserlaubnis abläuft, bevor der Betroffene wieder ausreist.

Ähm… Wie bitte? Um gegen Terrorismus, Schmuggel und Menschenhandel vorzugehen, sollen nun Einreisende betreffend der Überschreitung der Aufenthaltserlaubnis stärker überwacht werden? Braucht es denn ein Jahr um mal eben ein paar bewußtseinsweiternde Betäubungsmittel in die EU zu schmuggeln? Gegen illegale Einwanderung mag das Konzept ja effektiv sein, aber gegen Schmuggler und Terroristen? Was schützt es denn auch nur einem Anschlagsopfer, wenn man hinterher feststellt, dass der Terrorist, der sich in die Luft gejagt hat, nach dem Attentat (weil er sich vermutlich als Toter nicht allzu fix bewegen wird) die EU nicht innerhalb der Aufenthaltsfrist verlassen hat?

Diese Propaganda ist dermaßen billig, ich fühle mich ernsthaft beleidigt. Wenn ihr eure Untertanen schon verarschen wollt, liebe EU-Schreibtischtäter, dann doch bitte mit ein bisschen mehr Kreativität. Einfach Terrorismus, Menschenhandel, und Schmuggel in einen Plan gegen illegale Einwanderer zu schreiben, damit er beim Stimmvieh der Mitgliedsstaaten besser ankommt, ist doch noch unter dem Niveau, was man in der BRD an Stimmungsmache gewohnt ist. Und das will schließlich was heißen.

Die Hauptintention dieses Vorhabens kann ich allerdings auch nicht gutheißen. Menschen wandern nicht illegal in die EU ein, weil es ihnen großen Spaß macht, unterste Schicht einer Gesellschaft zu sein, sondern weil wir, beziehungsweise die Wirtschaft der EU, in der dritten Welt Arbeitskraft und Rohstoffe rücksichtslos ausbeuten ohne den dort lebenden Menschen, die für uns T-Shirts nähen und Cash Crops anbauen, mehr als einen Hungerlohn zahlen. Einfach gesagt machen wir uns reich und sie arm. Dadurch steigen in der dritten Welt natürlich die „Push-Faktoren“, wie es so schön in der Fachsprache heißt, die das Leben in den armen Regionen der Erde unlebenswert machen. Gleichzeitig steigen in der EU die „Pull-Faktoren“, die Wirtschaftsflüchtlinge anlocken. Diese Menschen folgen nur dem bisschen Wohlstand, dass wir Europäer ihnen in vierhundert Jahren Kolonialisation abgenommen haben.

Als Staatenbund, die sich täglich an der Armut der dritten Welt reich stößt, hat die EU eine moralische Verpflichtung, den Menschen die hier ankommen, etwas von dem Wohlstand abzugeben, um den sie beraubt wurden. Die Einwanderer wollen den ja nicht einmal für umsonst, sie sind bereit dafür zu arbeiten. Aber um so etwas wie ethische und soziale Folgen ihres Handels schert man sich in der verantwortungslosen EU nicht. Lieber lässt man Wirtschaftsflüchtlinge im Meer ertrinken und macht alle Türen dicht, durch die man in die Festung EU gelangen könnte, auf das bloß kein Neger das bekommt was ihm zusteht.

(Ich habe in dem Zitat oben übrigens nichts zusammengekürzt, falls wer glaubt, ich hätte zwei weit auseinanderliegende Absätze hintereinander zitiert, um die Absurdität deutlich zu machen. Es steht wortwörtlich so auf der Seite der „Tagesschau“.)

Deutschland foltert

Januar 27, 2008

In der allgemeinen Guantanamoaufregung hat der Großteil der deutschen Bevölkerung vergessen, dass man nicht Amerikaner sein muss, um zu foltern. Murat Kurnaz wurde in Afghanistan von deutschen KSK-Soldaten „Techniken“ ausgesetzt, wie es im Neusprech heißt. Dies berichtete er zumindest, was nun bestätigt werden konnte.

Zwei ehemalige Mithäftlinge des 2001/2002 nach Afghanistan und Guantánamo verschleppten Murat Kurnaz haben dessen Vorwürfe an deutsche KSK-Soldaten in wichtigen Punkten bestätigt. Die beiden Briten hätten am Mittwoch vor dem geheim tagenden Verteidigungsausschuß des Bundestages ausgesagt, daß im US-Gefangenenlager Kandahar »Gefangene offensichtlich mißhandelt und der Folter durch Schlafentzug ausgesetzt wurden«

Aber das war bestimmt nur ein Einzelfall. Wie in Guantanamo, da sind das auch ein paar hundert Einzelfälle. Wer sich nun (völlig zurecht) das amerikanische Folterlager kritisiert, aber meint, als Deutscher einen moralisch höheren Standpunkt zu vertreten, der betreibt nichts als Heuchelei, eine Doppelmoral. Die VSA und die BRD, beides Folterstaaten ohne Rücksicht auf Menschen.

Verantwortungsvoll wie ein Polizist…

Dezember 26, 2007

Letztens gab es eine Großaktion der Staatsgewalt, angeblich gegen Kinderpornographie, die sogenannte „Operation Himmel“, gegen 12.000 Internetbenutzer. Losgetreten haben soll das ganze der Internetprovider „Strato“, der hohe Datentranfers registriert und die Polizei eingeschaltet hatte. Aus Quellen, die die Polzisten lieber geheim ließen, wurden die Personalien der Nutzer dieses vorgeblichen „Kinderpornoportals“ ermittelt. Spiegel Online spricht von „hieb- und stichfesten“ Beweisen, dass die Nutzer auf diesem Portal Kinderpornographie konsumiert hätten. Im Lawblog ist ein konkreter Einzelfall aus diesem Komplex geschildert, der sehr gut zeigt, was SPON unter „hieb- und stichfest“ versteht.

Das angebliche Kinderpronoportal ist gar keins, sondern eines für (legale) Lolita- und Teen-Bilder laut ermittlungsakten. Im geschilderten Fall fand die Polizei 50.000 Bilder auf dem beschlagnahmten Rechner, ganze 6 davon könnten vor Gericht als Kinderpornographie durchgehen, meinten die Staatsgewalttäter. Der Staatsanwalt setzte die Zahl bei etwa 0 fest.

Bis dahin war es für den Verdächtigten aber schon zu spät. Als Verdächtiger Kinderpornokonsument ist er entlassen worden und seine Frau hat sich vom ihm scheiden lassen. Um das Umgangsrecht mit den Kindern darf er sich jetzt mit ihr gerichtlich streiten. Eine Entschädigung oder gar eine Entschuldigung für den Schaden, den der Beschuldigte durch diese Schildbürgeraktion erlitten hat, bleibt wie immer aus. Was schert es auch die Staatsdiener, wessen Leben sie gerade ruinieren.

(via)

Dein Gewissen ist, was ich dir befehle!

Oktober 31, 2007

Dass Papa Ratzi nicht alle beisammen hat, ist nicht besonders schwer zu übersehen. Er beweist es ja auch immer wieder:

Der Papst hat Apotheker zur Dienstverweigerung aus Gewissensgründen bei Abtreibung oder Euthanasie aufgerufen. Es sei nicht möglich, „das Gewissen zu betäuben“, wenn es etwa um Medikationen gehe, die die Einnistung eines Embryos verhinderten oder ein Menschenleben beendeten, hatte Benedikt XVI. am Montag vor katholischen Apothekern, die in Rom an ihrem Weltkongress teilnahmen, erklärt.

Es gibt einen eklatanten Unterschied zwischen Euthanasie und Sterbehilfe, nämlich den, dass Sterbehilfe vollzogen wird, wenn ein Mensch selber schmerzfrei und möglichst würdevoll sterben möchte, aber nicht kann; und dass Euthanasie das Töten eines Menschen ist, weil jemand anders als der Getötete dessen Leben für lebensunwert betrachtet. Diesen Unterschied kennt Ratze, ignoriert ihn aber bewusst, um eine Verbindung zwischen Sterbehelfern und den Nationalsozilaisten zu schaffen, welche Euthanasie an Behinderten betrieben haben. Übrigens mit Kenntnis und Billigung der katholischen Kirche.

Auch dass „Wir Papst“ gegen die Abtreibungspille RU 486 und Verhütungsmittel wie die Pille danach sind, ist kei Wunder; freie Sexualität ist schließich, des Teufels; denn wie sollten sich sonst Pädophilie und andere sexuell bezogene Geisteskrankheiten entwicklen? Das ist alles von ihm gewollt, es sei denn, er ist bereits geistig so weggetreten, dass er gar nicht mehr merkt, was außerhalb des Vatikanevals vorgeht.

Dafür spricht jedenfalls, dass er meint, das Gewissen anderer Leute bestimmen zu können, entscheidet er doch ganz autokratisch, als der Gewissensdiktator, dass es gegen das Gewissen von Apothekern verstoße, diese Medikamente zu verkaufen. Auf die Idee, dass die Apotheker vielleicht ein eigenes Moralsystem hätten, das nicht zwangsläufig mit den verkalkten Moralvorstellungen des Pontifex‘ gekoppelt ist, kommt unser AIDSförderer wohl nicht. Für ihn gibt es religionsbedingt eben nur eine Moral, nämlich die, dass dem papst immer zu gehorchen sei, egal wie abstrus und schädlich seine Befehle auch sind. Die Vorstellung, dass er unfehlbar sei hat sich inzwischen verselsbtständigt und Ratze glaubt inzwischen an die eigenen Lügen, ganz wie die Figur O’Brien aus George Orwells Roman 1984.

Prinzipiell bin ich ja gegen Euthanasie, aber bei Ratze könnte man eine Ausnahme machen, er stellt nämlich in seinem Wahn eine Gefahr für sich und andere dar.

Der Muss-lim

August 29, 2007

Der Muss-lim ist eine Sonderform des Sittenstrolchs, dessen Leben von psychischen Zwängen bestimmt ist. Kennzeichnend für den Muss-lim sind die vielen „muss“-Formen in der Sprache und im Denken („Ich muss das doch machen…“, „Du musst dich an die Gesetze halten“, …), sowie seine irrationale Handlungsweise, die nicht selten seinen Mitmenschen schadet und ihm meist auch nicht zum Wohl gereicht. Dass man muss ist seine einzige Begründung für jede Handlung, einen rationalen Grund kann er nicht nennen. Obwohl sein Verhalten dem eines Zwangsneurotikers gleicht, sieht sich der Muss-lim dem Neurotiker überlegen, da dieser aus der Sicht des Muss-lims irrational handelt und eigentlich nicht müsste, wohingegen der Muss-lim ja unbedingt muss.

Der Irrtum von den extremistischen Religionen

August 25, 2007

Fällt bei einer ernstgemeinten Diskussion oder einem Disput das Thema Religion den Disputanten und sonstigen Tanten in den Schoß, fällt schon bald einem Aktiven des Disput-Tands auf und ein, dass Religion immer totalitär sei und absolut gelten wolle. Das sei eben so, weil das kenne man ja und so fort. Jedes Mal beruft der Disputant sich dabei, wenn auch meist nur im Inneren seiner selbst, den diese Position wird gemeinhin geteilt, auf das Christentum, auf das diese Eigenschaft unzweifelhaft zutraf und -trifft. Zwar ist der christliche Klerus von seinen Methoden seit dem Mittelalter ein kleines Stück abgewichen, vor allem was Zahl der Opfer und Häufigkeit der „Interventionen“ anbelangt, doch bleibt die bevorzugte Strategie der Pfaffen Furcht und Feuer, das Einschüchtern der bereits Gläubigen auf der einen und das bekämpfen der Ungläubigen auf der anderen Seite. In Gegenden dieser Welt, die das massenweise Umbringen von „gottlosen Heiden“ aufgrund irgendeines rechtlichen Firlefanzes nicht gestattet und sogar mit Gewalt verfolgt sehen sich die Volksvergifter gezwungen, ein weniger offen schädliches Image an den Tag zu legen. Als „geistliche und moralische“ Instanz schaden sie nicht mehr dem Leben auf physische, sondern auf psychische Weise, welche nur von einer Minderheit als die Gehirnwäsche erkannt wird, die sie in den Augen ihrer Feinde zweifellos darstellt. Doch das wird meist nicht als Grund für den Extremismus des Christentums angeführt, eher das Kondomverbot des Papstes oder die verklemmte Sexualmoral, die nicht zu Enthaltsamkeit, sondern zu Paraphilie und Geschlechtsverkehr ohne jegliche Aufklärung führten. Aber auch das wird nur in seltenen Glücksfällen als Begründung für die extremistische Religion herangezogen. „Nein, die Pfaffen sind doch keine bösen Menschen!“ heißt es von den kirchlich Geschädigten, welche un beweisen, dass man Kirchgängern besser keine Entscheidungsgewalt überlässt, was als gut und böse gelte in dieser Gesellschaft.

Nein, nein, wenn jemand die These vom Extremismus der Religionen erbricht und somit pauschal alle Religionen, Glaubensgemeinschaften und sonstige Hinterweltspinner als Ideologien voller Intoleranz, Mordgier und Geisteszerstörung abstempelt, dann hat er meist, neben dem harten Kern des Christentums, den erzkonservativen Vatikanevalsbewohnern, den bibeltreuen evangelikalen und den akut selbstmordgefährdeten Sekten natürlich nur einen Glauben im Sinn: den Islam. Wenn man Religion pauschal verdammen möchte, bieten sich fusselbärtige Hohlköpfe mit Bombengürteln an wie eine thailändische Pros Touristenbetreuerin. Dabei ist es dann auch nicht von Interesse, dass die langbärtigen Bombenleger nicht Krankheit, sondern Symptom sind und dass wie im Christentum die geistigen Brandstifter loszuwerden sind.

Meistens kommt eine solche Behauptung, es sei nun einmal in allen Religionen der Hang zur Diktatur festzustellen von Seiten eines Philisters, eines Spießbürgers, der selbst Moral und Herrschaft der Pfaffen über sich akzeptiert hat und nun die Schandflecken seiner Ideologie mit den Flecken anderer Religionen zu überdecken versucht. Es geht dabei nicht um eine Abkehr von den Religionen, sondern um eine Verteidigung des Christentums. „Es ist ja in den anderen Religionen genauso schlimm.“ In der Mehrheit der Fälle schafft es der sittliche Strolch seine Zuhörer sogar davon überzeugen, dass es im Christentum noch viel besser sei, als bei „den anderen“, was man ja daran sähe, dass es „im Islam“ noch viel schlimmer zugeht als „bei uns“, was ihm recht gut gelingt, solange der Zuhörer als einzigen Vergleichspunkt den Islam wählt. Die Situation ist in Gegenden, in denen der Islam die vorherrschen Religion stellt und von der Mehrheit als unumstößliche Wahrheit akzeptiert wird, jedoch nicht im Islam schlimmer, denn ausgehend von der eigentlichen Ideologie findet sich im Islam, d. i. im Koran bedeutend weniger deutlich menschenfeindliches Material, als im Christentum, d. i. in der Bibel. Dass in Gegenden, deren Bewohner sich von Volksverhetzern eine durch und durch theokratische Hierarchie haben aufbuckeln lassen, die Qualität der Lebensbedingungen noch unter der in den chrislichen Landen liegt, hat wenig bis gar nichts mit der durchgehenden erhofften Absolutie der Religionen zu tun, sonmdern lässt sich eher darin begründen, dass in den erstgenannten Gegenden keine Aufklärung stattfand, die dann zu für ein friedfertiges Miteinander essentiellen Ideen wie Toleranz und Autonomie hätte führen können. Und nur weil deren Hassprediger häufiger in den Nachrichten auch als solche bezeichnet werden, als unsere heißt das noch nicht, dass wir keine hätten.

Doch wäre es nun ein Fehlschluss, zu glauben, „die Religionen“ stellten sich pauschal und in ihrer Gesamtheit gegen ein friedvolles Zusammenleben, denn Intoleranz und religöse Verfolgung ist außerhalb der Gegenden unseres kranken Planeten, in denen christliche und muslimische Volksverhetzer ihr Gift und ihre Galle verspucken, eher als Seltenheit zu sehen und trat noch nie in einer Form auf, die dem Mordwahn der christlichen Kirche gleichkäme. Pantheistische Heiden sind anderen Göttern gegenüber aufgeschlossener als monotheistische Betonköpfe, da die Vielfalt der Gottesbilder ihnen schon in ihrer eigenen Ideologie in die Wiege gelegt wurde. Und gottlose Religionen wie Buddhismus oder Satanismus befinden sich von vornherein nicht im Kampf um die Vorherrschaft ihres Gottes, da das in Ermangelung eines Gottes nicht möglich ist. In diesen Religionen hat sich bereits das atheistische Gottesbild gebildet: Gott als Erfindung der Denkfaulen.